Kreditkarte war gestern: Immer mehr Reiseveranstalter bieten die Möglichkeit, Reisen mit Bitcoin zu bezahlen. Vor allem in den USA hat sich die Krypto-Währung, die auch als Pseudo-Geld verschrien ist, in allen Bereichen des alltäglichen Lebens durchgesetzt. In Deutschland läuft der Prozess noch eher schleppend. Doch gerade im Reisebereich bieten erste populäre Reiseplattformen und Hotelketten die Bezahlung der Reisen mit Bitcoin an. Wo Ihr bereits mit der Internet-Währung zahlen könnt und welche Vor- und Nachteile das virtuelle Geld hat, erfahrt Ihr hier.

Reisen mit Bitcoin

©Robyn Mackenzie/Shutterstock.com



Was sind Bitcoins?

Der Bitcoin ist eine digitale Währung, die 2009 von bis heute unbekannten Programmieren erfunden wurde, die sich hinter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto verbergen. Sinngemäß bedeutet Bitcoin nichts anderes als „Digitale Münze„. Das besondere an der digitalen Währung ist, dass sie losgelöst vom normalen Bankverkehr funktioniert. Damit unterliegt sie keiner staatlichen Aufsicht und Kontrolle durch die Zentralbank, Notenbanken sowie anderen konventionellen Kreditinstituten, die in der Vergangenheit das Vertrauen des Kunden erschüttert haben. Die Idee des Bitcoin ist es, sein Geld – ohne den Umweg über einen Vermittler – sicher und einfach elektronisch transferieren zu können. Bitcoins existieren nur kryptographisch, also als verschlüsselte Informationen, und werden im Online-Wallet, einer digitalen Brieftasche, gespeichert.

„Das Kernproblem konventioneller Währungen ist das Ausmaß an Vertrauen, das nötig ist, damit sie funktionieren. Der Zentralbank muss vertraut werden, dass sie die Währung nicht entwertet, doch die Geschichte des Fiatgeldes ist voll von Verrat an diesem Vertrauen. Banken muss vertraut werden, dass sie unser Geld aufbewahren und es elektronisch transferieren, doch sie verleihen es in Wellen von Kreditblasen mit einem kleinen Bruchteil an Deckung. Wir müssen den Banken unsere Privatsphäre anvertrauen, vertrauen, dass sie Identitätsdieben nicht die Möglichkeit geben, unsere Konten leerzuräumen.“ – Satoshi Nakamoto

Wo kann man Bitcoins kaufen?

Um Bitcoins zu erwerben, benötigt man zunächst eine Online-Wallet, die virtuelle Brieftasche. Diese wird entweder auf dem Smartphone, PC oder Tablet eingerichtet. Die Wallet kann man sich ähnlich vorstellen wie ein Girokonto. Von hier aus werden sämtliche Transaktionen in Auftrag gegeben und empfangen. Je nachdem, wo Ihr Eure Wallet installieren wollt und welche Anforderungen Ihr an die „Brieftasche“ habt, stehen unterschiedliche Wallets zur Auswahl. Eine Übersicht erhaltet Ihr auf bitcoin.org. Die Kontoeröffnung geht in der Regel schnell und einfach. Um in die Wallet nun einzahlen zu können, müssen die Bitcoins erst ein mal mit realem Geld erworben werden. Dies geht, je nach Anbieter, entweder per Überweisung, Paypal oder Kreditkarte auf sogenannten Bitcoin-Marktplätzen. Zu den führenden Anbietern in Deutschland zählt beispielsweise bitcoin.de. Bitcoins können aber auch offline erworben werden. Sogenannte Bitcoin-Treffen werden, auch im deutschsprachigen Raum, immer beliebter. Neben dem Handel mit der Kryptowährung werden diese Treffen auch genutzt um sich über die aktuellsten Entwicklungen zum Thema Bitcoin und Blockchain, dem Sicherheitssystem hinter den Bitcoin-Transaktionen, auszutauschen.

Bitcoin Logo

Reisen mit Bitcoin – so geht’s!

Zugegeben: Die Möglichkeiten seine Reisen mit Bitcoin zu zahlen sind in Deutschland noch relativ gering. Nichtsdestotrotz gibt es einige Anbieter, bei denen Ihr – mit ein paar Tricks – mit dem virtuellen Geld bezahlen könnt.

