Nachhaltiges Reisen ist in aller Munde und auch der Ökotourismus in Südafrika erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Der Respekt vor natürlichen Ressourcen steigt und das Land mit einer unglaublichen Biodiversität hat sich vor allem in den letzten Jahren zu einem echten Trendziel für Ökotouristen entwickelt. Ohne Frage: Südafrika ist ein atemberaubendes Land mit einer unglaublichen Landschaft und Artenvielfalt, die es unter allen Umständen zu schützen gilt. Ich erkläre Euch hier in Zusammenarbeit mit South African Tourism, was Ökotourismus überhaupt bedeutet, welche Möglichkeiten es im ganzen Land gibt, um nachhaltig zu reisen und natürlich habe ich auch ein paar ganz besondere Reiseziele sowie hilfreiche Tipps für Euch im Gepäck.

Ökotourismus in Südafrika

© Hajakely/Shutterstock.com

Ökotourismus – die nachhaltige Form des Reisens

Bevor ich Euch die positiven Entwicklungen Südafrikas und die Möglichkeiten vorstelle, wie Ihr aktiv zum Klima- und Naturschutz beitragen könnt, wollt Ihr natürlich erst einmal wissen, was Ökotourismus überhaupt im Detail bedeutet und welche Arten es generell für Euch gibt, nachhaltig zu reisen.

Was ist Ökotourismus?

Mittlerweile gibt es viele Bezeichnungen für nachhaltiges Reisen, die sich in ihren Definitionen minimal unterscheiden, aber grundlegend die gleichen beziehungsweise ähnliche Ziele verfolgen. Daher werden Begriffe wie Ökotourismus, Sanfter Tourismus, Grüner Tourismus, Intelligenter Tourismus oder auch Naturtourismus oftmals synonym verwendet. Durch den Ökotourismus oder Nachhaltigen Tourismus, der weltweit immer mehr Anklang findet, soll beim Reisen so wenig wie möglich in die Natur eingegriffen werden, Klimaschutzkonzepte werden entwickelt und vor allem ein verbessertes Ressourcenmanagement rückt in den Mittelpunkt. Viele Ökotouristen wollen außerdem ihre Reiseziele möglichst authentisch erleben und voll in das regionale Leben abseits der Touristenpfade eintauchen, um besondere Einblicke zu bekommen.

Ökotourismus wirkt demnach also vor allem dem mitunter schlechten Einfluss des herkömmlichen Tourismus entgegen und es fängt schon mit den kleinen Dingen an, die man als Reisender in Gegenden auf der ganzen Welt tun kann. Wenn Ihr Euch allumfassend über Ökotourismus, beliebte Reiseziele für Ökotouristen sowie die Vor- und Nachteile informieren wollt, empfehle ich Euch meinen Überblick zum Ökotourismus. Dort erfahrt Ihr auch, was Ihr selbst gezielt tun könnt, um Euren nächsten Urlaub so nachhaltig wie möglich zu gestalten.

Ökotourismus im Überblick

Ökotourismus in Südafrika

Speziell auf das wunderschöne und artenreiche Land Südafrika bezogen, hat sich in Sachen Ökotourismus vor allem in den letzten Jahren extrem viel getan und sowohl Einheimische als auch Touristen sind zu einem positiven Umdenken gekommen, das sich vor allem messbar im Klima- und Naturschutz sowie zu großen Teilen auch in der Wirtschaft widerspiegelt. Immer mehr umweltfreundliche Unterkünfte und klimaneutrale Hotels sprießen im ganzen Land aus den Böden und reduzieren den ökologischen Fußabdruck der begeisterten Gäste. Doch aufgepasst: Recherchiert am besten immer kurz vor der Buchung einer Unterkunft, ob Ihr Euch auf die Klimaversprechen auch wirklich verlassen könnt – einen Hinweis geben hier zum Beispiel Gütesiegel!

 

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Soziokulturelle Ziele in Südafrika

Das Bewusstsein, die vielfältige Flora und Fauna Südafrikas zu schützen, freut nicht nur Pinguin, Nashorn und Co., sondern auch die einheimische Bevölkerung, die vom Ökotourismus in Südafrika profitiert. Vor allem die soziokulturellen Ziele der Ökotouristen, nämlich auch abseits der Touristenpfade ein Land kennen zu lernen und somit voll in das authentische regionale Leben einzutauchen, bringen speziell in weniger bekannten Provinzen positive Entwicklungen mit sich. Durch den daraus resultierenden Ausbau der Infrastruktur finden beispielsweise vor allem Bewohner ärmerer Regionen schneller Anschluss in den größeren Orten und Städten, in denen ihnen viel mehr Förderungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Ein weiterer Vorteil, der nicht zu vernachlässigen ist: Schätzungen gehen davon aus, dass in Südafrika allein in einem Jahr etwa 5.000 neue Jobs durch die Effekte des Ökotourismus geschaffen werden, was natürlich mit der Reduzierung von Armut im ganzen Land einhergeht. Nicht nur Unternehmen aus der Tourismusindustrie und innovative Unternehmen in den großen Städten ermöglichen vielen Arbeitslosen einen Job und damit eine bessere Zukunft. Auch in den ärmeren, meist ländlichen Regionen werden zum Beispiel durch die erhöhte Nachfrage nach regionalen Produkten und handgefertigten Waren neue Arbeitsplätze geschaffen. Auch das Thema Ressourcenmanagement steht bei vielen Umweltschützern ganz oben auf der Agenda. Einen besonderen Stellenwert nimmt dabei der sogenannte Water Wise Tourism ein, den ich Euch nachfolgend genauer vorstelle.

