Immer häufiger reicht im Urlaub der Griff zur Kredit- oder Debitkarte, um zu bezahlen. Anderswo geht dagegen fast nichts ohne Bargeld. Gerade außerhalb der Eurozone stellt sich schnell die Frage: Reicht die Karte oder brauche ich Bargeld?

Welche Reiseziele sind besonders kartenfreundlich?

Für viele Reisende ist Kartenzahlung die bequemste Lösung: Es entfällt das Umrechnen und das Hantieren mit fremden Scheinen und Münzen – egal, ob im Restaurant, beim Bus-Ticket oder am Eingang einer Sehenswürdigkeit.

Antworten darauf liefert unser „Cashless Travel Index”. Dafür haben wir 50 beliebte Reiseziele analysiert und zeigen dir, in welchen Ländern du im Urlaub weitgehend problemlos mit Karte oder mobilen Zahlungsdiensten bezahlen kannst und in welchen Ländern Bargeld weiterhin wichtig bleibt.

So weißt Du schon vor der Abreise, ob Bargeld nötig ist oder nicht.

Der Index zeigt anhand aktueller Daten, wie kartenfreundlich Reiseziele im Alltag sind. Berücksichtigt werden dabei die Kartenakzeptanz, die Trinkgeldkultur und die Verfügbarkeit von Geldautomaten. So erhalten alle, die wissen möchten, wann die Karte allein reicht und wo Bargeld noch wichtig ist, eine klare Orientierung.

Wo Kartenzahlung im Urlaub funktioniert – und wo nicht

Nicht jedes Reiseziel funktioniert beim Bezahlen gleich. Unsere Analyse zeigt, dass sich Reiseziele grob in drei Gruppen einteilen lassen.

  • echte Hotspots für Kartenzahlung
  • Destinationen, in denen Karte und Bargeld sinnvoll kombiniert werden sollten
  • Orte, an denen Bargeld weiterhin unverzichtbar ist

So kannst Du vorab besser einschätzen, was Dich vor Ort erwartet.

Bargeldlos reisen: Hier reicht meist die Karte

London, Oslo, Seoul, Kopenhagen, New York City, Stockholm oder Zürich: In diesen und vielen weiteren Städten ist die Bezahlung mit Karte oder mobilen Zahlungssystemen fest im Alltag verankert. Bargeld wird meist nur noch selten benötigt.

Im Café, Restaurant, in Bus und Bahn oder beim kleinen Einkauf – oft reicht ein kurzes Auflegen der Karte oder des Smartphones und die Zahlung ist erledigt.

Seoul ist dabei die wohl kartenfreundlichste Stadt der Welt. Der Alltag ist hier stark auf Kartenzahlung ausgerichtet: Südkoreaner bezahlen im Schnitt mehr als 800-mal pro Jahr digital mit Karte. Zum Vergleich: In Deutschland wird die Karte rund 395-mal jährlich genutzt, in Österreich 172-mal und in der Schweiz etwa 482-mal.

Trotzdem ist auch Bargeld jederzeit verfügbar. Geldautomaten (ATMs) sind in Seoul weiterhin weit verbreitet, denn sie stehen in fast jedem rund um die Uhr geöffneten Convenience-Store (7-eleven, Emart24 etc.).

Ob mit Bargeld oder Karte – in Seoul bist du im Reisealltag jederzeit flexibel und zahlungsfähig.

Mit Karte gut unterwegs – aber ohne Bargeld besser vorbereitet

In Städten wie Prag, Rom, Athen, Istanbul, Tokio oder in Urlaubsländern wie Sri Lanka oder Malediven ist Kartenzahlung im Alltag weit verbreitet und funktioniert in Hotels, größeren Restaurants, Geschäften und im öffentlichen Verkehr meist problemlos.

Dennoch wird Bargeld weiterhin verwendet, beispielsweise in kleineren Cafés, auf Märkten, als Trinkgeld oder in einzelnen traditionellen Stadtteilen.

An Cash zu kommen, ist zumindest in Städten wie Wien oder Tokio in der Regel kein großes Problem. Mit mehr als 100 Bankautomaten pro 100.000 Einwohner findet sich fast immer eine Möglichkeit, Bargeld abzuheben. Schwieriger kann es dagegen in Prag oder Athen werden, wo Geldautomaten deutlich weniger verbreitet sind.

Für Reisende bedeutet das: Mit Kartenzahlung kommt man in diesen Destinationen weitgehend durch, sollte aber etwas Bargeld dabei haben, um flexibel zu bleiben. Wer sich darauf einstellt, erlebt vor Ort keine bösen Überraschungen.

