Ab Montag, den 19. April 2021, stehen in der Schweiz in mehreren Bereichen Lockerungen an – und das, obwohl die Inzidenz im Land seit Wochen steigt. Die Stimmung in der Bevölkerung habe bei der Entscheidung eine ausschlaggebende Rolle gespielt, so der Bundesrat Alain Berset. Restaurants und Bars dürfen ihre Terrassen wieder öffnen, Kultur- und Freizeitbetriebe sowie Sportanlagen sogar ihre Innenräume, wie die Tagesschau berichtet.

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In der Schweiz stehen ab kommendem Montag Lockerungen an. ©canadastock/Shutterstock.com

Lockerungen trotz dritter Welle – ein eher ungewöhnlicher Weg. Steigende Infektionszahlen halten die Schweiz aber nicht davon ab, einige Corona-Maßnahmen zu lockern und einzelne Bereiche teilweise zu öffnen. Laut Merkur.de beträgt die momentane Sieben-Tage-Inzidenz im Land 177,9.

Ab kommendem Montag, den 19. April, dürfen Restaurants und Bars ihre Terrassen öffnen, Kultur- und Freizeitbetriebe sowie Sportanlagen dürfen sogar ihre Innenräume nutzen.

Weiterhin Vorsicht geboten

Lockerungen sollen aber auch an den Universitäten stattfinden. Präsenzveranstaltungen sollen ab nächster Woche mit bis zu 50 Prozent der Normalbesetzung erlaubt werden.

Beim Verkünden der Maßnahmen wies der Bundesrat Alain Berset aber gleichzeitig darauf hin, dass Vorsicht weiterhin oberste Priorität habe. Abstandsregeln sowie Hygienevorschriften sind einzuhalten. „Die Situation in der heutigen Zeit bleibt ziemlich fragil und jeder Öffnungsschritt ist ein Risiko, das ist klar. Deshalb müssen wir vorsichtig bleiben“, so der Bundesrat.

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Die Lockerungen hätten eigentlich schon vor drei Wochen stattfinden sollen. ©Iakov Kalinin/Shutterstock.com

Lockerungen schon früher geplant

„Aber wenn wir richtig aufpassen, und die Maßnahmen sind gut umgesetzt, muss es möglich sein, ohne Jo-Jo-Effekt wirklich eine gute Entwicklung zu haben – parallel mit der Entwicklung der Testung und auch mit der Entwicklung der Impfung“, ergänzte Berset.

Normalerweise hätten die geplanten Lockerungen schon früher stattfinden sollen, diese waren bereits vor drei Wochen vorgesehen. Aufgrund der dritten Welle mussten diese aber verschoben werden.

Nun sollen trotz steigender Infektionszahlen Öffnungsschritte erfolgen. Dies liege einerseits am Vertrauen, dass man in die Bevölkerung setze und andererseits an der vergrößerten Testkapazität, so Berset.

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In Deutschland ist die Zahl an Erstgeimpften höher als in der Schweiz. ©PHAWINEE K/shutterstock.com

Stimmung in der Bevölkerung entscheidend

Es gibt aber noch weitere Gründe: Der Schweizer Bundesrat gestand ein, dass auch die Stimmung in der Bevölkerung eine nicht unerhebliche Rolle bei der Entscheidung gespielt habe. „Es ist uns allen klar, dass wir heute nach dreizehn, vierzehn Monaten in dieser Situation wirklich an der Grenze sind. Wir können nicht mehr“.

Hoffnung wird auch in die Impfkampagne gesetzt, obwohl sich die Geschwindigkeit beim Impfen in der Schweiz sogar leicht verlangsamt hat. Im Land sind bisher knapp 13 Prozent der Einwohner mindestens ein Mal geimpft, in Deutschland sind es dagegen schon 17 Prozent.

In der Schweiz sei nun eine sehr hohe Impfbereitschaft entscheidend, um die Situation im Griff zu behalten. „Wir haben vor allem wirklich viele Dosen, die jetzt im April, aber vor allem im Mai und Juni kommen“. Vakzine sollen wie versprochen fristgerecht geliefert werden.

Studien machen Hoffnung auf baldiges Reisen

Der mögliche Sommerurlaub in 2021 ist weiterhin ein viel diskutiertes Thema. Experten sind zuversichtlich, dass Urlaub in diesem Sommer möglich ist. Auch neueste Studien machen Hoffnung auf ein baldiges Ende des Reisebanns. Wenn alles gut läuft, könnte sich die angespannte Situation in der Reisebranche schon im Juli erholen.

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