 

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Water Wise Tourism in Südafrika

Eine besondere Form des Ökotourismus hat sich in den letzten Jahren in Südafrika unter dem Namen Water Wise Tourism entwickelt. Hauptsächlich besteht diese Tourismusform aus einem effizienten Ressourcenmanagement in Bezug auf die Wassernutzung Südafrikas. Durch das warme und trockene Klima ist Wasser als lebenserhaltendes Elixier eine seltene und sehr vergängliche Ressource, was vor allem in Anbetracht des Klimawandels zu einem immer größeren Problem wird und im Jahr 2017 zu einer regelrechten Wasserkrise führte. Vor allem Einheimische und Unternehmen, auch aus der Tourismusbranche, setzen sich für die Reduzierung des Wasserverbrauchs ein und ziehen mit ihren sehr innovativen Ideen und Aktionen auch viele Touristen in den Bann.

Bewusster Umgang mit Wasser in Südafrika

Besonders in Hotels und Restaurants wird sich dem Thema angenommen – sie sind die Vorreiter im Wasser sparen – und das nicht nur in Großstädten. So werden zum Beispiel für die effiziente Wassernutzung große Wassertanks installiert, in denen abfließendes Wasser aus Duschen und Waschbecken erst einmal gefiltert und dann gesammelt wird. Dieses Wasser wird dann zum Beispiel für die Toilettenspülungen genutzt. Das spart nicht nur Unmengen an Frischwasser, sondern wahrt auch den Respekt vor dem wichtigen Gut. In vielen öffentlichen Gebäuden wurde außerdem der Wasserdruck so weit gesenkt, dass weniger Wasser in der gleichen Zeit durch die Leitungen läuft. Auch die vielen Grünflächen Südafrikas müssen natürlich bewässert werden, um in ihrer vollen Pracht zu erstrahlen. Dazu wird vor allem Regenwasser verwendet, das in großen Tanks gesammelt wird. In nur drei Jahren wurde mit diesen und weiteren Maßnahmen der Wasserverbrauch von 1,2 Milliarden Litern auf sage und schreibe 515 Millionen Liter reduziert.

 

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Nachhaltige Reiseziele in Südafrika

Natürlich wollt Ihr jetzt wissen, welche Reiseziele Südafrikas sich besonders gut eignen, um neben der Erkundung des Landes auch Gutes zu tun und Euren ökologischen Fußabdruck weitestgehend zu minimieren. Südafrika ist vor allem für Touristen – dabei ist es natürlich egal, ob Ökotourist oder nicht – das Land der unendlichen Weite, der exotischen Tiere wie Elefanten und Pinguine und der ganz besonderen Safaris. Ich habe mich zwischen Savannen und Regenwald im vielfältigsten Land in Afrika umgesehen und stelle Euch hier eine Auswahl der Parks, Reservate und Schutzgebiete vor, die Ihr als Ökotourist unbedingt bereisen solltet. Wenn Ihr mehr über die Nationalparks, Wildreservate und möglichen Safaris in Südafrika erfahren wollt, empfehle ich Euch außerdem meinen separaten Artikel, in dem Ihr zusätzliche Informationen zu den Parks und zu vielen weiteren Naturreservaten, auf denen es Hektar für Hektar Neues zu entdecken gibt, erhaltet:

Nationalparks in Südafrika

Südafrika Isimangaliso Wetland

iSimangaliso Wetland Park

Der Nationalpark in KwaZulu-Natal an der Ostküste, der natürlich zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurde, bietet Euch auch am Meer und im Wasser faszinierende Tiere und Pflanzen, die Ihr bei einem Tauch- und Schnorchelabenteuer in den Schutzgebieten genauer unter die Lupe nehmen könnt. Im iSimangaliso Wetland Park gibt es übrigens den größten Krokodil­- und Flusspferdbestand im ganzen Land.