Ohne Bargeld geht wenig: Diese Reiseziele setzen weiterhin auf Cash

Bargeld spielt im Alltag weiterhin eine zentrale Rolle – etwa in Bangkok, Neu-Delhi, auf Bali, Sansibar oder in Ägypten. Zwar ist Kartenzahlung in größeren Hotels und internationalen Restaurants meist möglich, doch im täglichen Leben braucht man häufig Bargeld. Das gilt besonders für Taxis und Roller, Streetfood-Stände, Märkte, kleinere Cafés oder lokale Unterkünfte – also genau dort, wo sich viele Reisende abseits klassischer Touristenpfade bewegen.

Besonders deutlich wird das in Marrakesch: In den Souks, bei lokalen Händlern oder für viele Dienstleistungen kommt man mit Kartenzahlung nur begrenzt weiter. Bargeld ist hier oft Voraussetzung, um überhaupt bezahlen zu können. Der Euro wird zwar vereinzelt in touristischen Situationen akzeptiert, ist jedoch kein verlässliches Zahlungsmittel und wird meist zu ungünstigen Wechselkursen angenommen. Für den Alltag ist Bargeld in der Landeswährung, dem marokkanischen Dirham (MAD), daher notwendig.

Cash-Tipps für Bali, Thailand und Ägypten

  • Viele Geldautomaten erlauben nur niedrige Abhebungen, sodass unter Umständen mehrere Abhebungen nötig sind.
  • An vielen Geldautomaten fallen feste Gebühren für internationale Kreditkarten an.
  • Kleine Scheine sind besonders hilfreich, da Wechselgeld oft knapp ist.
  • Für Tuk-Tuks und lokale Taxis ist als Tourist meist passendes Bargeld erforderlich – sonst zahlt man schnell drauf.
  • In den Metropolen Bangkok und Kairo ist Kartenzahlung vor allem in Einkaufszentren, Restaurantketten und Hotels verbreitet.

Trinkgeld im Urlaub: Warum Bargeld oft trotzdem nötig bleibt

Selbst dort, wo Kartenzahlung im Alltag längst etabliert ist, spielt Bargeld beim Trinkgeld eine große Rolle. In vielen Ländern wird Trinkgeld nach wie vor bar gegeben, selbst wenn die eigentliche Rechnung mit Karte bezahlt wird. Das gilt insbesondere für die Gastronomie, Hotels und Taxifahrten.

In diesen Urlaubsländern ist Trinkgeld üblich

  • USA & Kanada: Der „Tip“ ist fester Bestandteil des Einkommens der Servicekräfte und wird grundsätzlich erwartet. Empfehlung: ca. 20 %
  • Spanien & Italien: Trinkgeld ist kein Muss, wird in Restaurants und Bars aber gern gesehen – besonders bei gutem Service. Empfehlung: Aufrunden
  • Deutschland, Österreich & Schweiz: Trinkgeld ist freiwillig und gilt als Anerkennung für guten Service. Empfehlung: ca. 10 %
  • Türkei & Ägypten: Trinkgeld ist vor allem in touristischen Regionen weit verbreitet und wird in Restaurants, Hotels und Taxis teilweise erwartet. Auch für Hotelpersonal sind kleine Beträge üblich. Empfehlung: ca. 10 %
  • Dubai: Trinkgeld ist nicht verpflichtend, aber in Restaurants und Hotels üblich. Häufig ist bereits eine Servicegebühr auf der Rechnung enthalten. Zusätzliches Trinkgeld gilt dann als freiwillige Anerkennung. Empfehlung: ca. 15 %
  • Südafrika, Tansania & Namibia: Trinkgeld spielt eine große Rolle und wird von vielen Servicekräften erwartet. Nicht nur Kellner erhalten Trinkgeld, sondern auch Hotelpersonal, Tourguides und Mitarbeitende an Tankstellen. Empfehlung: 10–15 %
  • Südostasien: In touristischen Regionen sind Trinkgelder üblich. Kleine Beträge gelten als freundliche Geste, vor allem bei persönlichem Service.Empfehlung: Aufrunden

In diesen Urlaubsländern ist Trinkgeld nicht üblich

Wer nach Japan, Südkorea, Singapur, China oder auf die Malediven reist, sollte wissen: Trinkgeld gehört hier nicht zur gängigen Servicekultur. Serviceleistungen sind in diesen Ländern oft bereits im Preis enthalten und werden als selbstverständlicher Teil des Berufs verstanden. Ein zusätzliches Trinkgeld ist daher nicht notwendig.

