Geimpfte werden einer Studie des IBM Institute for Business Value wahrscheinlich schneller wieder verreisen als Nicht-Geimpfte. Es werden Prognosen für den Rest des laufenden Jahres gewagt, dass es Hoffnung auf ein baldiges Ende des Reisebanns gibt. Vor allem die Impfungen machen Mut, ergeben Daten der UNWTO sowie ein Blick auf den Impffortschritt in Deutschland.

Flugzeug Terminal
Impfungen machen Hoffnung auf baldige Besserungen. ©Nick Starichenko/Shutterstock.com

Impfungen als Schlüssel zur Normalisierung – liegt darin die Hoffnung der gesamten Reisebranche? Aus neuen Studien wie der des IBM-Instituts würden sich „vielversprechende Zeichen am Horizont“ ableiten lassen.

Aber nun etwas ausführlicher: IBM befragte rund 15.000 Erwachsene aus neun Ländern, darunter Deutschland. Das Resultat: Der Anteil an Menschen, die in den nächsten sechs Monaten verreisen wollen, sei bei Geimpften wesentlich höher als bei Ungeimpften. Genauer gesagt sei der Prozentsatz fast doppelt so hoch.

Wohingegen sich Menschen über 55 Jahren im Bezug aufs baldige Verreisen eher zurückhaltender zeigten, präsentierten sich jüngere Menschen im Alter zwischen 25 und 29 Jahren reiselustiger.

Dennoch belegte die Umfrage, dass auch ein nicht unerheblicher Teil an Geimpften längerfristig zu Hause bleiben wird. Ein Viertel der Befragten würde in diesem Jahr – unabhängig davon, ob sie geimpft sind oder nicht – gar nicht mehr verreisen wollen.

Hotel Sterne
Hotels sehnen sich nach Normalität. ©Photobank gallery/Shutterstock.com

Branche stark getroffen

Dass es die gesamte Reisebranche momentan nicht leicht hat, ist jedem bewusst. Schon das letzte Jahr war ein Tiefpunkt für Hotels, Reisebüros und Co. Leider bleiben auch die großen Fortschritte in 2021 aus, was die Daten der UNWTO zeigen.

Im Januar wurde ein weltweiter Rückgang an internationalen Touristenankünften von 87 Prozent gemessen. Dies ist ein Minus von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Ausgabe des UNWTO-Welttourismusbarometers verzeichnete in allen Regionen der Welt im ersten Monat des Jahres 2021 weiterhin starke Rückgänge bei den Touristenankünften.

Risikogebiete, Quarantäne und Co.

Dafür verantwortlich sind unter anderem neue Virusvarianten, eingeführte Reisebeschränkungen und Risikogebiete. Was ebenfalls das Reisen erschwert, sind die Quarantänepflicht und die obligatorischen Tests bei der Einreise.

Die zögerliche Geschwindigkeit beim Impfen sowie die Verteilung der Impfstoffe ließ den geplanten Neustart unsicher erscheinen. Auch wenn die Prognosen für den Rest des laufenden Jahres vorsichtig bleiben, machen die Impfungen Hoffnung auf Besserung.

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Viele hoffen noch auf den Sommerurlaub. ©Andrew Buckin/Shutterstock.com

Besserung im Juli oder September

Die UNWTO skizziert zwei Szenarien für die weiteren Monate diesen Jahres: eine Erholung des Reisebanns im Juli oder September.

Im ersten Fall würden die internationalen Ankünfte für das Jahr 2021 um 66 Prozent im Vergleich zu 2020 steigen. Dennoch würde niemals das hohe Niveau von 2019 erreicht werden und die Ankünfte um 55 Prozent unterschritten werden.

Im zweiten Fall, der Erholung im September, betrage der Anstieg der Ankünfte 22 Prozent. Somit läge man immer noch 67 Prozent unter dem Niveau von 2019.

Faktoren wie die allmähliche Verbesserung der epidemiologischen Situation, weltweilt schnellere Impfungen, eine signifikante Verbesserung des Reisevertrauens und eine erhebliche Aufhebung der Reisebeschränkungen (vor allem in Europa und Amerika) sind maßgeblich in die Beurteilung der Szenarien eingeflossen.

Kreuzfahrt Schiff Sonne
In Europa und Amerika sind die Reisebeschränkungen lockerer. ©Romolo Tavani/Shutterstock.com

Impfungen sind Hoffnungsträger

Es gibt täglich Diskussionen darüber, ob und inwieweit Geimpfte Vorteile beim Reisen haben sollen und dürfen. Länder wie Island, Thailand und Slowenien haben bereits beschlossen, komplett geimpfte Personen vereinfacht einreisen zu lassen.

Sind Impfungen also der Ausweg? Nach wie vor ist bei Weitem nicht die gesamte Weltbevölkerung geimpft. Bis es so weit ist, wird durchaus noch eine Weile vergehen.

„Die Impfung der Weltbevölkerung, insbesondere in weniger fortgeschrittenen Ländern oder in verschiedenen Altersgruppen, wird viel Zeit in Anspruch nehmen. Daher sollten wir diejenigen nicht diskriminieren, die reisen möchten, aber noch nicht geimpft wurden“, so die Präsidentin des WTTC (World Travel and Tourism Council), Gloria Guevara.

Sie fuhr fort: „Eine pauschale Impfpflicht würde lediglich nicht gefährdete Gruppen wie Generation X, Z und Millennials diskriminieren, die in der Lage sein sollten, mit dem Nachweis eines negativen Covid-Tests zu reisen.“

Thailand Phuket Surin Strand Palmen
Thailand gewährt Geimpften Vorteile. ©Avigator Fortuner/Shutterstock.com

Impfungen in Deutschland nehmen zu

Die Impfungen gegen das Coronavirus laufen – wenn auch anfangs zögerlich – nun immer besser. Bislang wurden in Deutschland insgesamt knapp 18.700.000 Dosen verabreicht (RKI, Stand 13. April 2021).

13,5 Millionen davon sind Erstimpfungen, fünf Millionen Menschen haben bereits eine Zweitimpfung erhalten. Damit liegt der Anteil der Geimpften mit mindestens einer Impfung in der Gesamtbevölkerung laut Robert Koch-Institut bei 16,28 pro 100 Einwohner.

Es ist ein Fortschritt erkennbar: In den letzten sieben Tagen wurden pro Tag durchschnittlich 612.000 Dosen verabreicht. Insgesamt kommt man in dieser Zeit auf 4.300.000 Impfdosen.

Sommerurlaub wahrscheinlich?

Ihr habt Euch sicher auch schon öfter gefragt, wie es mit dem Thema Impfen beim Reisen aussieht. Darf man ohne, sind negative Tests ausreichend oder können Nicht-Geimpfte in Zukunft gar nicht mehr verreisen? Fragen wie diese beantworte ich im Artikel zu den Impfprivilegien.

Wenn es um den diesjährigen Sommerurlaub geht, spalten sich die Meinungen. Experten sind jedenfalls zuversichtlich, dass Sommerurlaub in diesem Jahr auch im Ausland möglich ist.

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