Flugzeug Sonnenuntergang

©Jag_cz/Shutterstock.com

Stewardessen in Sneakers, coole Poloshirts und das Boardessen bio: Die französische Fluggesellschaft Air France hat Ende letzten Jahres die Low Cost Airline Joon buchstäblich an den Start geschickt. Dabei hat sie eine ganz bestimmte Zielgruppe im Visier: Air France’s Billigtochter soll durch das hippe Image bei jungen, modernen Reisenden punkten. Dafür setzt Joon auf gestylte & technikaffine Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter, Superfoods wie Bio-Quinoa Salat & USB-Anschlüsse im Flugzeug. Der Firmenname ist also nicht zufällig gewählt: Joon speilt auf das französische Wort “jeune“ an, zu Deutsch „jung“.

Die Idee

Ob die Generation Y tatsächlich eine eigene Airline braucht, darüber lässt sich wohl streiten. Dass die Airline jedoch eine coole Alternative zu den sonst vertaubten Fluggesellschaften bietet, ist spätestens mit Blick auf das Angebot sicher. Millennials, denen gerne auch scherzhaft unterstellt wird, einen WLAN-Zugang zum Atmen zu brauchen, bekommen bei Joon selbst in mehreren tausend Metern Höhe die Möglichkeit, Ihre Instastorys zu checken. Die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter tragen hier Sneaker und im Flugzeug kann man Game of Thrones streamen – mit kostenfreiem WLAN natürlich. Hippes & gesundes Essen wird ebenfalls serviert: Bio und aus organischem Anbau versteht sich! Vom Baobab-Saft bis zum Bio-Quinoa-Salat, kriegt man bei Joon nur Superfoods. Auch auf den sozialen Netzwerken positioniert sich die Fluggesellschaft vor allem jung, hip und modern.

Entsprechend der Mentalität der Generation Y möchte die erste Millennial-Airline vor allem eins sein: Billiger als die Muttergesellschaft Air France. Die Low Cost Airline Joon soll Air France dabei helfen, die Kosten zu senken und auf dem hart umkämpften Markt wieder Anteile zu gewinnen. Vor allem etablierten Billigairlines wie Ryanair soll der Kampf angesagt werden und diese vom gewinnbringenden Langstreckenmarkt ferngehalten werden :

“Joon wird uns ermöglichen, auf defizitären oder schwierigen Strecken bei gleichem Serviceangebot die Gewinnschwelle zu senken“, sagte Air-France-Chef Franck Terner

Bei Joon verdienen Flugbegleiterinnen und -begleiter allerdings weniger als die Kollegen bei der Muttergesellschaft Air France. Außerdem müssen Passagiere für Leistungen wie Aufgabegepäck und Speisen extra zahlen. Getränke gibt es aber genauso wie bei Air France immer noch kostenlos. Joon verfolgt nämlich den Anspruch keine neue Lowcost-Airline wie Ryanair oder EasyJet zu sein, sondern eine attraktivere Alternative anzubieten.

Flugdestinationen

Seit dem 1. Dezember 2017 fliegt die neue Airline Joon, welche am Pariser Flughafen Charles de Gaulle stationiert ist, (nicht nur) Millennials zu europäischen Zielen wie Barcelona, Berlin, Lissabon, Porto und vielen weiteren. In diesem Jahr kamen weitere exotischere Reiseziele wie die Seychellen, Fortaleza in Brasilien, Kapstadt, Sambia, Indien, Iran, Istanbul und Ägypten hinzu. Die Ticketpreise für einen einfachen innereuropäischen Flug mit Handgepäck beginnen schon bei 39 Euro, einen Langstreckenflug erhält man bereits ab 249 Euro. Die Flotte von Joon besteht aus Airbus A320-Jets von Air France. Für die Interkontinentalflüge werden A340-Großraumflieger eingesetzt. Ab 2019 sollen modernere A350-Jets hinzukommen.

Alle Reiseziele im Überblick

Bisher fliegt Joon folgende Europadestinationen an:

Europaflüge

  • Paris
  • Barcelona
  • Istanbul
  • Lissabon
  • Neapel
  • Oslo
  • Porto
  • Rom

Joon bietet darüber hinaus auch Interkontinentalflüge zu folgenden Zielen:

Interkontinentalflüge

  • Brasilien
  • Ägypten
  • Indien
  • Südafrika
  • Seychellen
  • Iran

Stand Juni 2018