Weil die Versuche der Schlichter über Weihnachten erfolglos geblieben sind und auf die Tarifforderungen nicht eingegangen wird, steht nun fest: die Kabinengewerkschaft UFO ruft noch in diesem Jahr zu neuen Streiks auf. Konkret betroffen ist davon zunächst die Lufthansa-Tochter Germanwings.

Streik an drei Tagen über Silvester

Der Streikplan der Gewerkschaft sieht vor, dass das Kabinenpersonal von Germanwings von Montag, 30. Dezember 2019, 0 Uhr bis Mittwoch, 01. Januar 2020, 24 Uhr in den Streik tritt. Dies könne abgewendet werden, wenn die Geschäftsführung den Forderungen doch noch zustimme. Gleichzeitig ergänzt ein UFO-Sprecher, dass die Verhandlungen bei anderen Betrieben des Lufthansa-Konzerns ebenfalls schwierig verliefen oder gescheitert seien. Weitere Streiks sollen erst nach dem 02. Januar 2020 verkündet werden. Wenn der Streit bis dahin weiter befeuert wird, behält UFO sich vor, auch vorher schon zu weiteren Streiks aufzurufen.

Die Ankündigung des Streiks bei Germanwings werde deshalb frühzeitig verkündet, damit Passagiere die Möglichkeit haben, zu reagieren. Die Gewerkschaft stellt klar, dass das Hauptziel weiterhin sei, glaubwürdige und rechtssichere Lösungen zu vereinbaren.

Lufthansa „schaut konstruktiv nach vorne“

Der Lufthansa-Konzern sei ebenso weiter an einer großen Schlichtung und guten Lösungen für die 22.000 Kabinenmitarbeiter interessiert und schaue nun auf die nächsten vorgeschlagenen Gesprächstermine im Januar. „Wir als Lufthansa schauen konstruktiv nach vorne“, sagte eine Sprecher. Und: „Streiks sind aus unserer Sicht keine Lösung“.

Bereits 1.500 Flüge ausgefallen

Im Tarifstreit zwischen UFO und Lufthansa waren im November bereits wegen eines Warnstreiks bei vier Lufthansa-Töchtern sowie einem zweitägigen Streik bei Lufthansa selbst 1.500 Flüge ausgefallen. Damals waren rund 200.000 Passagiere betroffen. Gleichzeitig betonen beide Seiten immer wieder, eine möglichst umfassende Einigung mit einer Vielzahl tariflicher Themen anzustreben. So hatte man sich im November auch bereits auf Grundzüge geeinigt. Es scheiterte letztlich jedoch an gegenseitigem Misstrauen.

Rechtzeitig informieren

Da die Streikpläne kurzfristig ausgerufen werden, in den Jahreswechsel fallen und neben Germanwings auch im Januar weitere Teile der Lufthansa bestreikt werden könnten, solltet Ihr Euch vorab rechtzeitig über eventuelle Ausfälle oder Verspätungen Eures Flugs informieren.