Einige Experten meldeten sich in den vergangenen Tagen mit guten Neuigkeiten zu Wort: Sommerurlaub soll dieses Jahr möglich sein. Sowohl der Kanzleramtschef, der Tourismusbeauftragte der Regierung, als auch der Vorstandschef des Reiseveranstalters TUI stehen dem positiv gegenüber.

Flughafen Schild
Könnten Flughäfen diesen Sommer wieder gefüllt sein? ©alice-photo/Shutterstock.com

Während der Glaube an einen diesjährigen Osterurlaub in Deutschland beim letzten Corona-Gipfel angeschlagen wurde, blicken einzelne Politiker sowie die Reisebranche dem Sommerurlaub positiv entgegen.

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) gab in der Bild am Sonntag bekannt, dass er Reisen im August für realistisch halte. „Ich rechne damit, dass die entlastende Wirkung durch das Impfen und durch den Beginn der warmen Jahreszeit im Mai spürbar sein wird“, so Braun.

Er erwähnte zudem, dass bereits zu Pfingsten die ersten positiven Effekte zu sehen sein sollten, sofern die Situation bis dahin nicht außer Kontrolle gerate. Einen Osterurlaub, inklusive den Vorschlägen der Bundesländer zu kontaktlosem Urlaub, hält Braun jedoch weiterhin für „nicht verantwortbar“.

Backpacking Frau Fluss
Helge Braun macht Hoffnung auf den Sommerurlaub. ©Mooshny/Shutterstock.com

Tourismusbeauftragter strebt nach Normalität

Thomas Bareiß (CDU), Tourismusbeauftragter der Regierung, äußerte sich ebenso optimistisch gegenüber dem Sommerurlaub. „Bis Juni werden wir viele Menschen geimpft haben. Deshalb hoffe ich, dass wir im Sommer mehr Normalität haben“, sagte Bareiß in einem Interview mit Zeit Online.

Einige Wochen zuvor glaubte Bareiß auch an einen Osterurlaub in diesem Jahr. Nun hofft er auf eine entspanntere Lage bis Pfingsten sowie bis zum Sommer. Er ist überzeugt, dass auch in diesem Jahr in Deutschland verstärkt Urlaub gemacht wird.

Wie steht es um ein Reiseverbot?

Ein Reiseverbot, welches die Bundesregierung in den letzten Tagen diskutiert und geprüft hat, hält Bareiß eher für unrealistisch. Dies begründet er mit der Betonung der Freizügigkeit, die Menschen in der Europäischen Union genießen dürften.

„Ich glaube, dass wir wenig über Verbote reden sollten. Wir sollten mehr darüber reden, wie wir Reisen möglich machen“, ergänzt Bareiß in einem Interview mit ntv Frühstart.

Außerdem gab die Bundesregierung hierzu inzwischen bekannt, dass ein solches Verbot nun vom Tisch sei – Urlaubsreisen bleiben trotz Pandemie grundsätzlich möglich.

Ein von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erteilter Prüfauftrag zur möglichen Unterbindung touristischer Reisen gelte derzeit formal als abgeschlossen, heißt es seitens eines Regierungssprechers auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Bus Reise Irland
Weniger Verbote, mehr Reisen – Bareiß setzt auf Optimismus. ©Irina Fischer/Shutterstock.com

TUI-Chef glaubt an den Sommer

Auch Fritz Joussen, Vorstandschef des Reiseveranstalters TUI, verspricht, dass Reisen in Europa in diesem Sommer wieder möglich sein werden. Die Nachfrage zum Sommerurlaub ist enorm.

„Der Markt ist da, die Kunden wollen reisen“, so Joussen bei der digitalen TUI Hauptversammlung. Die Hoffnung basiert auf Maßnahmen, die es letztes Jahr noch nicht gab, wie mehr vorhandenen Schnelltests, Impfungen und der neu beschlossenen Testpflicht in Deutschland.

Reiseveranstalter können nur hoffen

Zur Frage, wie sicheres Reisen ermöglicht werden könnte, sagte Joussen: „Ein europäischer Impfpass kann dabei helfen, Reisefreiheit wiederherzustellen. Daran besteht kein Zweifel.“

Übrigens: Angaben des Deutschen Reiseverbands zufolge, verzeichneten Reisebüros 2020 einen Rückgang im Umsatz von etwa 80 Prozent.

Fazit

Das Geschehen bleibt weiterhin dynamisch und dadurch schwer absehbar. Dennoch werden für den Sommerurlaub inzwischen einige Weichen gestellt – und genau das lässt nicht nur bloß hoffen, sondern gibt auch erste vorsichtige Perspektiven.

Ob ein EU-Impfpass, das Voranschreiten der Impfungen an sich, Reisekorridore, Tourismuskonzepte sowie Modellversuche in den Ländern, mehr Testungen und Möglichkeiten als je zuvor, die etablierten Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen oder verbesserte Inzidenzwerte. Sicherlich, noch ist Geduld gefragt, aber die zweite Jahreshälfte hält Veränderungen bereit.

Folge uns auf Google News