Philippinen

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Es klingt beinah zu verrückt, um wahr zu sein: Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte will sein Land umbenennen lassen. „Maharlika“ soll das südostasiatische Land im Westpazifik heißen, wenn es nach dem Präsidenten geht. Mit seiner Idee ist Duterte in seiner Heimat allerdings auf heftige Kritik gestoßen. Das Land habe viel wichtigere Probleme, finden viele Einheimische.

„Maharlika“ soll der zukünftige Name sein

Der Ursprung des aktuellen Landesnamen geht zurück ins 16. Jahrhundert. Nach seiner Entdeckung durch die Spanier wurde das Land zu Ehren des ehemaligen spanischen Königs Philipp II. benannt: Die Geburtsstunde der Philippinen. Duterte plant mit der Umbenennung vor allem eine Distanzierung von der kolonialen Vergangenheit des Landes. Als neuen Namen sieht er „Maharlika“. Das Wort stammt aus der Sprache der Einheimischen und bedeutet so viel wie „Adel“. Im übertragenen Sinne wird damit auch eine Person bezeichnet, die über viel Wissen und Reichtum verfügt. Damit möchte Duterte auf die Eigenständigkeit und Kultur der Philippinen verweisen. Mit dem Wunsch nach der Umbenennung des Landes greift der Präsident die Idee des verstorbenen Diktators Fernando Marcos wieder auf.

Umbenennung nichts ungewöhnliches

Mit seiner Idee ist der philippinische Präsident nicht allein. In der Vergangenheit haben bereits andere ehemalige Kolonien in Asien und Afrika nach ihrer Unabhängigkeit ihrem Land einen neuen Namen verliehen. Ein aktuelles Beispiel ist Swasiland, das seinen Landesnamen im vergangenen Jahr in Eswatini änderte. Auch wenn das Motiv des Präsidenten nicht unüblich ist, sieht ein Großteil der Bevölkerung die Umbenennung kritisch. Wie es mit Dutertes Plan weitergehen wird bleibt abzuwarten.

Präsident Duterte sorgt aufgrund seiner radikalen Ansichten und Handlungen immer wieder für Schlagzeilen. Erst letztes Jahr schloss er die beliebte Ferieninsel Boracay für den Tourismus und erteilte den Bewohnern strenge Auflagen, die das Müllproblem der Insel beheben sollten. Die Philippinen liegen im westlichen Pazifischen Ozean in Südostasien und umfassen mehr als 7.600 Inseln. Damit bilden sie den fünftgrößten Inselstaat der Welt nach Indonesien, Madagaskar, Papua-Neuguinea und Japan.