Die Balearen sind seit Sonntag kein Risikogebiet mehr, Urlaub ist möglich, Airlines und Anbieter reagierten prompt. Doch wie steht es um Öffnungen und Osterurlaub in Deutschland? Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet äußert sich vorm Corona-Gipfel wenig optimistisch zu den Chancen baldiger touristischer Lockerungen.

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Ab nach Malle: Die Balearen sind kein Risikogebiet mehr. ©pixelliebe/Shutterstock.com

Am Freitag, 12. März, hat das Robert Koch-Institut (RKI) bekanntgegeben, dass die Balearen nicht mehr als Risikogebiet eingestuft werden. Aufgrund der sinkenden Infektionszahlen wurde die Reisewarnung aufgehoben. Eine Reise ins Ausland, nach Mallorca, ist demnach möglich, ohne nach Rückkehr in Quarantäne zu müssen.

Doch kritische Stimmen werden lauter. Bezüglich eines Mallorca-Urlaubs meint zum Beispiel Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen: „Ich würde nicht jedem empfehlen, jetzt dahin zu reisen.“

Die steigende Neuinfektionsrate in Deutschland verunsichert die Politik. Neben Laschet haben sich auch Politiker aus Bayern und Niedersachsen zur Mallorca Thematik geäußert.

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Bundesländer fordern Testpflicht für Mallorca-Rückkehrer. ©Horth Rasur/Shutterstock.com

Gebremster Urlaubsoptimismus vor Ostern

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verlangt eine bundeseinheitliche Testpflicht für diejenigen, die nach ihrem Urlaub von Mallorca zurückkehren. „Es wäre sehr sinnvoll zu überlegen, ob man da eine Testpflicht hat“, so Söder. Denn wenn nicht, wäre das „kein gutes Signal“.

Dementsprechend möchte Bayern genügend Testkapazitäten an seinen Flughäfen sichern, sodass Mallorca-Rückkehrer vor Ort getestet werden können. Söders Skepsis für jetzigen Osterurlaub – erst recht im Ausland – schwingt jedoch in Optimismus in Bezug auf Pfingsten und den kommenden Sommer um.

Anke Pörksen (SPD), Regierungssprecherin von Niedersachsen, verkündete gestern, dass das Bundesland ebenfalls eine Testpflicht für Mallorca-Urlauber erwägt. „Diesem Risiko müsste man sich nicht aussetzen“, so Pörksen. Sie betonte, dass alle, die sich zu einer Balearen-Reise entscheiden, sich über das hohe Risiko bewusst sein sollten.

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Es bleibt fraglich, inwiefern innerdeutscher Tourismus gelockert wird. ©Sina Ettmer Photography/Shutterstock.com

Lockerungen für Tourismus nach der Corona-Konferenz?

Für den inländischen Tourismus in Deutschland sieht es derzeit bekanntlich immer noch anders aus. Das Gastgewerbe war bisher bei den Öffnungsschritten nicht berücksichtigt worden, es gilt weiterhin ein Lockdown mit entsprechenden Schließungen und Maßnahmen.

Ändern sollte sich das planmäßig zu Ende März. Dann, wenn die nächste Ministerpräsidentenkonferenz mit der Bundeskanzlerin am Montag, 22. März, ansteht, und weitere Strategien für den Umgang mit der Corona-Krise besprochen werden. Unter anderem auch – so die Erwartungen vieler, welche Perspektive Hotels und Co in den kommenden Wochen zu erwarten haben.

Armin Laschet, Ministerpräsident und CDU-Bundeschef, verkündet nun jedoch in Düsseldorf, dass er kaum Chancen für eine baldige Öffnung des innerdeutschen Tourismus sehe.

Anders sah das zuletzt noch der Tourismusbeauftragter der Regierung, Thomas Bareiß (CDU). Er teilte seinen Optimismus bezüglich des Osterurlaubs mit. Bareiß geht von baldigen Lockerungen für deutsche Hotels nach dem 22. März aus.

Fazit

Es ist ein Hin und Her. Der Umstand nach Mallorca reisen zu können, doch innerhalb Deutschlands nicht, führt zu einer seltsamen Situation. Die aktuellen Aussagen der Ministerpräsidenten – allen voran Armin Laschet – wirken, als würde der Tourismusbranche weiterhin keine Perspektive geboten werden können.

Der deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) forderte bereits eine klare Öffnungsstrategie und zog gar eine Klage gegen die vergangenen Corona-Beschlüsse in Betracht.

Nach knapp sieben Monaten im Lockdown ist es jedoch weiterhin schwierig, die Lage zu beurteilen. Urlaub ist zwar zum Beispiel auf Mallorca möglich, trotz allem beharrt die Bundesregierung darauf, dass Reisen so gut es geht vermieden werden sollten.

Wie es endgültig um einen möglichen Osterurlaub stehen wird, erfahren wir spätestens nach der Konferenz am kommenden Montag.

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