Der Münchner Flughafen hat sich hohe Ziele gesteckt: Er will bis spätestens 2030 CO₂-neutral werden. Um das Fliegen nachhaltiger zu gestalten, tanken die Flugzeuge am Flughafen München ab Juni 2021 nun auch „grünes Kerosin“, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet.

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Fliegen und auf die Umwelt achten – geht das? ©06photo/Shutterstock.com

Reisen mit dem Flugzeug sind bei Umweltschützern eher weniger gern gesehen. Um das Fliegen etwas nachhaltiger zu gestalten, hat sich der Flughafen München etwas besonderes ausgedacht.

Ab dem 1. Juni 2021 werden die Flugzeuge in München auch sogenannte Sustainable Aviation Fuels (SAF) tanken.

Mit diesem Prinzip können die Airlines ihre CO₂-Emissionen senken, so der Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen München GmbH, Jost Lammers, in einer Pressemitteilung.

„Den grünen Treibstoffen fällt eine Schlüsselrolle auf dem Weg zu einer vollständigen Dekarbonisierung des Luftverkehrs zu.“ CO₂-Emissionen können mit dem Einsatz von SAF zwischen 70 und 100 Prozent gesenkt werden.

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Es könnte sein, dass die Ticketpreise in Zukunft steigen. ©Fabio Lamanna/shutterstock.com

Synthetisch hergestelltes Kerosin ist die Zukunft

Flugzeuge werden ab Juni mit einer Mischung aus konventionellem Kerosin und grünen Kraftstoffen, auch SAF-Blend genannt, betankt. Noch ist es für konventionelle Flugzeuge nicht möglich, komplett mit „grünem Kerosin“ zu fliegen.

Ob und wie Passagierflugzeuge auch zu 100 Prozent mit nachhaltigem Kraftstoff abheben können, wird derzeit vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und vom europäischen Flugzeugbauer Airbus getestet.

Am Flughafen München sollen zunächst sogenannte Biomass-to-Liquid-Kraftstoffe (BtL) zur Verwendung kommen, welche aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden.

Ticketpreise könnten steigen

Zukünftig sollen Flugzeuge mit Power-to-Liquid-Kraftstoffen (PtL), unter Einsatz von Wasser, Kohlendioxid und erneuerbarem Strom synthetisch hergestelltem Kerosin, fliegen.

Außerdem haben die Luftfahrtbranche sowie die Bundesregierung das Ziel ausgerufen, bis 2030 jährlich mindestens 200.000 Tonnen nachhaltiges Kerosin im deutschen Luftverkehr einzusetzen.

Der Haken an der Sache: PtL-Kraftstoffe sind nach heutigem Stand in der Herstellung etwa fünfmal so teuer wie normales Kerosin. Es könnte also sein, dass dann die Preise für Flugtickets steigen – zu Gunsten der Umwelt, aber zum Nachteil der Reisenden.

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Der Flughafen in München steckt sich hohe Ziele. ©alice-photo/Shutterstock.com

Münchner Flughafen bis 2030 klimaneutral?

Die Nutzung nachhaltiger Rohstoffe am Münchner Flughafen hat einen Grund: Man verfolgt das Umweltziel, den Airport bis 2030 komplett klimaneutral zu betreiben.

Langfristig steht die vollständige Reduktion aller CO₂-Emissionen auf Net Zero Carbon bis spätestens 2050 im Programm.

Nicht nur in München ist nachhaltiges Reisen angesagt, auch in Frankreich spielt umweltfreundliches Fliegen eine Rolle. Der Langstreckenflug von Paris nach Montreal war der erste, der mit einem Gemisch aus herkömmlichem Kerosin und 16 Prozent Biotreibstoff stattgefunden hat.

Als „grünes Kerosin“ ist Altspeiseöl zur Verwendung gekommen. Durch die Nutzung des alternativen Treibstoffs seien zwanzig Tonnen CO₂-Emissionen eingespart worden, so der Airportbetreiber ADP.

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