Aufgrund stark ansteigender Infektionszahlen greift Griechenland zur einer einschneidenden Maßnahme für die Bevölkerung: Ab Donnerstag gilt in Athen der harte Lockdown. Geschäfte und Schulen hatten erst Mitte Januar wieder geöffnet.

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Erst leichte Lockerungen, jetzt ein harter Lockdown. ©Anastasios71/Shutterstock.com

Lockdown gilt vorerst zwei Wochen

Wohingegen in Italien und Österreich mit der Bekanntgabe von Corona-Lockerungen ein Stück weit Normalität einkehren soll, sieht der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis keine andere Möglichkeit, als in der Landeshauptstadt den erneuten Lockdown auszurufen.

Man müsse alles unternehmen, um die dritte Corona-Welle zu vermeiden, so Mitsotakis am Dienstagabend in einer Fernsehansprache des Senders „Open TV“.

Diese Maßnahme gilt von Donnerstag an für den Großraum Athen und ist vorerst auf zwei Wochen begrenzt. Supermärkte, Apotheken und Tankstellen sind von der Maßnahme ausgeschlossen. Nachdem Geschäfte und Schulen erst Mitte Januar wieder öffnen durften, werden auch diese gezwungen, wieder ihre Türen zu schließen.

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Vorerst für zwei Wochen gilt der Lockdown. ©Roman Sigaev/Shutterstock.com

Verlassen des Hauses nur mit SMS

Kurios: Wer das Haus verlässt, um zum Beispiel zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen zu gehen, muss diesen Ausgang mit einer SMS an den Zivilschutz melden. Seit Beginn der Corona-Pandemie zielt die Regierung auf sofortige Maßnahmen ab. Bereits im vergangenen März und ab Anfang November galt ein weitgehender Lockdown im Land.

Auch wenn am Montag innerhalb von 24 Stunden 638 Neuinfektionen bekannt wurden und dieses Niveau als relativ gering eingestuft werden kann, ist die Lage angespannter als im Januar. Der Grund: Es sind registrierte Fälle von Corona-Mutanten im Umlauf. Dazu hat die schwere Finanzkrise Spuren im griechische Gesundheitssystem hinterlassen.

„Ich spüre die Nervosität nach all diesen Monaten, aber es gibt keine Wirtschaft ohne Gesundheit“, sagte der Premierminister. Vom Lockdown in der Region Attika, dem Großraum Athens, sind knapp vier Millionen Menschen betroffen.

Attika ist die bevölkerungsreichste Region in Griechenland, das rund elf Millionen Einwohner zählt.

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