Essensverbot in Florenz

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Zukünftig sollte man sich in Florenz zweimal überlegen, wann und wo man als Tourist beherzt in sein Stück Pizza beißt! Der Bürgermeister von Florenz Dario Nardella hat eine Vorschrift erlassen, die den Verzehr von Speisen in Florenz reglementieren soll und mit Geldbußen bis zu 500 € bei Zuwiderhandlungen droht. Das Verbot gilt vor allem für die stark frequentierten Straßen und Plätze der Stadt in der Toskana. Damit verschärft Florenz eine Maßnahme, die bereits Mitte des Jahres für Aufruhr sorgte.

Hintergrund des Verbots

Ziel des Erlasses soll es sein, die Verschmutzung durch Essensmüll einzudämmen. Anwohner hatten sich in der Vergangenheit beklagt, dass immer wieder Müll vor den Wohnungen und Geschäften achtlos entsorgt werden würde. Vor allem an und um die Hauptsehenswürdigkeiten wie der Piazzale degli Uffizi oder dem Piazza del Grano nehme das Problem überhand. Konkret beinhaltet der Erlass ein Verbot des Konsumierens von Speisen auf dem Gehweg und vor den Geschäften zwischen 12 – 15 Uhr sowie 18 – 22 Uhr in den vier Bereichen Via della Ninna, Via de‘ Neri, Piazzale degli Uffizi und Piazza del Grano. Zuwiderhandlungen werden ab jetzt mit einem Bußgeld zwischen 150 – 500 € belegt. Im Juni 2017 hatte Nardella der Vermüllung durch die Touristen bereits den Kampf angesagt und die städtischen Reinigungsbehörden dazu aufgerufen, Treppen und Gehwege regelmäßig nass zu halten, damit sich die Touristen nicht mehr hinsetzen könnten.

Plakate weisen ab sofort auf Verbot hin

Nardella bat nun die Geschäftsinhaber der betroffenen Viertel um Ihre Mithilfe. Damit die Touristen über das neue Verbot informiert werden können, sollen entsprechende Plakate in den Geschäften und Straßen angebracht werden. So könne sicher gestellt werden, dass Touristen Bescheid wissen. Das Essensverbot soll zunächst nur eine vorübergehende Maßnahme sein und bis Januar 2019 getestet werden. Sollte die Maßnahme effektiv sein, könne über eine Fortführung entschieden werden.

Der Kampf gegen Massentourismus

Städte greifen immer massiver durch, wenn es um die Interessen der Bewohner und den Städte- und Naturschutz geht. So beschloss Venedig erst im Juni diesen Jahres, Drehkreuze in der Stadt anzubringen, um die Touristenmassen besser kontrollieren zu können. Mallorca gilt in dieser Hinsicht wohl als strengstes Vorbild: Allein in diesem Jahr wurde die Touristensteuer verdoppelt, die Vermietung von privaten Ferienwohnungen stark reguliert und dem All Inclusive Alkohol-Angebot in den Hotels der Kampf angesagt. Alternative Formen des Reisens als Kritik am Massentourismus werden derzeit immer beliebter, wie beispielsweise der Ökotourismus.