Eines darf beim Italien-Urlaub natürlich nicht fehlen: Das leckere „gelato italiano“. Auch wenn es geschmacklich kaum vom Original zu unterscheiden ist, wird zum Teil auch nicht ganz regelkonform hergestelltes Eis verkauft. Wie travelbook berichtet, schaltet sich nun die Regierung ein. Hersteller, die extra viel Luft ins Eis mischen und sich an synthetischen Ersatzstoffen bedienen, werden bei Verstößen gegen die neuen Qualitätsregeln mit hohen Geldstrafen konfrontiert.

Italien Venedig Eis
Nichts geht im Urlaub über ein italienisches Eis. ©bissun/Shutterstock.com

Eine merkwürdige, gar witzige News und zur Abwechslung mal keine mit Corona-Bezug: Die Regierung Italiens möchte zu fluffiges Eis verbieten. Der Grund: Einige Hersteller sollen angeblich mit der Luftzufuhr deutlich übertreiben.

Aber warum wird überhaupt Luft in das Eis gepumpt? Ganz einfach: Es soll so fluffig wie möglich aussehen. Die Regierung fürchtet allerdings einen Qualitätsverlust, wenn zu viel Luft unter die Eismasse geschlagen wird.

Hohe Geldstrafen drohen

Daher hat der italienische Senat einen entsprechenden Gesetzentwurf eingerichtet. Wie das Wirtschaftsmagazin Forbes unter Berufung auf die italienische Tageszeitung Il Messaggero berichtet, soll das Eis von unter Verdacht stehenden Herstellern nun kontrolliert werden.

Dabei spielt es eine entscheidende Rolle, wie groß die Menge an Luft ist, die im Eis nachgewiesen werden kann. Wenn die maximal zulässige Menge von 30 Prozent überschritten wird, müssen Fabrikanten mit Geldstrafen von bis zu 10.000 Euro rechnen.

Venedig Gondola Sonnenuntergang
Wenn es um das Eis geht, ist bei Italienern Schluss mit lustig. ©muratart/Shutterstock.com

Eis hat in Italien Tradition

„Italienisches Speiseeis war schon immer eines der gastronomischen Symbole unseres Landes, zusammen mit Pasta und Pizza“, so der italienische Senator Riccardo Nencini laut „Forbes“ gegenüber der italienischen Tageszeitung „Il Messaggero“. „Aber in unserem Rechtssystem gibt es keine Anerkennung oder Schutz für handwerklich hergestelltes Speiseeis und für diejenigen, die es herstellen.“

Eis hat einen hohen Stellenwert in Italien. Und sind wir mal ganz ehrlich: Im Italien-Urlaub rechnet man ja schon damit, dass es sich um ein regelkonform hergestelltes Eis handelt, das man in Rom, Venedig oder sonst wo kauft und anschließend genießt, nicht wahr?

Die typische, italienische Eiscreme sollte nur Milch oder Milchprodukte, Eier und frische Früchte enthalten – nicht mehr und nicht weniger.

Verbot von synthetischen Ersatzstoffen

Damit das auch so bleibt, soll laut des neuen Gesetzentwurfs aber nicht nur die Luftmenge kontrolliert werden. Vorgefertigtes Pulver und Mischungen, denen nur Flüssigkeit oder Zucker zur Herstellung von Eis beigemischt werden müssen, sollen auch verboten werden.

Was ebenfalls die Qualität beeinträchtigt, sind synthetische oder billige Ersatzstoffe wie künstliche Farb- und Aromastoffe und bestimmte Fette. Diese sollen auch nicht mehr verwendet werden dürfen.

Eisdiele verschiedene Sorten
Italienisches Eis hat gewisse Qualitätsstandards. ©Kristi Blokhin/Shutterstock.com

Woran lässt sich gut hergestelltes Eis erkennen?

Nun fragt Ihr Euch bestimmt, wie Ihr gutes von billigem, künstlich hergestelltem Eis, unterscheiden könnt. Diese Frage lasse sich aber nicht pauschal beantworten, sagt Eis-Expertin Annalisa Carnio von Uniteis, der Union der italienischen Speiseeishersteller in Deutschland.

Der Aspekt, dass jeder Eishersteller unterschiedliche Rezepte und Zutaten aus verschiedenen Ländern hat, ließe nicht auf eine eindeutige Antwort schließen, so Carnio.

„Zum Beispiel können Milchprodukte aus Bayern oder aus Norddeutschland unterschiedlich schmecken. Im Norden weht die Meeresluft und im Süden die Bergluft. Dazu kommt, was die Kühe fressen.“

Auch die Wahrnehmung entscheidet über den Geschmack

Es habe auch viel mit der Wahrnehmung zu tun, wie ein Eis schmeckt, sagt die Eis-Expertin. „Es kommen so viele Faktoren zusammen, ob man ein Eis genießt oder nicht“. Sogar das Wetter würde eine Rolle spielen.

Eines ist jedenfalls klar: Intensives, pinkes Beeren-Eis oder grell-grünes Pistazien-Eis seien Zeichen für nicht-natürliche Zutaten.

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Wollt Ihr Euren Sommerurlaub in Italien verbringen? ©StevanZZ/Shutterstock.com

Fazit

Das neue italienische Gesetz zur Qualitätssicherung hört sich erst einmal kurios an, hat letztendlich aber seine Berechtigung. Wer will schon ein künstliches Eis im Italien-Urlaub essen? Wie Pizza und Pasta ist das „gelato italiano“ einfach ein kulinarisches Merkmal des Landes.

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