Ein digitaler Impfpass, um bald wieder unbeschwert in Europa reisen zu können? Neben dem gesundheitlichen Aspekt, den er laut Staats- und Regierungschefs der EU primär erfüllen soll, könnte der Pass künftig auch das Reisen wieder erleichtern. Allerdings würden die Vorbereitungen dafür wohl mindestens noch drei Monate dauern, davon geht unter anderem EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen aus.

Griechenland Samos Kokkari

Griechenland ist ein Befürworter des Impfpasses. ©Nejdet Duzen/Shutterstock.com

Die Entscheidung war klar: Ein digitaler EU-Impfpass soll kommen. Dies haben die Staats- und Regierungschefs der EU am Donnerstag in einer Videokonferenz beschlossen. Zwar werden weiterhin Reisebeschränkungen gelten, mit dem neuen europaweiten Impfpass könnten Reisen aber wieder einfacher möglich sein.

Die Frage ist nur: Ab wann soll es diesen Impfpass geben? Den Aussagen der EU-Staaten solle dies relativ zeitnah erfolgen. „Die politische Vorgabe ist, dass man das in den nächsten Monaten erreicht, ich habe ja von drei Monaten gesprochen“, sagte die Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Pressekonferenz nach der Beratung.

Auch EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen sprach von diesem Zeitraum und dämpfte damit die Erwartungen von all denjenigen, die schon zu Ostern mit einem solchen Pass gerechnet haben. Nun müssten erst einmal die Vorbereitungen dafür abgeschlossen werden, so von der Leyen.

Österreich Vorarlberg Lünersee

Österreich erhofft sich von einem europaweiten Impfpass die baldige Rückkehr der Reisefreiheit. ©Dr. Suleman Merchant/Shutterstock.com

Vorteile für Geimpfte?

Geimpfte könnten durch den international anerkannten Pass von weiteren Vorteilen profitieren. Bereits jetzt gibt es in manchen EU-Staaten wie Polen und Rumänien schon Reise-Erleichterungen für Urlauber, die beispielsweise geimpft sind. Dass es bald weitere solcher Erleichterungen gibt, darauf hoffen auch viele andere Länder wie Griechenland und Österreich, die vom Tourismus profitieren wollen.

„Wir wollen möglichst schnell wieder zurück zur Normalität, unser altes Leben wiederhaben und ein Maximum an Freiheit“, so der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz via Twitter. Damit meint Kurz auch die Reisefreiheit, die momentan aufgrund der Risikogebiete noch stark eingeschränkt ist.

Mallorca Cala Agulla

Die Balearen werden voraussichtlich ab Mai mit einem Impfpass an den Start gehen. ©Tono Balaguer/Shutterstock.com

Können Geimpfte das Virus weitergeben?

Bislang steht zwar der Entschluss, einen europaweiten Impfpass einzuführen. Zur Tatsache, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis dieser erhältlich ist, kommen aber zusätzliche Bedenken über seine Wirksamkeit sowie Einsatzbereiche.

Die Frage ist nämlich weiterhin: Können Geimpfte das Coronavirus weitergeben oder nicht? Sollten Geimpfte Reise-Erleichterungen erhalten, wenn sie trotzdem zur Verbreitung des Virus beitragen können?

Unabhängig davon ist klar, dass Geimpfte im Zusammenhang mit dem geplanten Pass einen personalisierten QR-Code bekommen und alle Impfungen in einer Datenbank registriert werden sollen.

Erst kürzlich wurde bekannt, dass die Balearen laut des Mallorca Magazins ab Mai planmäßig mit einem Impfpass an den Tourismus-Neustart gehen wollen. So soll der für die Inselgruppe wirtschaftlich so wichtige Tourismus wiederbelebt werden. Andere Länder im Mittelmeerraum könnten bald nachziehen.

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