Rund eine halbe Millionen Passagiere waren und sind von den jüngsten Lufthansa Piloten Streiks betroffen und noch immer ist kein Ende in Sicht. Warum bei Lufthansa gestreikt wird, welche Forderungen die Piloten stellen und welche Rechte Lufthansa Fluggäste haben, das könnt Ihr im folgenden Artikel nachlesen.

Warum wird bei Lufthansa gestreikt?

Seit fast 5 Jahren verhandelt die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC)  mit der Deutschen Lufthansa AG über eine Gehaltserhöhung von knapp 20%. Inhalt der Tarifverhandlungen sind die durchschnittliche Erhöhung der Bruttolöhne und der Erhalt der „Übergangsversorgung“. Die Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Lufthansa AG und der Vereinigung Cockpit (VC) führten bisher zu keiner Einigung.

Es liege vonseiten der VC kein verhandlungsfähiges Angebot der Lufthansa vor, sodass die Streiks weiter gehen sollen. Hierbei sind zum Glück nur Lufthansa Flüge betroffen. „Flüge, die von Germanwings, Eurowings, Air Dolomiti, Austrian Airlines, SWISS und Brussels Airlines durchgeführt werden, sind nicht betroffen und werden weiterhin normal verkehren,“ so die Deutsche Lufthansa AG auf Ihrer Webseite.

Was sind die Forderungen der Pilotengewerkschaft?

Lufthansa Neo 320

©Deutsche Lufthansa AG

Seit mehr als fünfeinhalb Jahren gibt es keine Anpassung der Gehälter und deshalb ruft die Pilotengewerkschaft zum Streik auf. Bereits seit Montag letzter Woche streiken Lufthansa Piloten auf Lang- und Kurzstreckenflügen. Inhalt des Lufthansa Streiks ist, laut CV, ausschließlich die sog. „Übergangsversorgung„, welche der Lufthansa-Vorstand streichen möchte. Neben der Betriebsrente erhält das Cockpit- und Kabinen-Personal zusätzlich eine Übergangsversorgung, welche es den Piloten ermöglicht mit 55 Jahren in den Ruhestand zu gehen und mit der Übergangsversorgung die fehlenden Jahre bis zur „wirklichen“ Rente zu überbrücken.

Die rund 5.400 Lufthansa Piloten fordern rückwirkend mehr Gehalt. Da es seit über 5 Jahren keine Gehaltserhöhungen gab, streiken die Piloten für durchschnittlich 3,66 Prozent mehr pro Jahr. Gemeinsam mit Zinsen (5 Jahre) kommen die Piloten auf eine Gesamtforderung von 20 Prozent. Außerdem sollen Co-Piloten ab dem 12. Beschäftigungsjahr zusätzlich eine gesonderte Steigerung des Grundgehaltes von ca. 2% pro Beschäftigungsjahr erhalten. Laut CV begründet sich dies „vor allem mit dem Qualifikations- und Erfahrungszuwachs.“ Diese Forderungen hatte die Lufthansa abgelehnt und zunächst lediglich ein Lohnplus von 2,5 Prozent bis Ende 2018 angeboten.

Diese Rechte haben Lufthansa Passagiere

Der Lufthansa Streik hält seit vergangenem Mittwoch an und ärgert nicht nur die Lufthansa Mitarbeiter in den obersten Etagen, sondern auch Fluggäste, die von ausfallenden Flügen betroffen sind. Bisher soll es, laut Lufthansa, zu 4461 Flugausfällen gekommen sein. Welche Rechte Ihr bei Flugausfällen oder Überbuchungen habt, seht Ihr im Folgenden.

Ist mein Flug betroffen?

Unter dem Menüpunkt „Flugstatus“ könnt Ihr online auf Lufthansa.com einsehen ob Euer Flug vom Lufthansa Streik betroffen ist oder nicht. Solltet Ihr keinen Zugriff zum Internet haben, dann erfahrt Ihr kostenlos unter folgender Rufnummer den aktuellen Status jedes Lufthansa Fluges: 0800 850 60 70.

Umbuchung der Flüge

Auf Lufthansa.com können Passagiere kostenlos Ihren gestrichenen Flug auf einen anderen umbuchen und so Ausfälle umgehen. Auch für bestehende Flüge, die nicht gestrichen wurden besteht die Möglichkeit online den Flug umzubuchen.

Reisebüro Buchungen

Solltet Ihr Euren Flug über ein Reisebüro gebucht haben, dann sollt Ihr Euch, laut Lufthansa, direkt an das Reisebüro bzw. den Reiseveranstalter wenden.

Umwandlung des Flugtickets in ein Bahnticket

Da sich der Lufthansa Streik auch auf Kurzstrecken innerhalb Deutschlands ausdehnt, bietet Lufthansa die Möglichkeit das Flugticket online in ein Deutsche Bahn Ticket umzuwandeln.

Erstattung des Flugpreises

Sollte Euer Flug gestrichen worden sein, dann könnt Ihr online das Flugticket stornieren und erhaltet somit Euren vollen Buchungspreis zurück.

Bodenpersonal am Flughafen streikt gegen Piloten

Der Lufthansa Streik schlägt nicht nur Fluggästen auf’s Gemüt, sondern auch dem Bodenpersonal am Flughafen, das die verärgerten Fluggäste betreuen muss. Viele Lufthansa Mitarbeiter beschweren sich über den zu lange andauernden Streik. Einschränkungen im deutschen Flugverkehr führten an vielen großen Flughäfen zu Stress und Ärger. „Was immer die Piloten herausholen, muss am Ende des Tages an anderen Stellen im Unternehmen gegenfinanziert werden“, sagte Rüdiger Fell, Mitglied des Lufthansa-Betriebsrates Vereinigung Boden, der Deutschen Presse-Agentur.

Gemeinsam entschloss sich der Betriebsrat für Bodenpersonal zum Streik gegen die Forderungen der Vereinigung Cockpit (VC) und organisierte für den gestrigen Mittwoch einen Streik. Laut Spiegel Online haben 400 Lufthansa-Beschäftigte vor der Unternehmenszentrale am Frankfurter Flughafen gegen die Forderungen der Piloten demonstriert. Zeitgleich haben die Lufthansa Piloten weiterhin für Ihre Ziele gekämpft und dagegen halten. Fell begründet den Aufruf zum Streik, den weder Verdi oder die Kabinengewerkschaft Ufo zugestimmt haben, mit Folgendem. „Die Piloten müssen uns und unsere Sorgen endlich wahrnehmen. Was sie als Erhöhung fordern, haben viele Kollegen an der Station Frankfurt als volles Gehalt.“

Wir sind gespannt, wann und vor allem mit welchem Ergebnis die Pilotenstreiks bei Lufthansa zu Ende gehen.