Ryanair Flugzeug

© Ryanair

In der kommenden Woche wird es zum wohl größten Streik in der Geschichte der Low-Cost-Airline Ryanair kommen. Das Kabinenpersonal will gleich in mehreren Ländern in den Streik treten. 600 Flüge sollen vom Flugstreik betroffen sein.

Am kommenden Mittwoch und Donnerstag (25./26.7) werden voraussichtlich jeweils bis zu 300 von täglich 2400 Verbindungen aufgrund der Arbeitsniederlegung des Personals annulliert werden, teilte Ryanair am Mittwoch auf Twitter mit. Betroffen sind Flüge von und nach Spanien sowie Portugal & Belgien und somit rund 50.000 Passagiere, die mit Ryanair fliegen. In diesen drei Ländern wurden die Flugbegleiter von Gewerkschaften dazu aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Ob deutsche Flughäfen von den Ausfällen betroffen sind, konnte die Airline noch nicht sagen.

Die betroffenen Passagiere werden per E-Mail oder SMS-Nachricht informiert und u.a. Umbuchungen oder die volle Erstattung der Flugtickets angeboten, teilte Ryanair mit. Die Flüge wurden eine Woche im Voraus abgesagt, damit die Passagiere noch Zeit zum Umbuchen haben.

Auch Streiks für dieses Wochenende angekündigt

Die Piloten von Ryanair wollen außerdem diesen Freitag (20.07) sowie nächste Woche Dienstag (24.07) streiken. Ihnen geht es um ein transparenteres Lohn-, Beförderungs- und Versetzungssystem. Seitdem sich Ryanairs Piloten & Flugbegleiter zunehmend in Gewerkschaften organisieren und europaweit vernetzen, kommt es zum Wandel in den Strukturen der Airline. Die Mitarbeiter aus ganz Europa fordern höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen. Krankengelder sollen mit dem Streik ebenfalls durchgesetzt werden.

„Der Streik ist völlig ungerechtfertigt und bringt nur die Urlaubspläne von Familien durcheinander“, erklärte Marketing-Chef Kenny Jacobs.

Der Streik spiele zudem der Konkurrenz in Hände, so Jacobs. Schon im vergangenen Jahr hat sich die früher strikt anti-gewerkschaftliche Airline zu einem Kurswechsel entschlossen und erste Verhandlungen mit den Arbeitnehmern aufgenommen. In Deutschland hat Ryanair die DGB-Gewerkschaft ver.di als Verhandlungspartner für das Kabinenpersonal anerkannt. Diese will nun so schnell wie möglich Tarifverhandlungen aufnehmen. Die Kabinengewerkschaft Ufo verhandelt ebenfalls mit der Low-Cost-Airline. Diesen Freitag steht ein weiterer Verhandlungstermin in Dublin an. Wenig Hoffnung besteht, dass die Streiks doch noch abgesagt werden, teilte Sprecher Jacobs mit.

Was Euch als Passagiere im Falle von Flugausfällen zusteht, erfahrt Ihr hier.