Alkoholverbot und Mallorca in einem Satz? Was für viele bisher kaum vorstellbar war, ist jetzt harte Realität: Die Regierung verbietet nun mit einer Gesetzesreform den „kostenlosen“ Alkoholausschank in All Inclusive Hotels auf Mallorca. Immer wieder hat die Partyzone am Ballermann mit exzessivem Alkoholkonsum und Müll auf den Straßen zu kämpfen. Mit dem neuen Verbot sollen diese Probleme nun behoben oder zumindest eingeschränkt werden. Welche Verbote in Kraft treten und was Ihr bei Eurer Reise nach Mallorca alles beachten müsst, erfahrt Ihr jetzt von mir.

Kein Alkohol auf Mallorca: Fehlt dadurch der Spaß?

Keine Alkohol-Flatrates mehr in Hotels

Jetzt wird auf der Partyinsel hart durchgegriffen: Mit der neuen Gesetzesreform „Balearic Agenda 2030“ verbietet die Regierung die Alkohol-Flatrates in All Inclusive Hotels. Das neue Gesetz gilt für die Playa de Palma, also den Ballermann, sowie den bei Urlaubern beliebten Orten Magaluf, S’Arenal und um „West End“ von Sant Anoni de Portmany. Dort dürfen alkoholische Getränke an der Hotelbar nur noch gegen Aufpreis angeboten werden also keine Alkohol-Flatrates und das damit verbundene endlose Trinken mehr.

Weiter geht es mit dem Verbot von Happy Hours und anderen Saufevents in Bars und Restaurants. Geschäfte oder Kioske dürfen außerdem von abends 21.30 bis morgens 8 Uhr keinen Alkohol verkaufen und Ausflüge mit Alkohol auf Partybooten sind ebenfalls verboten.

Mit diesen neuen und anderen bereits geltenden Regeln wird vor allem der exzessive Alkoholkonsum, der sogenannte Sauf-Tourismus, eingedämmt. Bei Verstößen ist mit drastischen Geldstrafen zu rechnen. Große Reiseveranstalter wie TUI verkauften in der Vergangenheit viele Partyreisen an den Ballermann und setzen den Fokus künftig eher auf entspannte Wellness-Angebote auf Mallorca, wie TUI-Konzernsprecher Aage Dünhaupt verrät.

Falls Ihr wissen wollt, wann Ihr wieder nach Mallorca reisen könnt, bekommt Ihr alle Infos in meinem Artikel. Weiter unten seht Ihr nochmal, welche Regelungen bereits für Urlauber gelten.

Mallorca El Arenal Strand Palme

Die neuen Regeln machen aus dem Ballermann einen ganz neuen Ort. ©Megapixeles.es/shutterstock.com

Keine Werbung mehr

Die gesamte Playa de Palma wurde zu einer „Zona d’Especial Interés Turístic “ erklärt, also zu einem Gebiet von besonderem touristischen Interesse. In dieser Zone soll zukünftig keine Werbung für Alkohol mehr zugelassen werden. Konkret bedeutet das: Egal ob Bier, Wodka oder Wein – ab sofort dürfen keine Alkoholflaschen mehr in den Schaufenstern präsentiert werden. Zusätzlich dürfen auch Sonderaktionen wie die beliebte „Happy Hour“ nicht mehr öffentlich angepriesen werden. Auch sogenannte Saufgelage am Strand oder öffentlichen Plätzen werden mit hohen Geldstrafen von bis zu 3.000 Euro geahndet.

Plastiktüten werden abgeschafft

Auch gegen die Umweltverschmutzung, die mit den Touristenmassen einhergeht, wird nun aktiv vorgegangen. Ein erster Schritt in diese Richtung ist das Verbot von Plastiktüten, die zukünftig nicht mehr in Geschäften und Hotels zum Einsatz kommen dürfen. Zusätzlich sollen auch Einwegflaschen in Hotels und Gaststätten abgeschafft werden. Damit sollen die übermäßigen Müllmassen gestoppt und bis 2020 um zehn Prozent verringert werden.

Verbot für Balconing

Die Gesetzesreform „Balearic Agenda 2030“ beinhaltet außerdem das Verbot des sogenannten Balconing. Immer wieder kam es in der Vergangenheit zu schweren Unfällen durch Touristen, die auf ihren Hotelzimmern von einem Balkon zum nächsten geklettert sind. Balconing hat sich in den letzten Jahren sogar zu einem richtigen Trend entwickelt, dem nun mit Geldbußen entgegengewirkt wird. Wer beim gefährlichen Klettern erwischt wird, wird künftig des Hotels verwiesen und bezahlt eine Strafe in Höhe von bis zu 600.000 Euro.

Briefmarken werden teurer

Wer Briefmarken auf Mallorca verschicken möchte, muss sich zukünftig auf ein höheres Porto einstellen. Seit letztem Jahr kosten die Standardbriefe ins EU-Ausland mit bis zu 20 Gramm fünf Cent mehr als vorher. Das bedeutet, dass Euch eine Briefmarke ins EU-Ausland statt 1,35 Euro ab sofort 1,45 Euro kostet. Wenn Ihr einen Brief im Inland versenden möchtet, bezahlt Ihr 65 Cent statt 55 Cent. Die Preiserhöhung entspricht für beide Fälle etwa neun Prozent.

Kostenlose Bus- & Bahnfahrt für Kinder

Alle Familien werden in Zukunft finanziell entlastet. Denn mit den Änderungen am Ballermann treten nicht nur neue Benimmregeln in Kraft, auch neue Regeln für die öffentlichen Verkehrsmittel wurden bestimmt. So dürfen Kinder bis zwölf Jahre die gelb-roten Überlandbusse, die Metro in Palma und die Züge auf ganz Mallorca kostenlos nutzen. Zusätzlich können Jugendliche bis 16 Jahre den gesamten öffentlichen Nahverkehr in Mallorca gratis nutzen.

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