Die Bundesländer im Norden wollen Urlaubsmöglichkeiten im Inland schaffen. Deshalb lautet ihr Vorschlag passend zum Bund-Länder-Gipfel, kontaktlosen Urlaub zu Ostern zu ermöglichen. Außerdem soll eine Quarantäne-Pflicht für alle Auslandsreisenden anstehen, zumindest wenn es nach der SPD geht.

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Mecklenburg-Vorpommern setzt sich für den Osterurlaub im eigenen Bundesland ein. ©Phil Stev/Shutterstock.com

Heute ist es soweit: Der nächste Corona-Gipfel zwischen Bund und Ländern steht an. Und wenn es nach vielen Bundesländern geht, soll es endlich Lockerungen in der Tourismusbranche geben, die von der Corona-Pandemie schwer angeschlagen ist.

Dass nach bisherigen Regelungen noch kein Osterurlaub in Deutschland möglich ist, stößt bei immer mehr Ländern auf Kritik. Wie die Lübecker Nachrichten berichteten, setzen sich nun Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen vor der heutigen Bund-Länder-Konferenz für Urlaub an Ostern im eigenen Land ein.

„Wer beispielsweise von Rostock nach Rügen fährt und mit seiner Familie die Ostertage in einem Ferienhaus verbringt, ist keinen zusätzlichen Ansteckungsgefahren ausgesetzt“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD).

Der Vorschlag der Bundesländer an Deutschlands Küsten sieht vor, dass kontaktloser Urlaub, also vor allem Aufenthalte in freistehenden Ferienunterkünften oder in einem Camper, ermöglicht werden sollte. Diese Art von Urlaub wird wohl auch nur Menschen aus den jeweiligen Bundesländern selber gewährt. Die reisebedingte Bewegung quer durchs Land soll damit klein gehalten werden und kontrollierbar bleiben.

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Osterurlaub auf Mallorca, aber nicht in Deutschland? ©Cristian Balate/Shutterstock.com

Nach Mallorca, aber nicht an Ost- und Nordsee?

Zur Tatsache, dass problemlos nach Mallorca gereist, aber nicht innerhalb Deutschlands Urlaub gemacht werden kann, haben sich auch einige Ministerpräsidenten zu Wort gemeldet.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) könne nicht nachvollziehen, weshalb laut der Bundesregierung ein Urlaub auf Mallorca sicherer sei als ein Osterwochenende in einer Ferienwohnung an Nord- oder Ostsee – das übrigens mit einer Testpflicht verbunden sein soll.

„Wir müssen angesichts bundesweit steigender Infektionszahlen weiter vorsichtig und achtsam sein“, ergänzte Günther und dämpfte damit die Erwartungen. Denn die Zahlen sind in den letzten Wochen weiter gestiegen, was einen positiven Entschluss von Bund und Ländern zum innerdeutschen Osterurlaub eher unwahrscheinlich macht.

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Vom heutigen Corona-Gipfel sind keine großartige Beschlüsse zu erwarten. ©canadastock/Shutterstock.com

Bald Quarantänepflicht für alle Auslandsreisenden?

Der neue bundesweite Inzidenzwert liegt laut Robert Koch-Institut momentan bei knapp über 100 Fällen je 100.000 Einwohnern (Stand: 22. März 2021).

Um dieser Zunahme an Infektionszahlen entgegenzuwirken, hat die SPD einen Entwurf für den heutigen Corona-Gipfel vorgestellt. Dieses Papier soll eine verpflichtende Quarantäne sowie regelhafte Tests für alle Heimkehrer vorschreiben – egal ob es sich um ein Risikogebiet handelt oder nicht.

„Reisen, insbesondere Urlaubsreisen ins Ausland müssen daher unabhängig von Inzidenzen im Zielland mit einer epidemiologisch gebotenen Quarantäne und einer Testpflicht vor Rückreise und bei Einreise in die Bundesrepublik Deutschland verbunden sein“, heißt es im Entwurf weiter.

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Ob der Entwurf der SPD zur Quarantänepflicht Bestand haben wird, ist zu bezweifeln. ©gg-foto/Shutterstock.com

Entwurf rechtswidrig?

Für Hotels in Deutschland sieht es weiterhin schlecht aus. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Corona-Einschränkungen von Anfang März bis in den April verlängert werden. Ein genaues Datum ist dem Entwurf jedoch nicht zu entnehmen.

Ob sich die Küstenländer in Deutschland dennoch Hoffnungen machen dürfen? Immerhin befinden sich dort die Inzidenzzahlen auf einem konstant niedrigen Niveau. Und nach Mallorca darf ja immerhin auch gereist werden.

Und die mögliche Quarantänepflicht? Dieses Vorgehen sei vor Gericht nicht haltbar, meinen Politiker sowie Experten. „Dass man Menschen, die aus Gebieten mit geringeren Inzidenzwerten als Deutschland anreisen, anschließend in Quarantäne schicken kann, ist rechtswidrig!“, entgegnete FDP-Vize Wolfgang Kubicki bei Anne Will.

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