Besonders in Japan wird Trinkgeld häufig freundlich abgelehnt. Auch in Südkorea und China ist es im Alltag nicht üblich. In Singapur ist in Restaurants und Hotels meist bereits eine feste Servicegebühr in der Rechnung enthalten, sodass kein weiteres Trinkgeld erwartet wird.

Für Reisende bedeutet das: Du kannst dich ganz entspannt auf die Rechnung verlassen. Freundlichkeit, Respekt und ein höfliches Auftreten zählen hier mehr als ein zusätzliches Geldstück.

Karte oder Cash? Die wichtigsten Fragen auf einen Blick

Kann ich im Urlaub komplett ohne Bargeld reisen

Das hängt stark vom Reiseziel ab und wie lange deine Reise dauert. In Städten, in denen digitale Zahlungsmethoden weit verbreitet sind, wie Stockholm, London, New York oder Singapur, kannst Du durchaus einige Tage oder länger ganz ohne Bargeld auskommen. Ganz ohne Cash zu reisen, ist aber nur für wenige Reiseziele realistisch.

Reicht eine Debitkarte im Ausland oder brauche ich eine Kreditkarte?

In vielen Urlaubsländern reicht eine Debitkarte für alltägliche Zahlungen aus. Für Hotels, Mietwagen oder Kautionen wird jedoch häufig eine Kreditkarte verlangt. Auch bei Online-Buchungen oder im Notfall bietet eine Kreditkarte mehr Flexibilität. Ideal ist eine Kombination aus Debitkarte für den Alltag und Kreditkarte als Backup.

Wie viel Bargeld sollte ich für den Urlaub einplanen?

Leider kann man keine pauschale Summe nennen, da dies stark vom Reiseziel und deinem Ausgabenverhalten abhängt. Als Faustregel gilt: Tausche Währungen niemals schon zu Hause, sondern besorg dir Bargeld erst vor Ort am Geldautomaten. So erhältst du immer den besten Wechselkurs.

In Ländern, in denen Karten weit verbreitet sind, reicht oft weniger Bargeld. In bargeldlastigen Reisezielen solltest du dagegen regelmäßig Bargeld verfügbar haben.

Kann ich im Urlaub mit Euro bezahlen?

In den Ländern der Eurozone, darunter Frankreich, Spanien, Italien, Österreich und Griechenland, kannst du mit Euro bezahlen, denn das ist die offizielle Währung dieser Länder. Seit Januar 2026 gehört auch Bulgarien dazu.

In Ländern außerhalb der Eurozone ist der Euro kein offizielles Zahlungsmittel. In stark touristischen Regionen wird er zwar manchmal akzeptiert, jedoch meist zu ungünstigen Wechselkursen und ohne Rückgeld. Du solltest dich im Alltag nicht darauf verlassen. Bargeld in der jeweiligen Landeswährung oder Kartenzahlung sind in der Regel die bessere Wahl.

Methodik und Quellen

Was untersucht der Cashless Travel Index? Der Cashless Travel Index bewertet, wie alltagstauglich Karten- und digitale Zahlungen für Reisende im Urlaub sind. Im Fokus steht dabei nicht die reine technische Verfügbarkeit einzelner Zahlungssysteme, sondern die Frage, ob Touristinnen und Touristen im Reisealltag weitgehend ohne Bargeld auskommen können, beispielsweise beim Essen, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder beim Trinkgeldgeben.

Die Analyse kombiniert die folgenden sechs Faktoren:

Kartenakzeptanz: Dieser Faktor bewertet, wie weit verbreitet die Zahlung mit Debit- und Kreditkarte in typischen Alltagssituationen ist. Eine hohe Kartenakzeptanz bedeutet, dass Reisende ihre täglichen Ausgaben größtenteils mit Karte bezahlen können, ohne regelmäßig Bargeld zu benötigen. Zur besseren Einordnung wurde das Akzeptanzniveau in drei Stufen zusammengefasst – von überwiegend kartenbasiert über gemischte Zahlungssysteme bis hin zu stark bargeldgeprägten Reisezielen. Quellen: Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS), Weltbank, Berichte nationaler Zentralbanken sowie Branchenstudien von FIS Global und McKinsey.

