Als erstes Bundesland überhaupt hat Niedersachsen einen sogenannten Sechs-Stufen-Plan zum Umgang mit der Corona-Pandemie vorgestellt. Dieser gibt Übersicht über alle Maßnahmen, die bei bestimmten Inzidenzwerten getroffen werden sollen. Lockerungen, zum Beispiel für Hotels und die Gastronomie, könnten ab Stufe 3 möglich sein. 

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Ein Sechs-Stufen-Plan ermöglicht einen strukturierten Umgang mit der Pandemie. ©dirkr/Shutterstock.com

Keine voreiligen Öffnungen, sondern einen Stufenplan 2.0 hat das Land Niedersachsen am Dienstag vorgeschlagen. Der Entwurf des norddeutschen Bundeslandes soll als Diskussionsgrundlage für Bund und Länder dienen. Dies erklärte Ministerpräsident Stephan Weil in einer Pressekonferenz.

Aktuell (Stand 02. Februar 2021) liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen im Landesdurchschnitt bei 77,7 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, was der Stufe 4 „Starkes Infektionsgeschehen“ im Sechs-Stufen-Plan entspricht. 

„Kein Lockerungsplan“

Ab dem Erreichen der Stufe 3 sind wieder Lockerungen möglich. Dennoch sei es „kein Lockerungsplan, sondern das ist ein Plan, wie es sein kann, wenn es besser wird und wenn es schlechter wird“, erklärte der Ministerpräsident. Bei einer Zunahme der Infektionszahlen müssen schnellstmögliche Maßnahmen getroffen werden, so Weil.

Lockerungen sind nur möglich, wenn die Zahlen weiter zurückgehen. Es ist von Bedeutung, auch auf mögliche Verschlechterungen der Lage vorbereitet zu sein. 

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Der Stufenplan orientiert sich an den aktuellen Inzidenzwerten. ©imageBROKER.com/ Shutterstock.com

Die sechs Stufen im Überblick Lockerungen ab Stufe 3

Der vorgeschlagene Stufenplan orientiert sich an den Inzidenzwerten und betrifft 40 Bereiche des öffentlichen Lebens. Je nach deren Höhe werden unterschiedliche Regelungen getroffen, die explizit auf der Website der Staatskanzlei von Niedersachsen festgehalten sind. Bisher galt erhöhte Vorsicht ab einem Inzidenzwert von 35. Von nun an zählt in Niedersachsen der Wert 25. Ob dieser Richtwert in Zukunft auch für Gesamtdeutschland gilt, bleibt abzuwarten.

  1. Stufe: Geringes Infektionsgeschehen = Inzidenz unter 10
  2. Stufe: Erhöhtes Infektionsgeschehen = Inzidenz über 10, aber unter 25
  3. Stufe: Hohes Infektionsgeschehen = Inzidenz über 25, aber unter 50
  4. Stufe: Starkes Infektionsgeschehen = Inzidenz über 50, aber unter 100
  5. Stufe: Sehr starkes Infektionsgeschehen = Inzidenz über 100, aber unter 200
  6. Stufe: Eskalierendes Infektionsgeschehen = Inzidenz über 200 oder R-Faktor über 1,2

Bei sinkenden Infektionszahlen ist es möglich, schrittweise zur Normalität zurückzukehren. Die Unterschreitung von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche, also Stufe 3, wäre der Zeitpunkt, an dem erste Geschäfte unter Hygiene-Auflagen geöffnet werden können. Darunter fallen Gastronomie, Hotels und Schulen. Der Einzelhandel soll nur unter Vorbehalt wieder öffnen dürfen. 

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Die Hotellerie leidet weiterhin unter finanziellen Problemen. ©oatawa/Shutterstock.com

Was bedeutet der Entwurf für die Gastronomie und Hotellerie?

Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA Niedersachsen, Rainer Balke, sieht dem Entwurf Niedersachsens kritisch entgegen. Die Situation ist nun schon herausfordernd genug für die gesamte Branche. Diese wird sich im Vergleich zum letzten Jahr weiter verschlechtern, denn Besserungen sind nicht in Sicht. Auch wenn es zu einer Öffnung der Hotels und Gaststätten kommen sollte, werden weiterhin Probleme auf wirtschaftlicher Ebene für Geschäfte gegenwärtig sein. 

Diskussion über Stufenplan in Bund-Länder-Meeting

Am 10. Februar findet die nächste Corona-Konferenz von Bund und Ländern statt. Dort wird Niedersachsen den Entwurf ihres Corona-Stufenplans vorschlagen, denn das Bundesland gilt als Befürworter bundeseinheitlicher Regelungen im Umgang mit der Pandemie. „Veränderungen bleiben dabei immer möglich“, denn der Entwurf gebe lediglich Orientierung, so Ministerpräsident Stephan Weil. 

Bislang ist der bundesweite Lockdown bis zum 14. Februar befristet.

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