Foto: ©Benny Marty/Shutterstock.com

Südafrika Addo Elephant Nationalpark

Addo Elephant Nationalpark

Wer schon immer einmal alle der Big 7 – Löwe, Leopard, Elefant, Nashorn, Büffel, Wal und Weißer Hai – in freier Wildbahn erleben wollte, muss im Addo Elephant Nationalpark vorbeischauen! Auf einer Größe von 1.640 Quadratkilometern ist er der drittgrößte Nationalpark des Landes. Sucht Euch eine der vielen Eco-Lodges für die Übernachtungen aus und verbringt unvergessliche Tage inmitten unberührter Natur!

Foto: ©JONATHAN PLEDGER/Shutterstock.com

Südafrika Kgalagadi Transfrontier

Kgalagadi Transfrontier Nationalpark

Der Kgalagadi Transfontier Park ist eines der größten Ökosysteme Afrikas, erstreckt sich über Südafrika, Namibia und Botsuana und wartet mit vielen exotischen Tieren und besonderen Pflanzenarten auf Euch. Macht auf jeden Fall eine Safari im Naturschutzgebiet und freut Euch auf Antilopen, Gnus sowie Springböcke und viele kleinere und putzige Bewohner. Obwohl die sehr trockene Landschaft fast unbewohnbar scheint, könnt Ihr mit etwas Glück sogar einen Löwen in freier Wildbahn beobachten!

Foto: ©Simon Eeman/Shutterstock.com

Indien Kerala Meesapulimala Peak

uKhahlamba-Drakensberg Park

Dieser Park überzeugt nicht unbedingt mit einer artenreichen Tierwelt, dafür vielmehr mit einer unglaublichen Landschaft, in der die gigantischen Drakensberge – die dem Park den Namen geben – hervorstechen. Vor allem Aktivurlauber kommen hier im Einklang mit der Natur voll auf ihre Kosten. Beachtet, dass Ihr aufgrund der großen Höhenunterschiede und den dadurch resultierenden Temperaturschwankungen auch warme Kleidung einpackt. Die Felsmalereien in den vielzähligen Höhlen solltet Ihr Euch nicht entgehen lassen!

Foto: ©Dmytro Gilitukha/Shutterstock.com

Tipps für einen nachhaltigen Urlaub in Südafrika

Euer nächstes Reiseziel ist also Südafrika und Ihr wollt auch aktiv am Klima- und Umweltschutz mitwirken? Dann habe ich hier ein paar empfehlenswerte Tipps für Euch, was Ihr bei der Planung Eures Abenteuers in Südafrika und bei Eurem Aufenthalt, zum Beispiel während Safaris, vor Ort tun könnt:

  • Klimaausgleich: Natürlich kann niemand von Euch erwarten, dass Ihr mit dem eigenen Auto oder gar mit der Bahn statt dem Flugzeug nach Südafrika reist. Es gibt jedoch Möglichkeiten, einen monetären Beitrag für den Klimaausgleich zu zahlen. Bei Anbietern wie atmosfair könnt Ihr zum Beispiel den CO2-Ausstoß ausgleichen.
  • Unterkünfte: Achtet bei der Auswahl Eurer Übernachtungsstätten auf umweltfreundliche und nachhaltige Unterkünfte, die Ihr mitunter an speziellen Zertifikaten erkennen könnt. Private Unterkünfte sind übrigens nachhaltiger als große Hotelbauten.
  • Lebensmittel: Kauft vor allem regionale und saisonale Produkte Südafrikas ohne Plastikverpackungen. Lebensmittel, die keinen langen Transportweg haben, reduzieren Euren ökologischen Fußabdruck.
  • Reisen in der Nebensaison: Weicht bei Eurer Reise ganz einfach auf die Nebensaison, die Green Season, aus. Dadurch unterstützt Ihr die lokale Wirtschaft und übrigens lässt sich damit gleichzeitig auch bares Geld sparen. In der Green Season sind die Unterkünfte meist günstiger und auch die Besichtigungen von Sehenswürdigkeiten sind aufgrund der geringeren Menschenmassen deutlich angenehmer.
  • Wasser sparen: Ganz im Zeichen des Water Wise Tourism, den ich Euch oben genauer erklärt habe, solltet Ihr in Südafrika respektvoll mit der Ressource Wasser umgehen und nur so viel Frischwasser verwenden, wie Ihr wirklich braucht.
  • Tierschutz: In Südafrika gibt es viele Tierschutzprogramme, an denen Ihr Euch zum Beispiel durch Freiwilligenarbeit beteiligen könnt. Unterscheidet jedoch auf jeden Fall zwischen kommerziellen Touristenattraktionen, die manchmal mehr Leid als Freud bei den Tieren verursachen, und den Organisationen, die wirklich helfen.
  • Reiserouten: Südafrika ist viel zu groß, um das ganze Land während einer einzigen Rundreise zu entdecken. Nehmt Euch lieber genügend Zeit, um eine Region in Gänze zu erkunden und reduziert somit durch die nicht notwendigen langen Transfers Euren ökologischen Fußabdruck. Es gibt übrigens auch Safaris, bei denen Ihr größtenteils zu Fuß unterwegs seid.

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