Das schönste am Camping ist völlig frei im Einklang mit der Natur zu stehen und unter freiem Himmel mit Blick auf die glitzernden Sterne einzuschlafen. Natürlich können da überfüllte Campingplätze und störende Nachbarn diesen Eindruck trüben. Deshalb ist es unter Freiheits- und Abenteuersuchenden besonders beliebt, sein Zelt oder Schlafsack einfach mitten in der freien Natur aufzustellen. Leider ist das Wildcampen in Deutschland im Gegensatz zu manch anderen europäischen Ländern nur eingeschränkt möglich. Wer dort übernachtet, wo es eigentlich verboten ist, der kann manchmal eine unangenehme und sogar teure Überraschung erleben. Deshalb verrate ich Euch nun, wo das Wildcampen in Deutschland erlaubt ist und was im schlimmsten Fall passieren kann, wenn Ihr erwischt werdet.

Wildcampen Deutschland

©Nutthaseth Van /Shutterstock.com

Wildcampen Deutschland



Orte

Mit dem Rucksack losziehen und das Zelt aufschlagen, wo es einem gefällt – Eine Traumvorstellung für jeden Abenteurer. Leider ist das Wildcampen in Deutschland nicht überall erlaubt. Allerdings wird das Übernachten im Schlafsack ohne Zelt fast überall geduldet. Grundsätzlich solltet Ihr Euch aber erst einmal merken, dass in extra markierten Bereichen und Naturschutzgebieten das Wildcampen verboten ist. Falls Ihr in einem dieser Gebiete trotzdem übernachtet und erwischt werdet, dann könnt Ihr mit hohen Bußen rechnen. Beachtet auch, dass die Gesetze zum Wildcampen in Deutschland je nach Bundesland etwas unterschiedlich ausfallen und auch unterschiedlich geahndet werden. In Bayern, Bremen, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Hessen und Berlin ist das Zelten in freier Landschaft nicht ausdrücklich verboten. Schwieriger wird es in Bundesländern wie Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und im Saarland.

Tipps

Für das Wildcampen in Deutschland gibt es keine bis ins Detail festgelegten Gesetze. Je nach Gebiet liegt das Übernachten in freier Wildbahn meist in einer Grauzone und auch die Strafen sind abhängig von den Beamten, die Euch dabei erwischen. Hinzu kommt noch, dass das Wildcampen in Deutschland je nach Bundesland anders gehandhabt wird. Deshalb habe ich nun ein paar exklusive Tipps für Euch, wie das Wildcampen in Deutschland mit Zelt, Schlafsack, Wohnmobil und Auto möglich ist.

Biwakieren

Campen Hängematte Paar

©g-stockstudio /Shutterstock.com

Der Unterschied zwischen Zelten und Biwakieren ist, dass Ihr beim Biwakieren unter freiem Himmel ohne Zelt übernachtet. Ob Ihr dabei einfach nur Euren Schlafsack auf der Wiese ausrollt oder Euch ein ganzes Nest mit Iso- oder Hängematte baut, bleibt dabei Euch überlassen. Biwakieren in der freien Natur ist weder gesetzlich verboten, noch erlaubt. Doch ohne Zelt gestaltet sich das Wildcampen in Deutschland deutlich unproblematischer. Ohne Zelt dürft Ihr in Deutschland fast überall für eine Nacht schlafen. Ausgenommen hierbei sind speziell markierte Bereiche sowie Naturschutzgebiete. In Deutschland und vor allem in Schleswig-Holstein gibt es mittlerweile immer häufiger sogenannte „Naturlagerplätze“, wie man sie beispielsweise aus Skandinavien kennt, die für eine oder maximal zwei Nächte genutzt werden können.

Zelt

Campen Zelt Sonnenuntergang

©noppawan leecharoenphong /Shutterstock.com

Das Aufstellen eines Zeltes in der „zivilisierten“ Wildnis ist in Deutschland nur selten erlaubt. Deshalb solltet Ihr mit Eurem Zelt am besten auf Privatgrundstücke ausweichen, für die Ihr zuvor um Erlaubnis gebeten habt. Vor allem im ländlichen Gebieten sind die meisten Menschen sehr gastfreundlich und stellen Euch mit Sicherheit gerne Ihr Grundstück zur Verfügung, wenn Ihr freundlich darum bittet. Habt Ihr vor, Euer Zelt mitten im Wald aufzustellen, dann muss ich oder spätestens ein Beamter Euch einen Strich durch die Rechnung machen. Zelten im Wald ist in Deutschland nicht erlaubt. Einige Bundesländer verbieten sogar in der Nachtzeit das Betreten nicht gekennzeichneter Wege im Wald. Ihr solltet außerdem beachten, ob der Wald öffentlich oder privat ist, denn private Waldabschnitte dürft Ihr ohne die Genehmigung des Besitzer im Allgemeinen nicht betreten.

Auto & Wohnwagen

Camper Van

©Predrag Milosavljevic /Shutterstock.com

Mit dem Wohnwagen dürft Ihr, genauso wie in Österreich und der Schweiz, auf den Raststätten der Bundesstraßen für eine Nacht bleiben. Auf staatlichen Parkplätzen könnt Ihr ebenfalls eine Nacht im Wohnwagen oder umgebauten Bulli schlafen, solange ein Hinweisschild nichts anderes sagt. Aber natürlich stellt man sich unter Wildcampen in Deutschland mit dem Auto oder Wohnmobil etwas anderes vor, als auf einem schmuddeligen Rastplatz zu übernachten. Doch beim Übernachten in der freien Natur gestaltet sich die Situation etwas anders. Das Campen im Auto oder im Wohnmobil außerhalb von gekennzeichneten Campingplätzen, also beispielsweise auf freien Feldern oder mitten in Waldgebieten, ist verboten und kann zu erheblichen Strafen führen. Auf der sicheren Seite seid Ihr auch hier wieder beim Übernachten auf Privatgrundstücken, für die Ihr Euch vorab eine Erlaubnis beim Besitzer eingeholt habt.

Strafen & Kosten

Wildcampen in Deutschland ist prinzipiell keine Straftat, sondern eine Ordnungswidrigkeit, die dennoch mit hohen Bußgeldern geahndet wird. Je nach Bundesland und dem Ermessen der Beamten erwarten Euch beim Wildcampen in Deutschland von fünf bis zu 500 Euro Strafe. Campt Ihr auf landschaftlich genutzten Flächen wie Rapsfelder oder Zierwiesen, dann kann der Eigentümer der Felder Schadensersatz verlangen. Wenn Ihr auf Privatgrundstücken übernachtet, solltet Ihr Euch unbedingt die Einverständnis des Besitzers einholen. Andernfalls droht Euch eine Strafverfolgung wegen Hausfriedensbruch, was nochmal viel teurer werden kann, als ein kleines Bußgeld.

Das könnte Euch auch interessieren…