Update (22. April 2021): Lübecker Bucht und Büsum haben den für ursprünglich 19. April 2021 geplanten Beginn der Modellprojekte verschoben. Die Wiedereröffnung von Restaurants, Ferienwohnungen und Freizeiteinrichtungen an der Lübecker Bucht wird vorerst auf unbestimmte Zeit ausgesetzt, wie das Reisemagazin fvw berichtet.

Grund dafür sind weiter ansteigende Inzidenzwerte in der Region. Büsum verschiebt den kompletten Start um knapp einen Monat auf den 10. Mai diesen Jahres. Der Beginn im Kreis Nordfriesland und in der Schleiregion ändert sich hingegen nicht.

Vier ausgewählte Regionen dürfen in Schleswig-Holstein ab dem 19. April wieder touristisch aktiv werden. Wie der Tourismusminister Bernd Buchholz bekannt gab, handelt es sich dabei um den Kreis Nordfriesland mit seiner Ferieninsel Sylt, der Dithmarscher Urlaubsort Büsum, die Schleiregion samt Eckernförde sowie die innere Lübecker Bucht. Zusätzlich öffnet am heutigen Montag die Außengastronomie im Bundesland. Erlaubt sind Urlauber von überall.

Sylt Ellenbogen Leuchturm
Sylt gilt fortan als Tourismus-Modellregion. ©Michael Thaler/Shutterstock.com

Positive Nachrichten aus dem Norden Deutschlands: Nachdem kürzlich gute Wetterprognosen für den deutschen Sommer gewagt wurden, geht es nun auch voran im Bezug auf den Tourismus.

Der Wirtschafts- und Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP) erklärte am Freitagnachmittag den Kreis Nordfriesland mit seiner Ferieninsel Sylt, den Dithmarscher Urlaubsort Büsum, die Schleiregion samt Eckernförde sowie die innere Lübecker Bucht für die kommenden Monate zu Tourismus-Modellregionen.

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Großes Interesse

Einher gingen Beratungen mit Verantwortlichen der Tourismusbranche und innerhalb der Regierungskoalition. Das Interesse an diesem Modellkonzept war groß: Insgesamt zwölf Kreise, Städte, Gemeinden und Regionen hatten sich dafür beworben.

Nicht ausgewählt wurden Kiel, Grömitz, Wangels (Weißenhäuser Strand), der Kreis Herzogtum Lauenburg und die Insel Helgoland sowie ein Einzelunternehmen.

Sylt Fussabdrücke Sand
Das Interesse an den Modellprojekten ist groß. ©Animaflora PicsStock/Shutterstock.com

Wissenschaftliche Begleitung

Die anstehenden Öffnungsschritte in den ausgewählten Regionen an Nord– und Ostsee werden wissenschaftlich begleitet. Eine Voraussetzung dafür, dass alles wie geplant ablaufen kann, ist eine niedrige Inzidenzzahl.

Innerhalb von sieben Tagen dürfen nicht mehr als 100 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Bewohner auftreten und Kliniken nicht überlastet sein. Zusätzlich bedarf es der Zustimmung der jeweiligen Gesundheitsämter.

„Das heißt auch, dass im Ernstfall – unabhängig vom Inzidenzwert eines Kreises – jedes Modellprojekt durch das Veto des örtlichen Gesundheitsamtes abgebrochen werden kann und die Gäste nach Hause geschickt werden“, so Minister Buchholz.

Ganz wichtig: Touristen müssen also damit rechnen, den Urlaub im Ernstfall vorzeitig zu beenden – und das ohne Ausnahme.

Startschuss ist der 19. April

Wenn der jeweiligen Zustimmung nichts im Wege steht, dürfen die Modellregionen ab dem 19. April 2021 Touristen beheimaten. Nur im Kreis Nordfriesland findet der Start etwas später statt. Hier wurde der 1. Mai 2021 ausgerufen.

Alle Modellkonzepte zur Bewirtung von Touristen gelten zunächst nur für vier Wochen. Wenn alles wie geplant und ohne Zwischenfälle ablaufen kann, besteht die Möglichkeit einer Verlängerung.

Corona Test
Es gelten spezielle Testvorschriften. ©Cryptographer/Shutterstock.com

Test-Kapazität deutlich erhöht

Buchholz zeigt sich optimistisch. „Die von uns einmütig ausgewählten Bewerber haben allesamt gute und ambitionierte Konzepte vorgelegt, mit denen sich nach unserer Überzeugung beweisen lässt, dass ein sicherer Tourismus trotz Pandemie möglich ist“.

Was für den sicheren Urlaub im Norden Deutschlands spricht, ist die erhöhte Test-Kapazität in den Kommunen. Es sei ein wesentlicher Bestandteil, diese gegenüber zum jetzigen Zustand deutlich zu erhöhen.

Gäste von überall zugelassen

Sind die Voraussetzungen für einen sicheren Urlaub gegeben und die Gesundheitsämter geben grünes Licht, dann sind nicht nur Urlauber aus Schleswig-Holstein, sondern von überall zugelassen.

Eine Voraussetzung für alle Urlauber sei ein negatives Testergebnis. Dieses müsse bei der Anreise vorgezeigt werden, so der Geschäftsführer des Ostseefjords Schlei, Max Triphaus. Nach spätestens drei Tagen in der Region sei ein weiterer Corona-Test vorgeschrieben. Danach seien anschließende Tests alle vier Tage notwendig.

Deutschland Sylt Restaurant
Nicht alle Gastronomen öffnen im Bundesland. ©Pawel Kazmierczak/Shutterstock.com

Außengastronomie geöffnet – aber nur bedingt

Von heute an ist es Schleswig-Holsteins Gastronomen wieder gestattet, Gäste im Freien zu bewirten. Voraussetzung ist auch hier allerdings eine stabile Sieben-Tage-Inzidenz unter 100.

Auch wenn sich die Öffnungsschritte erst einmal positiv anhören: Für Gastronomen ist alles mit einem großen Aufwand verbunden. Zudem rechnet es sich nicht für alle Restaurants, nur die Außenbereiche zu öffnen, zumal auch noch nicht sicher ist, wie lange die Maßnahmen überhaupt gelten.

Der Gastronom Hans Peter Blöser aus Dahme (Nordsee, Kreis Ostholstein) öffnet auch heute wieder. Mit Corona-Sicherheitsabstand kann er aber genau vier Tische in seinem Außenbereich aufstellen.

„Was mache ich bei Regen? Da könnte ich meine Mitarbeiter wieder nach Hause schicken. Die Kalkulation ist nicht richtig“, so Blöser. Vorerst würden sich daher nur zwei Mitarbeiter um den Außenbereich kümmern.

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