Reisepass Weltkarte

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Reiseliebhaber tragen ihn meist wie eine kleine Trophäe mit sich: Den Reisepass. Die bunt gestempelten Seiten geben Zeugnis davon ab, wie viele unterschiedliche Länder man schon besucht hat. Je bunter und je mehr, desto besser. Doch es gibt einige Stempel, die ein hohes Konfliktpotential mit sich bringen. Dies gilt vor allem für Stempel aus Staaten, zwischen denen die diplomatischen Beziehungen angespannt sind oder miteinander im Krieg liegen bzw. kürzlich lagen. Im Extremfall kann Reisenden an der Grenzkontrolle am Flughafen oder am Grenzübergang sogar die Einreise verwehrt werden. Erfahrt im Folgenden, welche Stempel im Reisepass problematisch sind und welche Lösungen es gibt.

Stempel aus Israel

Wer eine Reise durch die arabischen Länder auf seiner Bucket List stehen hat, könnte mit einem israelischem Stempel Probleme bekommen. Der Nahost-Konflikt wirkt sich auch auf Touristen aus. Wer einen Stempel aus Israel im Reisepass hat, wird höchstwahrscheinlich Schwierigkeiten bei der Einreise in den Iran, im Libanon oder in Kuwait bekommen. Auch Touristen, die lediglich eine Zwischenlandung in den Ländern machen, können davon betroffen sein. Bei Einreise nach Israel erhalten Touristen aus diesem Grund auch automatisch eine Einreisekarte  („Border Control Clearance“), die den Stempel ersetzt. Diese Einreisekarte sollte immer mitgeführt werden, insbesondere bei der Überquerung von Kontrollpunkten. Wer öfters nach Israel reisen möchte, dem wird empfohlen, einen zweiten Reisepass zu beantragen. Dieser wird bei der berechtigten Interesse ausgestellt.

Stempel aus anderen arabischen Ländern

Reisepass Stempel

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Wer einen Stempel im Reisepass aus anderen arabischen Ländern hat und nach Israel einreisen möchte, muss nicht um seine Einreise bangen. Jedoch müssen sich Reisende auf eine eventuelle Sicherheitsbefragung am Flughafen einstellen. Dies gilt vor allem für Stempel aus Ländern wie dem Iran, Malaysia, Indonesien oder dem Sudan. Ausnahmeländer sind Ägypten und Jordanien.

Auch für die Beantragung des Visums für die USA kann es zu Einschränkungen kommen. So müssen beispielsweise Reisende mit Stempeln aus Syrien, Sudan, Libyen, Jemen, Somalia, Irak und Iran persönlich in der US-Botschaft in Berlin oder in den US-Konsulaten in Frankfurt oder München erscheinen und die Absichten ihrer Reise erläutern, um ein Visum beantragen zu können.

Stempel aus der Türkei

Wer gelegentlich einen Sommerurlaub in der Türkei verbringt, braucht sich keine Sorgen zu machen. Wer allerdings regelmäßig in die Türkei reist und ein Visum für China beantragen möchte, muss damit rechnen, im Generalkonsulat der Volksrepublik China in Frankfurt zu erscheinen und persönlich weitere Angaben zu den Anlässen dieser Reisen machen zu müssen.

Visapflichtige Staaten

Mit dem Inkrafttreten der neuen Pauschalreiserichtlinie am 1. Juli sind deutsche Reisebüros gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Kunden vor Vertragsabschluss über die Visa- und Impfvorschriften sowie Einreisebestimmungen des Ziellandes zu informieren. Prinzipiell haben Besitzer des bordeauxroten Reisepasses buchstäblich einen Freifahrtsschein in der Tasche. Innerhalb des Schengen-Raums benötigen Reisende vorab kein Visum. Mit 46 Staaten haben deutsche Staatsangehörige auch die wenigsten visapflichtigen Staaten. Dies macht das rote Büchlein zum wertvollsten Reisepass der Welt.