Kurios, aber wahr: Künstliche Intelligenz soll bei Koalas zum Einsatz kommen, genauer gesagt Gesichtserkennung. Die Tiere sind in vielen Regionen Australiens vom Aussterben bedroht. Anhand der „Volkszählung“ soll sich die Anzahl der Autounfälle mit Koalas verringern, berichtet DER SPIEGEL.

Australien Uluru
Der Uluru ist eines der Wahrzeichen Australiens. ©Maythee Voran/Shutterstock.com

Wer an Australien denkt, der hat mehrere Vorstellungen: Sydney, Uluru, Kängurus und… Koalas! Die baumbewohnenden Beutelsäuger mit ihren wuscheligen Ohren und ihren abgerundeten schwarzen Nasen sollen nun Versuchsobjekte werden.

Und das hat einen guten Grund: In vielen Teilen des Landes sind die Tiere vom Aussterben bedroht. Mithilfe der Gesichtserkennung anhand künstlicher Intelligenz sollen neue Erkenntnisse ans Licht kommen, um die Existenz der Koalas langfristig zu sichern.

Autounfälle verringern

Ein derzeitiges Problem: Koalas fallen oftmals Autounfällen zum Opfer, wenn die Tiere die Straßen überqueren. Daran möchte ein Forscherteam der australischen Griffith-Universität mit ihrem auf zwei Jahre angelegten KI-Pilotprojekt ansetzen.

Kameras sollen die Koalas in Zukunft erkennen können, dafür müssen die Geräte die Gesichtserkennungstechnologie „erlernen“. Geplant ist, 20 Kameras im Südosten von Queensland bei sogenannten grünen Korridoren aufzustellen.

Koalas und andere Tiere nutzen diese Korridore in der Art von Übergängen oder Tunneln, um auf die andere Straßenseite gelangen. Nun wollen die Forscher herausfinden, wann und wie oft Koalas diese Korridore benutzen.

Australien Koala
Koalas sollen besseren Schutz erhalten. ©Arnaud Martinez/Shutterstock.com

KI ist sehr leistungsstark

„Früher wurden auch schon Kameras aufgestellt, um die Koalakorridore zu überwachen“, so Jun Zhou, Leiter der Studie. „Aber jedes der aufgenommenen Videos musste manuell überprüft werden, um zu sehen, ob es sich bei den Tieren, die gefilmt wurden, auch wirklich um Koalas oder doch um andere Arten handelte.“

Dieser Schritt wird nun von der künstlichen Intelligenz übernommen und Menschen müssen nicht mehr extra unterscheiden, ob es sich um einen Koala handelt oder nicht.

Wie Zhou beschreibt, löst jede Kamerabewegung eine Bildaufnahme aus. Dieses Bild wird im Anschluss an einen Server der Griffith-Universität übertragen und dort im Anschluss von Computer-Vision- und Machine-Learning-Systeme verarbeitet.

Mittlerweile erkenne die leistungsstarke Technologie nicht nur, wenn ein Koala einen Korridor nutze, sondern weiß sogar, welcher Koala es genau war, so Zhou.

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Die Bebauung stellt ein Risiko für die Existenz der Koalas dar. ©Neale Cousland/Shutterstock.com

Koalas sind gefährdet

Die in den Gebieten entlang der australischen Ostküste lebenden Koalas gelten als gefährdete Tierart. Nicht nur das Überqueren der Straßen stellt eine Gefahr da, da die Tiere vor allem durch Abholzung, Bebauung sowie Buschbränden einem Risiko ausgesetzt sind.

Traurig, aber wahr: Laut eines von der World Wide Fund for Nature Australia (WWF) in Auftrag gegebenen Berichts sind in den tragischen Buschfeuern um die Jahreswende 2019/2020 mehr als 60.000 Koalas ums Leben gekommen.

Die Folgen des Klimawandels stellen ebenfalls eine Gefahr für das Leben der Koalas dar. Extreme Temperaturen und langanhaltende Dürren sind keine gute Bedingung für den Eukalyptus, den die Koalas fressen, da er dadurch trockener und härter wird.

Ihr wollt Urlaub machen, wisst aber noch nicht, wohin es gehen soll? Dann wagt einen Blick in unseren Artikel „Wohin kann man reisen?“, um einen Überblick der aktuellen Bestimmungen inklusive Quarantäne- und Test-Infos zu bekommen.

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