Neuseeland geht auf Nummer sicher und verkündet, dass mit einer Grenzöffnung nicht in diesem Jahr zu rechnen sei. Reisekorridore mit Nachbarländern sollen zwar eingerichtet werden, der internationale Reiseverkehr stelle aber ein zu großes Risiko für Gesundheit und Wirtschaft dar. Nach zwischenzeitlich null Neuinfektionen im Land ist eine Neuseeländerin, die von einer Europareise zurückkehrte, nun positiv auf die neue, ansteckende Virusmutation aus Südafrika getestet worden.

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Internationaler Tourismus sei ein zu großes Risiko. ©Filip Fuxa/Shutterstock.com

Weiterhin kein Tourismus

Die Grenze soll geschlossen bleiben, und zwar für „einen Großteil des Jahres 2021“, verkündete Jacinda Ardern, Premierministerin Neuseelands, auf einer Pressekonferenz in Wellington. Damit macht es das Land dem Nachbarn Australien gleich, der vor wenigen Tagen ebenfalls beschlossen hat, die Grenzen erst im kommenden Jahr wieder öffnen zu wollen. Gleichzeitig werde man aber mit Australien und weiteren Ländern im Pazifik Reisevereinbarungen treffen, ergänzte die Regierungschefin Pläne, um zumindest hier den Flugverkehr aufrecht zu erhalten.

Eine größere internationale Öffnung sei abhängig von mindestens einem von zwei Faktoren – dem Verlauf der Impfungen sowie der Wirksamkeit. Den Reiseverkehr wolle man erst dann wieder aufnehmen, wenn die Bevölkerung umfassend geimpft und geschützt sei oder wenn das Virus durch den Impfschutz nicht weiterverbreitet werden könne. „Beide Möglichkeiten werden einige Zeit in Anspruch nehmen“, erklärte Jacinda Adern. Der Tourismus, der für Neuseeland ein wichtiger wirtschaftlicher Aspekt ist, bleibt damit vorerst eingefroren.

Die ersten Dosen des Impfstoffs der Firmen Biontech und Pfizer werden in Neuseeland erst Ende März erwartet, Massenimpfungen demnach erst zur Jahresmitte vollständig anlaufen und flächendeckende Impfungen der Bevölkerung sogar erst zum Jahresende ausreichend durchgeführt sein.

Neuseeland Schafe

Der Inselstaat kam bisher verhältnismäßig gut durch die Pandemie. ©Shay Yacobinski/Shutterstock.com

Kein Risikogebiet

Als Risikogebiet wird Neuseeland derzeit vom Auswärtigen Amt nicht gehandelt. Dafür gibt es zu wenig Infektionen – und das während des gesamten Pandemie-Verlaufs bisher. Mit Ausbruch und Verbreitung des Coronavirus meldete der Inselstaat im Südwestpazifik rund 100 Neuinfektionen pro Tag und bis heute weniger als 2.000 nachgewiesene Infektionen insgesamt. Das ist im internationalen Vergleich schon sehr wenig, doch gelang es den Neuseeländern zwischenzeitlich sogar die Neuinfektion auf Null zu setzen. Dadurch konnte auch das Leben im Land wieder weitestgehend seinen gewohnten Gang gehen.

Durch die Entdeckung der Virusmutation jetzt, steigt die Sorge, dass sich diese ausbreiten könnte. Die Kontakte der Reiserückkehrerin seien identifiziert und isoliert, teilte der zuständige Minister für die Covid-19-Bekämpfung, Chris Hipkins, mit.

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