Weltweit steigen die CO2-Emissionen weiterhin stetig an. Das liegt vor allem daran, dass die Herstellung und Nutzung vieler Konsumgüter zwangsläufig auch die Produktion von Treibhausgasen mit sich bringt. Die Bewegung Fridays for Future fordert deshalb eine CO2-Steuer auf diese klimaschädlichen Gase. Besonders die CO2-Emissionen bei Flugreisen und Kreuzfahrten sind enorm. Wie eine solche Steuer aussehen könnte, wie sie sich auf Eure Reisepreise auswirken würde und wie Ihr schon jetzt beim Reisen die Umwelt schützen könnt, zeige ich Euch hier.

CO2-Steuer Auswirkungen auf Reisepreise

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Wie könnte die CO2-Steuer aussehen?

Fridays for Future fordert eine Steuer von 180 Euro pro Ausstoß einer Tonne CO2. Diese Zahl ist nicht willkürlich gewählt, denn der Ausstoß von einer Tonne Kohlendioxid verursacht Schäden in Höhe von 180 Euro. Sebastian Grieme, ein Sprecher der Bewegung, dazu in einem Statement: „Der Preis für den Ausstoß muss schnell genauso hoch sein wie die Kosten, die der heutigen und zukünftigen Generation entstehen“. Statistiken zeigen, dass durch den CO2-Ausstoß in Deutschland im Jahr 2016 Schäden in Höhe von 164 Milliarden Euro verursacht wurden.

Wie würde sich die CO2-Steuer auf Reisepreise auswirken?

Doch welchen Einfluss hätte eine CO2-Steuer auf unser Reiseverhalten und welche Auswirkungen hätte eine CO2-Steuer auf die Reisepreise? Für Reisende würde eine CO2-Steuer vor allem eines bedeuten: Schnäppchen-Flüge würde es zu den Preisen, zu denen sie heute durchgeführt werden, nicht mehr geben können. Spiegel online hat zu der Forderung von Fridays for Future bereits eine Schätzung veröffentlicht, mit welchen Mehrkosten Konsumenten bei einer Durchsetzung der Steuer rechnen müssten.

Vor allem bei Flügen ist der CO2-Ausstoß enorm und so würden zum Beispiel auf Inlandsflüge von München nach Hamburg bei einem CO2-Ausstoß von 0,16 Tonnen pro Passagier für jeden Fluggast 28,20 Euro Steuern fällig. Flüge über den großen Teich, zum Beispiel von Düsseldorf nach New York und wieder zurück, würden mit Zusatzkosten in Höhe von 657 Euro pro Passagier zu Buche schlagen. Doch es geht noch teurer: Fliegt Ihr von Frankfurt nach Auckland und wieder zurück, jeweils mit Zwischenstopp in Dubai, werden 11,71 Tonnen CO2 pro Passagier ausgestoßen. Das entspricht nach den Berechnungen einer CO2-Steuer in Höhe von 2.107 Euro pro Passagier, das Ganze zusätzlich zum Flugpreis.

Kreuzfahrtschiff Vogelperspektive

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Reist Ihr mit der Bahn von München nach Hamburg, werden pro Passagier 0,0034 Tonnen schädliches CO2 ausgestoßen. Rechnet man das Gewicht um, bezahlt Ihr schnell einen Aufschlag von 6,12 Euro pro Ticket. Auch die Preise für Benzin und Diesel würden bei einer Besteuerung weiterhin in die Höhe schießen. Pro Liter Benzin müsstet Ihr mit einem Aufschlag von 43 Cent rechnen und wer sein Auto mit Diesel tankt, kommt schnell auf eine Steuer von 47 Cent pro Liter.

Zu den Spitzenreitern in Sachen CO2-Ausstoß gehören auf jeden Fall auch Kreuzfahrtschiffe. Pro einwöchiger Kreuzfahrt werden pro Person etwa 1.830 Kilogramm CO2 augestoßen. So würden sich auch die Preise für eh schon kostspielige Kreuzfahrten weiter erhöhen. Das klimaverträgliche CO2-Jahresbudget einer einzelnen Person liegt übrigens bei gerade einmal 2.300 Kilogramm.

 

Weitere Forderungen von Fridays for Future

Neben der Forderung nach einer Steuer auf alle CO2-Emissionen, setzt sich die Bewegung auch für weitere Klimaschutz-Ziele ein. Bis Ende des Jahres soll ein Viertel der Kohlekraftwerke in Deutschland abgeschaltet werden und der Kohle-Ausstieg soll bereits im Jahr 2030 stattfinden. Ebenfalls bis Ende 2019 sollen Subventionen für fossile Energieträger abgeschafft werden. Außerdem soll Deutschland den kompletten Energiebedarf bis zum Jahr 2035 komplett durch erneuerbare Energien abdecken können und auch eine Forderung nach „Nettonull“, also nicht mehr CO2 zu produzieren, als kompensiert werden kann, liegt bereits in Berlin auf dem Tisch.

Was können Reisende schon heute für den Klimaschutz tun?

Die Bundesministerien haben derzeit das gemeinsame Ziel, bis Ende Mai Vorschläge zu liefern, wie die eigens gesteckten Klimaziele erreicht werden können. Auch die CO2-Steuer soll in diesem Zusammenhang geprüft und diskutiert werden. Wie sich die Debatte, zu der es kontroverse Meinungen gibt, weiter entwickelt, bleibt erst einmal abzuwarten.

Sanfter Tourismus Ökotourismus Natur Baumhaus

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