Keine Wände, keine Toilette, keine Dusche: Im Null Stern Hotel in den Schweizer Alpen ist der Name – zumindest hinsichtlich der Hotelkategorie – Programm. Mitten in den Bergen steht die wohl schmuckloseste Unterkunft der Schweiz. Lediglich ein Doppelbett steht den Gästen hier zur Verfügung. Und genau das macht den Aufenthalt hier so reizvoll.

 



Die Unterkunft

Ein Doppelbett, zwei Nachttische, zwei Leselampen: Das Inventar des Null Stern Hotel ist recht bescheiden. Die Toilette, ein original Alp-Plumpsklo, befindet sich einen 5-minütigen Fußmarsch entfernt. Ruhe und Einsamkeit werden hier gänzlich neu definiert. Der Stromanschluss und der Butler-Service, der das Frühstück serviert, sind der einzige „Luxus“, den die Gäste der Unterkunft in Anspruch nehmen können. Zumindest wenn man Luxus im herkömmlichen Sinne versteht. Denn trotz seiner Einfachheit bietet das Hotel ein einzigartiges Erlebnis: Eine Übernachtung in einer traumhaften und unverwechselbaren Naturkulisse zwischen dem Grau der Berge, dem Grün der Wiesen und dem Blau des Nachthimmels. Somit ist eines sicher: Mehr Sterne gehen wohl kaum!

© Null Stern

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Die Geschichte

Das Null Stern Hotel wurde am 09. Juni 2017 eröffnet. Das Künstlerduo Frank und Patrik Riklin hatten 2009 bereits das damals als Kunstprojekt gestartete, erste Null Stern Hotel in einem ehemaligen Zivilschutzbunker in Teufen eröffnet. Hinter den tonnenschweren Stahltüren verbargen sich lediglich ein Bett sowie ein Bildschirm, der Landschaftsbilder ins triste Grau der Unterkunft projizierte. Die Künstler verstanden das Projekt als Antwort auf den zunehmenden Luxus und Größenwahn der Gesellschaft. Mit umgerechnet 18 Euro pro Nacht war die Übernachtung dementsprechend günstig. Der Hype, der kurze zeit später ausgelöst wurde, sprach für sich. Da die Laufzeit des Projekts auf ein Jahr begrenzt war, schloss der Hotelbunker 2010 wieder seine Pforten.

© Claudio Baeggli

Übernachtung im Null Stern Hotel

Das aktuelle Null Stern Hotel ist eine Neuauflage des Konzepts und schließt nahtlos an den Erfolg an. Die mediale Aufmerksamkeit und zunehmende Popularität haben sich allerdings auch auf den Preis ausgewirkt: Umgerechnet stolze 230 Euro kostet eine Übernachtung in den Bergen. Einbußen gab es aufgrund des horrenden Preises allerdings nicht. 2017 war das Bett komplett ausgebucht. Für 2018 gibt es bereits eine Warteliste.

© Claudio Baeggli

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