So hatten sich das der Niki-Nachfolger Laudamotion sowie zahlreiche Kunden wohl nicht vorgestellt: Seit dem Inkrafttreten des neuen Sommerflugplans von Laudamotion am 1. Juni musste die Airline von Niki Lauda zahlreiche Flugausfälle und -verspätungen verzeichnen. Knapp 30% der Verbindungen waren vom anfänglichen Chaos bei Laudamotion zwischen vergangenem Freitag bis Sonntag betroffen.

Laudamotion Flugzeug redaktionell

©Laudamotion

51 von 344 Flügen fielen aus

25 der Flieger hatten mehr als 3 Stunden Verspätung, unzählige kamen mit einer Verspätung von mehr als 15 Minuten am Zielort an. 20 Flüge wurden zu anderen Flughäfen umgeleitet und ganze 51 Flüge fielen ganz aus. Laut dem Laudamotion-Vize Andreas Gruber seien Unwetter in Süd- und Westdeutschland Grund für das Chaos an den Gates. Zudem gab es technische Probleme an einem Flugzeug, wodurch es zu Umlaufverspätungen kam. Die Folge: Zahlreiche deutsche Passagiere saßen auf Ibiza und Mallorca fest.

Entschädigungen für Passagiere

Fakt ist, dass Airlines bei Verspätungen und Flugausfällen dazu verpflichtet sind, den Passagieren Entschädigungen zu leisten. Laut Gesetz müssen Airlines für keine Entschädigungen aufkommen, wenn Flüge aufgrund ‚‚außergewöhnlicher Umstände“ gestrichen werden. Allerdings haben Fluggäste trotzdem weiterhin Betreuungs- und Ersatzbeförderungsansprüche, die sie an die Airlines stellen dürfen. Diese beinhalten Versorgungsleistungen sowie in festgelegten Fällen darüber hinaus finanzielle Entschädigungen. Folgende Entschädigungen sind in den konkreten Fällen zu leisten:

Bei mindestens zwei Stunden Verspätung:

  • Essen und Getränke
  • Zwei Telefonate, Faxe oder E-Mails

Bei mindestens fünf Stunden Verspätung/Flugannullierung zusätzlich:

  • Hotelübernachtungen
  • Transfers zum Hotel und Flughafen
  • Ticketumtausch
  • Ticketrückgabe und -erstattung (finanzielle Entschädigung)

Die finanzielle Entschädigungsleistungen ist jedoch an bestimmte Kriterien gebunden: So sind die Fluggesellschaften nur dann zu den erstgenannten Leistungen verpflichtet, wenn die Airline die Verspätung oder den Ausfall selbst verschuldet hat. Außergewöhnliche Umstände wie Streiks, Unwetter oder Sperrungen des Luftraums oder eines Flughafens fallen nicht in den Verantwortungsbereich. Ist die Verspätung auf eigenes Verschulden der Airline zurück zuführen, bemisst sich die Entschädigung jeweils an der Länge der Flugstrecke:

  • < 1500 km: 250 Euro
  • 1500 – 3500 km: 400 Euro
  • > 3500 km (plus mindestens vier Stunden Verspätung): 600 Euro

Dies bedeutet: Fällt ein Flug aus, muss sich die Fluggesellschaft um eine Ersatzbeförderung oder eine Unterbringung der Passagiere in einem Hotel kümmern. Sollte eine Airline diese Leistungen nicht erbringen, dürfen sich Passagiere selbst darum kümmern und dies der Fluggesellschaft in Rechnung stellen. In Summe könnte der anfängliche Patzer der neuen Airline teuer zu stehen kommen, sollten die Passagiere nachträglich ihre Rechte durchsetzen wollen.