Viele Großstädte haben mit großen Massen an Touristen zu kämpfen, die durch die Innenstädte schlendern und für meterlange Schlangen an den größten Sehenswürdigkeiten sorgen. Die italienischen Metropolen wie zum Beispiel Mailand, Rom, Venedig und Florenz kämpfen seit Jahren gegen die Schattenseiten des Massentourismus. In Florenz geht die Stadt nun mit spritzigen Maßnahmen gegen respektlose Touristen vor.

Florenz Panorama

Foto: © gurgenb / depositphotos.com

Jeder von Euch hat sich bestimmt schon einmal auf einem Städtetrip mit einem Snack in der Hand auf einer großen Treppe in der Innenstadt gemütlich gemacht, das Stadtgeschehen beobachtet und fröhlich gegessen. In Florenz soll damit jetzt Schluss sein. Die kulturträchtige und facettenreiche Stadt Florenz im Herzen Italiens fühlt sich durch die zahlreichen Pausenbrot-Touristen an den Kirchentreppen und Gehsteigen gestört und möchte diese nun erziehen. Der Bürgermeister von Florenz, Dario Nardella, kommentiert diese Vorhaben auf seiner Facebook-Seite wie folgt: „“Wir haben die Pflicht, dafür zu sorgen, dass man die Schönheit unserer Stadt respektiert.“ Am meisten stört sich der junge Bürgermeister an den Touristen, darunter durchaus auch Einheimische, die mittags mit einem Pizzastück und einem Bier in der Hand vor den Kirchen und Denkmälern der Stadt kampieren und Snack-Pausen einlegen.

Nardellas Lösung sind nasse Treppen und Gehwege, damit sich die Touristen nicht mehr setzen können. Die städtischen Regierungsbehörden sind aufgefordert mittags die Treppen, Bürgersteige und öffentliche Plätze mit Wasser zu putzen. Dadurch soll in erster Linie verhindert werden, dass Menschen an diesen Plätzen essen und trinken. Außerdem betont der Bürgermeister im Interview, dass dies ein „Experiment“ ist. „Wir wollen nicht hart sein, was Strafen angeht, also nutzen wir freundlichere Maßnahmen.“

Viele Einheimische sehen dieses Vorgehen als kritisch. Zu einem sei es Wasserverschwendung und auf der anderen Seite sollten stattdessen mehr Sitzmöglichkeiten für Besucher geschaffen werden. Die italienische Stadt Florenz ist nicht die erste Metropole, die gegen unangenehme Tourismusprobleme vorgeht. Auf der berühmten Baleareninsel Mallorca gingen vergangenen Monat hunderte Einheimische auf die Straßen und demonstrierten gegen den Massentourismus auf der Insel. In Venedig dagegen fordern die Menschen ein besonderes Buchungssystem und eine Sperrung des Markusplatzes.