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Ostfriesische Inseln: MOIN-Konzept für dauerhafte Öffnung – Perspektive für Deutschland?

Ein Fahrplan für die sichere und dauerhafte Öffnung: Ostfriesland hat das sogenannte MOIN-Konzept entwickelt, das Tourismus bei gleichzeitiger Kontrolle des Infektionsgeschehens ermöglichen soll. Es umfasst die Öffnungen touristischer Beherbergungs-, Einzelhandels-, Gastronomiebetriebe sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen, wie es im vorgelegten Entwurf heißt.

Langeoog ist eine der bekanntesten Ostfriesischen Inseln. ©Doris Oberfrank-List/shutterstock.com

Die Sicherheit steht im Mittelpunkt: Die sieben ostfriesischen Inselgemeinden haben zusammen mit ihren Tourismusorganisationen und weiteren Unterstützern wie Wissenschaftlern ein neues Konzept mit dem Namen MOIN entworfen. In ganzer Länge: Machbarkeitsanalyse der Ostfriesischen Inseln für einen sicheren touristischen Neustart,

Wie dem MOIN-Konzept auf der Webseite der Ostfriesischen Inseln zu entnehmen ist, soll dieses aufzeigen, „wie Tourismus bei gleichzeitiger Kontrolle des Infektionsgeschehens sicher und dauerhaft durchgeführt werden kann“.

Im ersten Schritt nur für Übernachtungsgäste

MOIN umfasse „die Öffnung aller touristischen Beherbergungsbetriebe sowie der Einzelhandels-, Gastronomiebetriebe, der Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie weiterer touristischer Angebote auf den Inseln“.

Der Fahrplan gelte im ersten Schritt aber vorerst nur für den Übernachtungstourismus und nicht für Tagesausflügler. Andere Modellregionen im Land Niedersachsen unterscheiden sich von diesem Projekt, da dort gar keine touristischen Übernachtungen vorgesehen sind.

Das Konzept gilt im ersten Schritt nur für Übernachtungsgäste. ©Jan Schneckenhaus /Shutterstock.com

Testzentren auf den Inseln

Sowohl die Gäste als auch die Insulaner stehen im Mittelpunkt des ganzheitlichen Testkonzepts. Die zweite Öffnungsphase umfasse dann auch Tagesgäste. Sowohl diese als auch die Übernachtungsgäste müssen bei ihrer Anreise einen aktuellen negativen PCR-Test oder PoC-Antigen-Schnelltest vorweisen können.

Gäste ohne beziehungsweise mit veraltetem Corona-Test können nicht auf die Insel befördert werden. 48 Stunden nach der Anreise müssen die Touristen einen weiteren Test durchlaufen. Hierfür werden Testzentren auf den Inseln eingerichtet.

Digitale Lösung angestrebt

Erst, wenn dieser ebenfalls negativ ausfällt, steht der vollständigen Nutzung aller touristischen Angebote nichts mehr im Wege. Die Auswertung der Ergebnisse mit ihrer Gültigkeitsdauer solle möglichst digital erfolgen, da eine lückenlose Test- und Nachverfolgungskette nur mit digitaler Unterstützung realisiert werden könne.

Der Gast soll per QR-Code Zutritt zu touristischen Leistungen haben, während eine Nachverfolgung der Kontakte möglich ist.

Um das Projekt so schnell wie möglich in die Tat umzusetzen und auch wenig digital ausgestatteten Gästen einen Urlaub zu ermöglichen, werden ebenfalls analoge Lösungen erarbeitet.

Das Pilotprojekt steht perspektivisch für touristische Öffnungen auch in anderen Bundesländern. ©Jenny Sturm/Shutterstock.com

Ostfriesland als Paradebeispiel

Was ist die Besonderheit der Ostfriesischen Inseln? Da diese nahezu ausschließlich mittels des Fährverkehrs erreichbar sind, bieten sich die Inselgruppen ideal für ein solches Vorgehen an. Das Testkonzept verfolgt folgende Ziele:

Die Ostfriesischen Inseln betonen mehrmals, dass der Infektionsschutz während der gesamten Zeit „höchste Priorität“ habe. Das Pilotprojekt sei in Niedersachsen entscheidend für die Wiederherstellung des touristischen Lebens.

Die Hälfte der Deutschen plant den Sommerurlaub in der Heimat zu verbringen. ©OLIVER-stockphoto/Shutterstock.com

Bald auch auf dem Festland?

Ob und inwieweit solch ein Konzept auch bald auf dem Festland umsetzbar sein könnte, wird sich zeigen. Die Insel-Kommunen halten dies jedenfalls für machbar. Die Ergebnisse könnten landes- oder sogar bundesweit für Schlagzeilen sorgen, sagt Langeoogs Bürgermeisterin Heike Horn.

Was ist, wenn die Infektionszahlen steigen? Für diesen Fall haben die Inseln eine Notbremse eingeplant. Wenn auf einer Inselgruppe ein Inzidenzwert von mehr als 100 erreicht werden sollte, soll komplett geschlossen werden.

Hälfte der Deutschen plant mit Sommerurlaub in der Heimat

Ob und inwieweit der Sommerurlaub in diesem Jahr möglich ist, steht noch zur Debatte. Auch wenn sich Experten zuversichtlich zeigen, planen einer Studie des Marktforschungsunternehmens Mintel nach circa 50 Prozent der Deutschen ihren Urlaub 2021 in der Heimat.

Warum auch nicht den Sommer entspannt in Deutschland genießen? Das Wetter soll jedenfalls gut werden.

Nicht nur Niedersachsen, auch Schleswig-Holstein macht zurzeit mit positiven Nachrichten von sich reden. Im Bundesland stehen ebenfalls touristische Lockerungen an, Übernachtungen sind schon ab dem 19. April 2021 möglich.

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