Letzte Woche wurde das jährliche NABU-Kreuzfahrtranking in Hamburg vorgestellt, in dem der Naturschutzbund die schwimmenden Attraktionen mit Rundum-Betreuung danach bewertet, wie klimafreundlich beziehungsweise klimaunfreundlich die einzelnen Schiffe sind. Dabei wurden 89 Kreuzfahrtschiffe vom NABU hinsichtlich ihres Antriebs und der jeweiligen Energieversorgung bewertet. Das Ranking gibt es seit 2012 und das Besondere daran ist, dass nicht die gesamten Flotten, sondern die einzelnen Schiffe der Reedereien einzeln unter die Lupe genommen werden. Die Gewinner sowie Verlierer in Sachen Abgastechnik und Klimaschutz zeige ich Euch jetzt:

Norwegen Geiranger Fjord Kreuzfahrtschiff

©Andrey Armygov /Shutterstock.com

Das Ergebnisse des NABU-Kreuzfahrtrankings

Wir beginnen mit den Gewinnern des Rankings: Den ersten Platz teilen sich die AIDAnova und die Costa Smeralda, die vor allem mit einer, im Vergleich zu den anderen Schiffen, geringen Luftverschmutzung punkten können. Den dritten Platz teilen sich gleich drei Kreuzfahrt-Giganten der Hapag-Lloyd Reederei. Doch so erfreut die Erstplatzierten sein mögen, umso erschreckender sind die weiteren Ergebnisse. Gleich 58 der insgesamt 89 untersuchten Schiffe teilen sich den letzten Platz und bilden damit die traurigen Schlusslichter des Kreuzfahrtrankings – darunter auch die Flotten von MSC und Royal Caribbean. Die Schiffe der deutschen Reederei TUI Cruises belegen zusammen den ebenfalls wenig zufriedenstellenden 13. Platz.

Klimakiller Kreuzfahrtschiff

Die Ergebnisse des Rankings zeigen deutlich, dass in Sachen Klimaschutz noch viel Luft nach oben ist. Darüber, dass Kreuzfahrtschiffe schlecht für die Umwelt sind und dass sich Klimaaktivisten zu Recht über die schwimmenden Dreckschleudern beschweren, müssen wir uns nicht streiten. Die AIDAnova und die Costa Smeralda sind zwar die glücklichen Gewinner des Rankings, doch dabei steht außer Frage, dass die Belastung für die Umwelt noch immer enorm ist. Das Ranking zeigt außerdem, dass ein Großteil der riesigen Schiffe auf den Weltmeeren weiterhin mit Schweröl betrieben wird und dass auch die Abgastechnik zu Wünschen übrig lässt.

Um diesen Problemen entgegenzuwirken, steigen jährlich die gesetzlichen Vorgaben für Kreuzfahrtschiffe in Sachen Abgastechnik und Klimaschutz – derzeit sind weltweit bereits 26 Schiffe mit Flüssiggas-Antrieb im Bau beziehungsweise in der Planung. Der Umweltschutz ist also auch endlich auf dem Kreuzfahrtmarkt angekommen – wie schnell diese Entwicklung vonstatten geht und wann wir ruhigen Gewissens unser nächstes Kreuzfahrt-Abenteuer antreten können, wird sich erst zeigen. Die ersten Schritte sind getan und nun möchtet Ihr wissen, was die einzelnen Reedereien derzeit bereits für den Umweltschutz unternehmen und was Ihr zu einer nachhaltigen Kreuzfahrt beitragen könnt? Dann klickt Euch durch meinen Artikel über Nachhaltige Kreuzfahrten.

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