Italien Venedig Grand Canal Gondel

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Letztes Wochenende ist es in Venedig zu heftigen Protesten von Aktivisten gekommen, die gegen die von der Stadtverwaltung Venedigs außergewöhnlichen Maßnahmen gegen die Touristenanstürme protestierten. Mit Drehkreuzen soll der Touristenandrang zukünftig an mehreren Stellen in der Stadt kontrolliert werden. Dadurch kann die Polizei den Stadtbesuchern den Zugang zu Attraktionen versperren und sie somit auf andere Wege umleiten.

Hier sollen die Drehkreuze stehen

Die Drehkreuze wurden an mehrere Stellen in der Stadt angebracht, etwa an der Ponte della Constituzione, die über den Canal Grande führt, sowie in der Nähe des Bahnhofs Santa Lucia. Diese Regelung gilt sogar für die Touristenboote: Sollte der Andrang zu groß sein, so ist das Anlegen vor dem berühmten Markusplatz untersagt. In Venedig wächst allerdings der Protest gegen die Aufstellung von den Drehkreuzen.

„Venedig ist kein Disneyland, das vor Horden neuer Barbaren geschützt werden muss“, sagten Globalisierungsgegner aus.

Der Stadtverwaltung wird seitens der Aktivisten vorgeworfen, mit “lächerlichen Lösungen“ auf den Massentourismus zu reagieren aber nichts gegen die Abwanderung der Einwohner sowie die soziale Verarmung der Stadt zu unternehmen.

75% weniger Einwohner in Venedig

Seit Ende des Zweiten Weltkrieges ist die Bewohnerzahl Venedigs drastisch gesunken. Waren es einmal 175.000 Einwohner, sind es heutzutage weniger als 55.000 Menschen. Bis zu 130.000 Touristen findet man in der Hochsaison allerdings in der Stadt vor. Dies führt zu extrem steigenden Preisen und einem Mangel an Lebensmittelgeschäften – denn wo sich diese einst befanden, findet man heute Souvenir-Shops vor.

Trotz starker Proteste bleibt Venedigs Bürgermeister Luigi Brugnaro bei seinen Plänen. Er möchte in Zukunft auf weitere Technologien wie Lasersysteme und Videoanlagen setzen, um die Besucherströme zu regeln.