Pünktlich zu Beginn der Sommerferien ruft die Flugbegleitergewerkschaft Ufo zum Streik bei der Lufthansa. Der Vorsitzende der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (Ufo) Daniel Flohr wirft der Lufthansa vor, Gespräche mit der Kabinengewerkschaft konzernweit abzulehnen. In den nächsten Wochen soll zuerst bei der Tochtergesellschaft Eurowings (Germanwings) eine zweiwöchige Urabstimmung über die geplanten Streiks abgehalten werden. Anschließend soll konkret verkündet werden, wann, wo, wie lange und ob überhaupt Streiks in den Sommerferien stattfinden. Zudem sind weitere Streik-Abstimmungen der Gewerkschaftsmitglieder auch bei der Muttergesellschaft Lufthansa geplant.

Flughafen Anzeigetafel

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Lufthansa weist Streik-Ankündigungen zurück

Von Seiten Lufthansa herrscht Unverständnis für die Streik-Ankündigungen. Es gibt laut Aussagen des Konzerns derzeit keine offenen Tarifverträge mit der Kabinengewerkschaft. Allerdings herrschen bereits seit Monaten Unstimmigkeiten zwischen der Flugbegleitergewerkschaft Ufo und der Lufthansa. Konkret stellt Lufthansa die Ufo-Gewerkschaft als konstruktiven Tarifpartner in Frage. Im März dieses Jahres kündigte die Gewerkschaft Ufo schließlich die Tarifverträge mit der Lufthansa, die diese jedoch nicht anerkannt haben. Experten gehen davon aus, dass sich die Lufthansa gerichtlich gegen konkrete Streik-Ankündigungen seitens Ufo zur Wehr setzen wird.

Was Ihr tun könnt, wenn Euer Flug ausfällt

Derzeit steht noch nicht fest, ob Ihr im Juli wirklich mit Streiks rechnen müsst. Dennoch solltet Ihr die aktuelle Lage im Auge behalten und regelmäßig den Status Eures Fluges überprüfen. Wenn Euer Flug gestrichen wird, habt Ihr unter Umständen einen Anspruch auf eine Entschädigung von bis zu 600 Euro pro Person, insofern Ihr in weniger als 14 Tage vor Eurem Abflugtermin über einen Ausfall informiert werden solltet. Der selbe Entschädigungsanspruch gilt auch für Verspätungen ab drei Stunden. Auch unangekündigte Streiks des Flugpersonals befreit die betroffene Airline nicht von ihrer Entschädigungspflicht Euch gegenüber, beschloss der Europäische Gerichtshof im April 2018.