Venedig ist von einem hohen Touristenaufkommen betroffen und möchte schon seit geraumer Zeit Maßnahmen ergreifen, um gegen die Besuchermassen vorzugehen. Nun sollen die lange verschobenen Eintrittsgelder auf Tagestouristen ab Juli 2020 final eingeführt werden. Die Höhe der Eintrittsgelder beläuft sich zunächst auf mindestens drei Euro. Danach können die Preise für Tagestouristen weiterhin steigen.

Eintrittsgelder für Venedig

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Venedig kostet ab Juli 2020 Eintritt

Besucher, die für einen Tag die Altstadt erkunden, über die Rialtobrücke schlendern und den Markusplatz besichtigen möchten, können das ab Juli 2020 nur noch gegen eine Eintrittspauschale. Das neue Gesetz wurde vor ein paar Tagen vom Bürgermeister der Stadt, Luigi Brugnaro, erlassen. Jedes Jahr strömen Schätzungen zufolge 20 bis 30 Millionen Menschen nach Venedig. Vor allem Tagestouristen, die mit dem Kreuzfahrtschiff, Zug oder Auto anreisen, werden dabei kritisch beäugt.

Schon seit Jahren kämpft die Lagunenstadt gegen den Massentourismus. Die Erhebung von Eintrittsgeldern gilt als neue Strategie, dieser Tatsache entgegen zu wirken. Bei einem geringen Besucheraufkommen bezahlen Touristen in Venedig ab Juli 2020 mindestens drei Euro Eintritt, bei einem hohen Besucheraufkommen können die Eintrittspreise auf bis zu zehn Euro steigen, so die aktuellen Pläne der Stadtregierung. Der Eintritt zu Hochzeiten in Venedig beläuft sich nach aktuellen Plänen auf sechs bis acht Euro. Ab Januar 2021 soll die Standardgebühr dann sechs Euro betragen. Wer sich nicht an die Gebühren hält, dem droht ein Bußgeld.

Dafür soll das Geld genutzt werden

Der Bürgermeister kündigte öffentlich an, dass er niemandem einen Besuch der Stadt verwehren möchte. Allerdings wird es für Tagestouristen ein kleines bisschen komplizierter und teurer. Doch wer knapp 100 Euro für eine Gondelfahrt in Venedig ausgibt, den sollte eine kleine Eintrittspauschale nicht abschrecken. Viele halten den Eintrittspreis sogar für zu niedrig und vergleichen die Preise mit dem Eintritt eines Freizeitparks wie beispielsweise das Disneyland. Ebenso kündigte Brugnaro an, dass die Gelder nicht erhoben werden, um daraus Profit zu schlagen, sondern um die Stadt zu reinigen und in Stand zu halten. Welche Auswirkungen die neuen Eintrittsgelder tatsächlich auf den Tourismus haben, wird sich in Zukunft noch zeigen.