Venedig – Die wohl meistbesuchte Stadt Italiens ist seit Langem ein wahrer Touristenmagnet. Wie italienischen Medienberichten zu entnehmen ist, sollen Tagestouristen ab nächstem Sommer jedoch nur noch gegen eine Gebühr in die Stadt gelassen werden. Um den Massentourismus zu bändigen, plant die Stadt außerdem, Drehkreuze an besonderen Knotenpunkten in der Stadt zu platzieren.

Italien Venedig Murano
Touristen müssen ab Sommer 2022 für eine Tagestour durch Venedig bezahlen ©Yasonya/Shutterstock.com

Straßen aus Wasser, Gondeln statt Autos – Die märchenhafte Lagunenstadt Venedig lockt mit ihrem Charme und ihrer Kultur jedes Jahr unzählige Touristen nach Italien. Das soll sich in Zukunft jedoch ändern – der Touristenstrom wird begrenzt.

Der Plan, den Massentourismus durch eine Touristenquote und Zugangsgebühren zu begrenzen, sollte ursprünglich schon im Jahr 2020 verwirklicht werden. Nachdem die Corona-Pandemie den Tourismus vergangenes Jahr jedoch in Schach gehalten hat, wurde diese Idee vorläufig auf Eis gelegt.

Wie das italienische Nachrichtenportal Notizie berichtet, sollen ab Sommer 2022 die Bestimmungen bezüglich Zugangsgebühren und Touristenbegrenzungen nun final in Kraft treten.

Zugangsgebühren gegen Massentourismus

Bereits seit August dürfen keine großen Kreuzfahrtschiffe mehr in Venedig anlegen oder durch die Lagune fahren. Nun folgt der nächste Schritt um den Massentourismus zu bändigen.

So können ab nächstem Sommer Tagestouristen nur noch gegen eine Eintrittsgebühr in die Stadt. Den Plänen der Stadtverwaltung zufolge, belaufen sich die Kosten je nach Jahreszeit und Besucheraufkommen voraussichtlich auf drei bis zehn Euro.

Italien Venedig Frau mit Hut
Über eine App sollen Touristen den Besuch anmelden können. ©Sven Hansche
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App & Drehkreuze in Planung

Touristen sollen ihren Besuch einfach und ohne großen Aufwand anmelden können. Eine spezielle App soll Abhilfe schaffen. Darüber wird sowohl die Anmeldung als auch die Bezahlung des Besuchs erfolgen.

Um das Management des Touristenstroms zu erleichtern, plant die Stadt darüber hinaus, Drehkreuze an bestimmten Orten der Stadt zu platzieren. Das System mit elektronischen Gates wurde bereits im vergangenen Jahr an ausgewählten Plätzen – wie dem Bahnhof und dem Piazzale Roma – getestet.

„Es wird Drehkreuze wie im Supermarkt geben und mit einer „App“ kann man sie passieren, je nach Verfügbarkeit“, sagt Luigi Brugnaro, Bürgermeister von Venedig.

Italien Venedig Grand Canal Street
Ausgewählte Gruppen sind von den Gebühren befreit ©Jaro68 /Shutterstock.com

Ausnahmen für Anwohner, Pendler & Co.

Von den Zugangsgebühren befreit sind nach Angaben der Stadtverwaltung unter anderem Anwohner und ihre Angehörigen, Pendler (Studenten und Arbeitnehmer) sowie auch Touristen, welche in der Stadt ein Hotel gebucht haben.

Die Gebühren gelten vorerst also insbesondere für Tagestouristen.

Sauberer & Klarer durch Pandemie

Die Corona-Pandemie brachte insbesondere im letzten Jahr den Tourismus in Venedig zum Erliegen. Wie die italienische Zeitung La Stampa berichtete, konnte dadurch ein Schadstoffrückgang von 40 Prozent in den Kanälen und Gewässern erreicht werden.

Mit den neuen Bestimmungen soll eine gute Wasserqualität und die Sauberkeit der Stadt weiter verbessert werden. Ob die geplanten Maßnahmen aber tatsächlich im nächsten Jahr eintreten und die gewünschten Effekte auf den Tourismus mit sich bringen, wird sich in Zukunft zeigen.

Werfen wir einen Blick in das deutsche Nachbarland: Österreich plant ab dem 26. Oktober das Klimaticket für Bus und Bahn einzuführen. Für unter 1.000 Euro kann damit durch das Land gereist werden. Ihr wollt mehr dazu erfahren? Dann werft einen Blick in unseren separaten Artikel.

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