Unterkünfte

Wer auf der Suche nach Unterkünften ist, die man mit Bitcoin bezahlen kann, hat bei folgenden Anbietern die Möglichkeit, virtuelles Geld auszugeben.

Expedia

Auf der US-amerikanischen Seite von Expedia ist das Bezahlverfahren über Bitcoin bereits fest integriert. Um Eure Reisen mit Bitcoins zahlen zu können, könnt Ihr Eure Unterkunft ganz einfach über die US-amerikanische Seite buchen. Dort sind weltweit alle Unterkünfte verfügbar, die auch über die deutschsprachige Seite angeboten werden. Der einzige Unterschied ist nur, dass der Bestellprozess in englischer Sprache durchgeführt wird. Da dieser identisch zur deutschen Version ist, könnt Ihr die deutschsprachige Expedia-Seite zur Hilfe nehmen. Bisher wird das Bitcoin-Bezahlverfahren nur für längere Aufenthalte in ausgewählten Unterkünften angeboten. Flüge sowie Kurztrips können also bisher noch nicht mit der digitalen Münze gezahlt werden. Hier geht’s zur US-amerikanischen Buchungsseite von Expedia:

zu Expedia

9Flats

9Flats funktioniert wie Airbnb: Hier können Privatpersonen aus aller Welt Ihre Zimmer und Unterkünfte zur Miete anbieten. Mehr als 6 Millionen private Unterkünfte sind derzeit über 9Flats buchbar, die mit Bitcoins bezahlt werden können. Einzige Einschränkung: Die Unterkünfte müssen als „Sofort buchbar“ gekennzeichnet sein. Hier gehts zum Angebot von 9Flats:

zu 9Flats

Hotels

Mittlerweile bieten auch immer mehr Hotels die Bezahlung per Bitcoin an, wie beispielsweise die A&O Hotels. Eine Übersicht über weitere Hotels erhaltet Ihr unter coinmap.org. Dort seht Ihr unter dem Filter „Lodging“ welche Hotels in der Stadt Eurer Wahl die Online-Währung akzeptieren. Zudem sind auf der Karte u.a. Restaurants, Cafes, Attraktionen, Transport- und Shoppingmöglichkeiten verzeichnet, bei denen Ihr ebenfalls mit Bitcoins zahlen könnt.

zur Coinmap

Reiseanbieter

Ihr möchtet lieber eine Pauschalreise buchen? Oder seid auf der Suche nach einem Flug? Dann empfehle ich Euch den spanischen Reisevermittler Destinia. Hier gibt es zwar nicht so ein großes Angebot wie beispielsweise auf Expedia, dafür ist das angebotene Tool aber ziemlich praktisch: Es zeigt Euch immer die günstigste Kombination aus Flug und Unterkunft für Eure Reisedaten an. Beides kann separat und manuell geändert werden. Das große Plus: Hier könnt Ihr nicht nur Eure Unterkunft mit Bitcoins bezahlen, sondern auch Pauschalreisen, Flüge und Mietwagen. Hier gehts zum Anbieter:

zu Destinia

Vor- und Nachteile des Bitcoin

Vorteile

  • Bitcoins sind weltweit, zu jeder Zeit und Jedermann zugänglich und dadurch eine Art internationale Währung.
  • Das Netzwerk unterliegt weder staatlichen Regierungsbehörden noch Banken und agier somit frei und unabhängig.
  • Bitcoins sind nahezu fälschungssicher und anonym.

Nachteile

  • Zwar sind Bitcoins durch ihre Begrenzung auf 21 Millionen vor Inflation geschützt, dafür besteht jedoch das Risiko einer Deflation, denn: Je geringer die Anzahl an Bitcoins wird, desto wertvoller werden sie. Deshalb hat sich ein aktienähnlicher Markt mit ihnen entwickelt: Viele Käufer legen die Bitcoins „auf die hohe Kante“, anstatt mit Ihnen zu zahlen und sie so in Umlauf zu bringen.
  • Um mit ihnen zu bezahlen erfordert es eine stabile Internetverbindung.
  • Sollte ein Land in Zukunft entscheiden, dass die Bezahlung mit Bitcoins verboten wird, hätte das einen massiven Kurseinbruch zur Folge.

Wem die Sache mit dem virtuellen Geld noch suspekt ist, dem empfehle ich eine kostenlose Kreditkarte, mit der Ihr weltweit kostenlos Geld abheben könnt 😉