Kartenakzeptanz im Nahverkehr: Dieser Faktor untersucht, ob öffentliche Verkehrsmittel in Großstädten Kartenzahlung oder kontaktloses Bezahlen ermöglichen, entweder direkt am Automaten, im Fahrzeug oder über digitale Ticket-Apps. Der öffentliche Nahverkehr gehört zu den häufigsten Zahlungssituationen für Reisende. Ist Kartenzahlung hier nicht möglich, benötigen Touristen Bargeld. Deshalb ist dieser Faktor ein besonders starker Indikator für die tatsächliche Bargeldabhängigkeit im Reisealltag. Quellen: Lokale Verkehrsunternehmen (z. B. Transport for London, MTA New York, RATP Paris), regionale Verkehrsverbünde, geprüfte Stadtführer.

Verbreitung von Geldautomaten: Dieser Faktor misst die Anzahl der Geldautomaten pro 100.000 Einwohner. Eine hohe ATM-Dichte kann geringe Kartenakzeptanz teilweise ausgleichen, weist jedoch gleichzeitig auf eine weiterhin starke Bargeldnutzung im Alltag hin. Für Reisende bedeutet häufiges Abheben zusätzlichen Aufwand und potenzielle Gebühren. Die ATM-Dichte ist daher ein wichtiger Hinweis darauf, wie oft Bargeldabhebungen voraussichtlich nötig sind. Quellen: Internationaler Währungsfonds, World Bank Financial Access Survey.

Digitale Zahlungen pro Kopf: Dieser Faktor misst, wie häufig pro Einwohner digitale Zahlungen durchgeführt werden. Dazu zählen unter anderem Karten- und E-Geld-Zahlungen (z. B. Mobile Wallets). Eine hohe Nutzung digitaler Zahlungen im Alltag deutet auf eine starke Akzeptanz bargeldloser Zahlungsmethoden hin, von der auch Reisende profitieren, etwa durch weitverbreitete Kartenzahlungsoptionen und kontaktlose Bezahlmöglichkeiten. Quelle: Bank für Internationalen Zahlungsausgleich.

Trinkgeldkultur: Dieser Faktor bewertet, ob Trinkgeld in Gastronomie, Taxis und Hotels kulturell erwartet, freiwillig oder unüblich ist. In Ländern mit ausgeprägter Trinkgeldkultur benötigen Reisende häufiger Bargeld, insbesondere wenn Trinkgeld nicht über Kartenterminals gegeben werden kann oder traditionell bar erfolgt. Quelle: Offizielle Tourismusinformationen, geprüfte Reiseführer, landesspezifische Verbraucherportale.

Empfohlene Trinkgeldhöhe: Dieser Faktor bildet die übliche oder empfohlene Trinkgeldhöhe in Ländern ab, in denen Trinkgeld verbreitet ist. Je höher die empfohlene Trinkgeldhöhe, desto wahrscheinlicher ist es, dass Reisende regelmäßig Bargeld benötigen. Dieser Faktor hilft einzuschätzen, wie stark Trinkgeld den Bargeldbedarf im Reisealltag beeinflusst. Quellen: Tourismusbehörden, Branchenempfehlungen aus Gastronomie und Hotellerie, etablierte Reiseführer.

Bewertung & Ranking

Zur Vergleichbarkeit wurden alle Faktoren auf einer Skala von 0 bis 100 standardisiert. Hohe Werte stehen dabei für eine hohe Kartenfreundlichkeit, niedrige Werte für eine stärkere Bargeldabhängigkeit. Das jeweils kartenfreundlichste Reiseziel innerhalb eines Faktors erhielt 100 Punkte, das bargeldlastigste dagegen 0 Punkte.

Die meisten Faktoren wurden gleich gewichtet. Zwei Indikatoren – die Verbreitung von Geldautomaten sowie die empfohlene Trinkgeldhöhe – erhielten jedoch eine reduzierte Gewichtung von 50 Prozent, da sie nur indirekt die tatsächliche Bargeldlosigkeit widerspiegeln.

Die Gesamtauswertung ergab sich aus der Kombination aller standardisierten Einzelergebnisse und wurde ebenfalls auf einer Skala von 0 bis 100 abgebildet. Diese Gesamtbewertung bildet die Grundlage für das finale Ranking. Für die Standardisierung kam eine gängige Normalisierungsmethode zum Einsatz.

Die Untersuchung wurde im Januar 2026 durchgeführt. Eine vollständige Übersicht der in dieser Studie verwendeten Datenquellen kann auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden.

Hinweis zur Interpretation

Der Cashless Travel Index bildet typische Alltagssituationen für Reisende ab. Regionale Unterschiede innerhalb einzelner Städte oder Länder sind möglich. Der Index versteht sich als Orientierungshilfe, nicht als Garantie für vollständig bargeldloses Reisen.