Fast zwei Jahre ist es nun her, dass die Mehrheit der Wähler in Großbritannien mm 23. Juni 2016 für einen Austritt aus der Europäischen Union gestimmt hatten. Am 29. März 2019 soll es nun soweit sein: Der Brexit. Die Verhandlungen, wie der Brexit vonstatten gehen wird, schreiten bis dato eher zäh voran. Großer Streitpunkt ist derzeit vor allem, ob ein harter Brexit vollzogen oder das sogenannte Austrittsabkommen beschlossen wird . Dieses sähe eine moderate Übergangsphase mit Erhaltung der EU-Regeln bis 2021 vor. Vor allem Touristen fragen sich derzeit, welche Auswirkungen der Brexit in welchem Fall für sie hätte.

England London Flagge

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Folgen eines Harten Brexit für den Tourismus



Ungefähr 3 Millionen Deutsche reisen im Jahr in das Vereinigte Königreich. Im Falle eines harten Brexit würde sich demnach zahlreiche Touristen entsprechend auf zukünftige Änderungen vorbereiten. Auch wenn noch nicht feststeht, ob es zu einem harten Brexit kommt, sollten sich alle Betroffenen auf möglichen Veränderungen und Einschränkungen vorbereiten. Hier habe ich Informationen und Empfehlungen für alle, die nach dem 29. März nach oder über Großbritannien reisen wollen. Die genauen Folgen sind bislang nicht abzusehen, trotzdem gebe ich Euch ein paar Hinweise, die Ihr auf jeden Fall im Hinterkopf behalten solltet.

Reisepass Weltkarte

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Einreise

Günstige Flüge nach London, der Städtetrip nach Manchester oder einfach nur ein Zwischenstopp bei Eurem Langstreckenflug – wer bisher ins Vereinigte Königreich einreisen wollte, brauchte dafür lediglich einen Personalausweis. Durch den Austritt aus der EU könnte  bald jedoch ein Reisepass für die Einreise verpflichtend wäre. Auch ein Visum wäre notwendig. Der aktuelle Vorschlag der EU-Kommission, 90 Tage ohne Visum im Königreich verbringen zu dürfen, würde die Sache jedoch wesentlich vereinfachen. Ganz abgesehen von dem bürokratischen und personellen Mehraufwand an den Flughäfen oder Grenzen.

Flugverkehr

Für den Flugverkehr nach, von und über Großbritannien hätte der harte Brexit weitreichende Folgen. Britische Fluggesellschaften, dazu zählen auch Ryanair und easyJet, dürften aufgrund fehlender Lizenzen erst einmal nicht innerhalb der Europäischen Union verkehren, was wiederum zu Flugausfällen zwischen EU-Ländern und Großbritannien führt. Der deutsche Reiseverband warnt schon jetzt, dass bereits gebuchte Reisen storniert werden könnten. Um dieser Regelung entgehen zu können, haben bereits viele Fluggesellschaften Tochterunternehmen innerhalb der EU gegründet.

Kosten

Kreditkarten

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Seid Ihr sicher und hoffentlich ohne bürokratische Strapazen an Eurem Reiseziel angekommen, erwarten Euch auch innerhalb Großbritanniens einige Änderungen, die bisher für EU-Bürger nicht relevant waren. Wer zum Beispiel mit einer Kreditkarte bezahlen möchte, sollte sich auf höhere Kosten einstellen. Auch die Roaming-Gebühren, die innerhalb der EU im Jahr 2017 abgeschafft wurden, fallen erst einmal wieder an. Aus der Pro-Seite steht ein finanzieller Vorteil für Euch: Durch den wirtschaftlichen Einbruch, geht man derzeit davon aus, dass der britische Pfund rund ein Fünftel seines Werts verliert. Ein britischer Pfund wäre demnach 20% günstiger als nach aktuellem Umrechnungskurs. Hotelübernachtungen, Öffentliche Verkehrsmittel, Essen gehen und Shoppen würden dadurch wesentlich geringer für Touristen ausfallen.

Krankenversicherung

Und wenn im Urlaub doch mal etwas passiert, müsst Ihr unbedingt die Änderungen für Eure Krankenversicherung beachten. Bislang sind Reisende dank der europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC, auf der Rückseite Eurer Krankenversicherungskarte) im EU-Ausland versichert und können dort mit Versicherungsschutz zum Arzt gehen. Nach einem harten Brexit wäre Eure Versichertenkarte jedoch nicht mehr im Vereinigten Königreich gültig und Ihr müsstet Euch um eine gesonderte Auslandskrankenversicherung kümmern.

Wie Ihr merkt, könnten Euch ab dem 29. März einige Auswirkungen des Brexits betreffen. Falls es zu einem Brexit ohne Austrittsabkommen kommen sollte, informiert Euch vor Eurer Abreise am besten genau, was zu beachten ist!