Spanien Mallorca Palma Kathedrale

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Mallorca ist bereits bekannt für das rigorose und harte Vorgehen im Tourismussektor. Wer auf Mallorca wild pinkelt, oben ohne am Strand liegt oder in Palma am Strand Alkohol trinkt, muss mit saftigen Geldstrafen rechnen. Nun hat der Oberbürgermeister von Palma, Antoni Noguera, vor wenigen Tagen auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben, dass zukünftig die Vermietung von Ferienwohnungen in Mehrfamilienhäusern im gesamten Stadtgebiet verboten werden soll. Über das Verbot soll im Juli entschieden werden.

Warum ein Verbot?

Das Verbot soll in erster Linie eine Entlastung für die in Palma lebende Bevölkerung sein und dadurch wieder mehr und vor allem bezahlbaren Wohnraum zugänglich machen sowie das Zusammenleben in der Nachbarschaft verbessern. Der Tourismus treibe die Preise für Wohnungen in die Höhe. Seit 2013 haben sich die Mieten in Palma um 40% erhöht. Gleichzeitig hat der Verkauf von Immobilien zugenommen. Die Eigentümer scheinen jedoch weniger Interesse an einer dauerhaften Bleibe als an einem neuen Geschäftsmodell Interesse zu haben. Denn offensichtlich wird der Großteil des Wohnraums an Touristen vermietet und in diesem Zuge über diverse Plattformen angeboten. Die Stadt schätzt, dass von den aktuell knapp 11.000 Wohnungen lediglich 645 offiziell beim Tourismusbüro von Palma angemeldet sind. Vom Verbot ausgenommen sollen Einfamilienhäuser sein, sofern sie nicht in einem geschützten Bereich, in Gewerbegebieten oder in der Nähe eines Flughafens stehen oder es sich um denkmalgeschützte Gebäude handelt.

Auswirkungen für Airbnb & Co

Es bleibt abzuwarten, welche Konsequenzen die verschärften Maßnahmen für Anbieter wie Airbnb, TripAdvisor und Co haben werden. Bisher bietet sich Touristen eine Vielzahl von günstigen oder exklusiven Wohnmöglichkeiten auf diesen Plattformen. Airbnb hat sich bereits zum Verbot gemeldet: „Das ist eine Strafe gegen einheimische Familien, die ihr Zuhause teilen, um sich etwas dazuzuverdienen“, so ein Sprecher gegenüber der Zeitung WELT.