Ökotouristen und Freunden des Sanften Tourismus dürfte diese Plattform gefallen: Das italienische Start-Up Fairbnb mischt seit Anfang April 2019 als Anbieter von Ferienwohnungen auf dem Markt mit. Der Name der neuen Plattform und die Ähnlichkeit zum weltweit bekannten Airbnb ist dabei kein Zufall. Schließlich ist Fairbnb genau das: Eine Plattform zur Buchung und Vermietung von privaten Unterkünften, die – anders als die Konkurrenz – einen nachhaltigen Beitrag leisten möchte.

So funktioniert das nachhaltige Konzept

Im Zentrum von Fairbnb steht der Aspekt der Gemeinnützigkeit. Dabei setzt die Plattform auf die Gemeinschaft: Anstelle von profitorientierten Investoren treten die Gastgeber, lokale Gewerbetreibende und die Nachbarschaft. Das Ziel von Fairbnb ist es, die Interessen dieser Gruppen mit den Bedürfnissen der Reisenden zu vereinen und so eine faire Alternative zu Airbnb, FeWo direkt oder Hometogo darzustellen. Hierzu hat Fairbnb ein eigenes Manifest veröffentlicht, das die Eckpfeiler des Unternehmens festlegt:

  1. Kollektives Eigentum: Hinter Fairbnb stehen nicht die Gründer, sondern die Menschen, die die Plattform überhaupt erst möglich machen. Diese sollen vom finanziellen Erfolg profitieren.
  2. Demokratische Führung: Um die Interessen der lokalen Bevölkerung berücksichtigen zu können, arbeitet Fairbnb eng mit der lokalen Regierung und den Menschen vor Ort zusammen. Im Austausch mit ihnen soll zum einen ein nachhaltiger Tourismus gefördert, zum anderen Entscheidungen im Sinne der Nachbarschaft getroffen werden können.
  3. Soziale Nachhaltigkeit: Der finanzielle Erfolg soll unter anderem auch in soziale Projekte investiert werden, die das Leben vor Ort verbessern sollen. Dazu zählen beispielsweise der Bau von Spielplätzen, Gemeinschaftscafés oder Projekte im Nachhaltigkeitsbereich. Über den Einsatz entscheidet die lokale Bevölkerung.
  4. Transparenz & Verantwortung: Fairbnb möchte so transparent wie möglich wirtschaften. Gleichzeitig verspricht die Plattform einen verantwortungsvollen Umgang mit personenbezogenen Daten.

Hier wird es Fairbnb geben

Dem Grundgedanken entsprechend, wird Fairbnb vorerst in den Städten angeboten, die vom Massentourismus bzw. Overtourism betroffen sind. Einige der Städte versuchen bereits mit anderen Methoden, die Besuchermassen in den Griff zu bekommen. So hat Venedig jüngst Drehkreuze im Zentrum installiert und verlangt Eintrittsgelder. Barcelona versucht die Anzahl an Tagesbesuchern von Kreuzfahrtschiffen einzudämmen. In folgenden Städten wird Fairbnb vorerst aktiv sein:

Kritik an Airbnb & Co

In den letzten Monaten stieg die Kritik an Plattformen wie Airbnb. Vor allem in touristisch attraktiven Städten und Regionen hat sich die private Vermietung von Wohnungen und Häusern an Touristen zum Problemfall entwickelt. Während der Wohnraum für die einheimische Bevölkerung immer geringer wird, steigen gleichzeitig die Mieten aufgrund der hohen Nachfrage. Städte wie Palma de Mallorca dürfen seit 2018 keine Wohnungen mehr an Touristen vermieten, in anderen Städten wie Berlin oder Amsterdam wurde die Mietdauer auf eine festgelegte Anzahl an Tagen im Jahr festgelegt.

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