Komodo Waran

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Sie ist einer der letzten Lebensräume und Namensgeber der beeindruckenden Warane: Die indonesische Insel Komodo. Zum Schutz der Riesenechsen, die auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten stehen, soll die auch als Dracheninsel bekannte Insel nun für Touristen gesperrt werden. Derzeit besuchen circa 10.000 Menschen pro Monat die Insel östlich von Bali um die seltenen Tieren zu sehen. Die Schließung der Insel soll laut indonesischer Regierung ein ganzes Jahr lang andauern und 2020 in Kraft treten.

Schmuggler wollten Tiere ins Ausland verfrachten

Nachdem Schmuggler in der letzten Woche versucht hatten, 41 Echsen ins Ausland zu bringen, stand der Entschluss der indonesischen Regierung fest. Bereits im Voraus hatte sie über eine vorübergehende Schließung zum Schutz der Tiere nachgedacht. Dass die Tiere nun auch Kriminelle auf den Plan rufen, hatte die Entscheidung beschleunigt. Der Diebstahl konnte von der indonesischen Polizei glücklicherweise verhindert werden. Während der Schließung sollen ökologische Projekte und solche zur Förderung des Bestandes der Tiere umgesetzt werden.

Schließung betrifft nicht die umliegenden Inseln

Das indonesische Ministerium für Naturressourcen und Erhaltung des Ökosystems betont, dass die Schließung nur für die Insel und nicht für die umliegenden Schutzgebiete gelte. Komodo ist Teil eines Nationalparks, zu dem auch die zwei anderen Hauptinseln Rinca und Padar sowie 26 kleinere Inseln gehören. Bei Touristen ist Komodo nicht nur aufgrund der Warane bekannt und beliebt. Auch bei Tauchern ist die artenreiche Unterwasserwelt des Nationalpark ein beliebter Divespot.

Heimat der letzten Riesenechsen

Komodo ist Teil der Kleinen Sundainseln und zählt zu den letzten Lebensräumen der Warane. Vermutet wird, dass heute nur noch 3000 bis 5000 Tiere leben, darunter auch auf Rinca, Gili Dasami, Gili Montang und Flores. Somit sind Komodowarane endemische Tierarten, die es nur in Indonesien gibt. Das und der Fakt, dass sie wie kleine Dinosaurier aussehen, üben eine riesige Faszination auf Touristen aus.

Gefährliche Jäger

Komodwarane sind die größten, lebenden Riesenechsen der Welt. Sie können bis zu drei Meter lang und 70 Kilogramm schwer werden. Komodowarane gelten als besonders aggressiv und können auch für den Menschen gefährlich werden. Sie sind schnelle und ausdauernde Jäger und erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 20 Kilometern pro Stunde, die sie über eine Strecke von bis zu 500 Metern anhalten können. Ein Biss von ihnen verläuft meist tödlich, da mit dem Speichel ein giftiges Sekret abgesondert wird. Erst 2017 hatte eine Riesenechse einen Mann schwer verletzt, der sich dem Tier für ein Foto näherte. Auch wenn Angriffe auf Menschen sehr selten sind, ist in der Nähe der Tiere oberste Vorsicht geboten.

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