Kunden der irischen Low Cost Airline Ryanair, die Flüge ab dem 1. April 2020 gebucht haben, erhalten derzeit E-Mails mit der Aufforderung, die erhöhte Luftverkehrssteuer nachzuzahlen. Grund dafür ist die im November 2019 im Rahmen des Klimaschutzprogramm 2030 beschlossene Erhöhung der Steuer für Flüge ab Deutschland, die ab dem 1. April 2020 in Kraft tritt. Passagiere, die bereits einen Flug mit Flugtermin ab April gebucht haben, werden nun aufgefordert, diese erhöhte Luftverkehrssteuer nachzuzahlen.

Für Flüge innerhalb Deutschlands und Europas werden jeweils 5,53 Euro zusätzliche Luftverkehrssteuer fällig, bei Flügen ins nicht-europäische Ausland müssen die Passagiere 9,96 Euro zusätzlich entrichten. Auch die Flüge und damit die Passagiere von Laudamotion sind von der Nachzahlung betroffen.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Im Prinzip gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder Ihr akzeptiert die Aufforderung von Ryanair und folgt den Anweisungen in der E-Mail, oder Ihr storniert alternativ kostenlos Eure Flüge. Eine Ablehnung der Forderung ist nicht möglich, denn: Ryanair hat in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen festgelegt, dass bei einer Erhöhung der Steuer die Kosten auf die Passagiere umgelegt werden dürfen. Habt Ihr hingegen eine Pauschalreise gebucht, deren Flüge von Ryanair oder Laudamotion durchgeführt werden, werdet Ihr nicht zusätzlich zur Kasse gebeten.

Weitere Fluggesellschaften

Doch wie sieht es bei den anderen Fluggesellschaften in Deutschland aus? Insgesamt wurden bereits über eine Million Tickets mit dem nun falschen Steuersatz verkauft. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft erklärt, dass easyJet, Lufthansa, Condor, Eurowings und TUIfly die Erhöhung der Steuer, anders als bei Ryanair, bei im Voraus gebuchten Flügen nicht auf die Passagiere umlegen. Somit ist Ryanair derzeit die einzige Airline, die die Erhöhung der Luftverkehrssteuer direkt an ihre Kunden weitergibt.