Rechtzeitig vor der Sommersaison gibt es nun eine Einigung zur europaweiten Einführung des digitalen Impfpasses. Das Dokument, in dem Corona-Impfungen gespeichert sind, soll der Tagesschau zufolge Ende Juni auf den Markt kommen und Urlaubern das Reisen mit dem Entfall der Quarantäne erleichtern.

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Die Sommersaison steht bevor. ©Pablo Debat/Shutterstock.com

Nun haben Reisende endlich Gewissheit: Das lang diskutierte EU-Impfzertifikat steht vor der Einführung. EU-Parlament und EU-Länder haben sich gemeinsam auf die Einzelheiten des Passes geeinigt, teilte die portugiesische Ratspräsidentschaft mit.

Das Dokument soll demnach Ende Juni 2021 – also gerade rechtzeitig vor der Sommersaison – erhältlich sein und Urlaubern das Reisen vereinfachen.

Reisefreiheit wiederhergestellt

Der digitale Pass soll Angaben des Reisenden zu dessen Impfungen als auch Informationen über Tests oder überstandene Corona-Infektionen enthalten.

Da alle EU-Staaten diesen Nachweis anerkennen, rückt die Reisefreiheit wieder mehr in den Mittelpunkt. So sprach EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakidis von einem „wichtigen Schritt, um Freizügigkeit in der EU so sicher wie möglich wiederherzustellen„.

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Habt Ihr Euren nächsten Urlaub schon geplant? ©Denis Belitsky/Shutterstock.com

EMA-Impfstoffe überall anerkannt

Lange Zeit war nicht klar, in welchem Maße EU-Länder selbst über die Restriktionen und Reiseerleichterungen entscheiden können. Die europäischen Staaten konnten nun aber einen Kompromiss finden.

Alle Impfstoffe, die von der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA zugelassen sind, werden dabei in allen EU-Ländern anerkannt. Ob darüber hinaus andere Impfstoffe wie aus China oder Russland ebenfalls akzeptiert werden, können die Staaten selbst entscheiden.

Im Notfall länderspezifische Regelungen

Laut dem Kompromiss sollen die Mitgliedsstaaten nicht die Entscheidungsgewalt über Ihre eigenen Regelungen verlieren und zusätzliche Beschränkungen wie etwa Quarantäne für negativ Getestete, Geimpfte oder Genesene im Notfall länderspezifisch umsetzen können, beispielsweise bei einer angespannten Infektionslage.

Die Forderung des Parlaments, allen Bürgern kostenlose Tests zu ermöglichen, konnte dagegen nicht umgesetzt werden. Nach Anhaben der Teilnehmer fordert der Kompromiss nur „erschwingliche“ Testmöglichkeiten.

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Der Impfpass steht vor der baldigen Einführung. ©dimbar76/Shutterstock.com

Keine Quarantäne bei Einreise

Auch die Quarantäneregelung wurde hierbei berücksichtigt: Reisende, die mit dem Impfpass eine Genesung, negative Testung oder Impfung nachweisen können, werden bei der Einreise in alle EU-Länder von der Quarantäne befreit.

Schon jetzt ist es in vielen Ländern für Deutsche möglich, ohne Quarantäne einzureisen. Dazu zählen unter anderem Griechenland, Italien und Österreich.

Einführung bis Ende Juni

Ein genaues Startdatum, wann der Impfpass in den einzelnen Ländern eingeführt wird, steht noch nicht fest.

Laut Bundesgesundheitsministerium gehe man von der „zweiten Hälfte des zweiten Quartals“, also von spätestens 30. Juni 2021, aus.

Die Staaten sind nun dafür verantwortlich, dass alle Daten zur Verfügung stehen, die für die Ausstellung des Zertifikats nötig sind. Vor allem für Länder, die kein volldigitalisiertes Gesundheitssystem haben, könnte dies eine Herausforderung sein.

Wenn Ihr mehr zum Thema Impfen und Reisen wissen wollt, lege ich Euch unseren Artikel zu „Reisen ohne & mit Corona-Impfung“ nahe. Informationen über aktuelle Bestimmungen inklusive Quarantäne- und Test-Infos bekommt Ihr dagegen im Artikel „Wohin kann man reisen?“.

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