Sightseeing und Frankfurt? Aus meiner Sicht wird die Metropole am Main total unterschätzt, deshalb habe ich hier Ratschläge und Tipps für euren Besuch in Frankfurt. Durch seine Hochhäuser und das Rotlichtviertel direkt am Bahnhof ist die Stadt oft, als einerseits snobbig und andererseits dreckig verschrien. Dabei hat Frankfurt wirklich schöne Ecken und ist auf jeden Fall eine Reise wert. Was Ihr in „Mainhatten“ auf jeden Fall gesehen haben solltet und wo Ihr „lägger“ Essen gehen könnt erfahrt Ihr in den folgenden Tipps für einen Städtetrip nach Frankfurt.


Tipps in Frankfurt – Inhalt:


Frankfurt Skyline

Frankfurt Skyline Foto: © SeanPavonePhoto – Fotolia.com.

Der Römer – das Wahrzeichen

Hier werden Frankfurter Helden gefeiert und Bünde fürs Leben geschlossen. Der Römer ist das Wahrzeichen der Main-Metropole und diesen solltet Ihr auf den Fall gesehen haben. Das Rathaus der Stadt und die besondere Anordnung der Gebäude und deren treppenartige Fassade machen den Rathauskomplex so einzigartig. Vor dem Amtsgebäude befindet sich ein sehr großer Platz, welcher von schönen, schnuckeligen Altstadthäusern umrahmt wird – hoffentlich hat Euer Handy eine Panoramafunktion. Dieser Platz vor dem Rathaus nennt sich der Römerberg. Wenn also die Frankfurter Eintracht (das ist ein Fußballverein) irgendwann einmal Meister werden sollte, dann wird auf dem Römerberg aber so was von die Post abgehen. Wieso der „Römer“ Römer heißt, ist allerdings nicht zu 100 % geklärt!

MyZeil – der Shopping Gigant

Die Zeil ist die Einkaufstraße in Frankfurt. 2009 hat hier die „MyZeil“ eröffnet, die größte Shoppingmall der Stadt. Ganze 77.000 Quadratmeter laden Euch, verteilt auf 6 Stockwerke, zum Shoppen ein. Hier gibt es wirklich alle Geschäfte, die anderswo auf einer ganze Einkaufstraße verteilt sind. Tipp: Für alle, die keine Freunde des Massenkonsums sind, lohnt es sich trotzdem bei der MyZeil vorbei zu schauen, denn das Gebäude ist ein architektonisches Highlight. Das Gebäude ist eine futuristische Kombination auf 3.200 Glaselementen und Stahl. Noch ein kleiner Insider-Tipp: Nach der Eröffnung war der Besucherandrang so groß, dass man nur schubweise in die Mall gelassen wurden. Ich garantiere Euch aber, dass Ihr aktuell keine Probleme beim Einlass bekommen werdet. Die Anfangseuphorie ist längst abgeflaut.

Das Bankenviertel – wo das Geld wohnt

Sie sind der Grund, wieso Frankfurt auch „Mainhatten“ heißt, denn sie prägen die Skyline der Main-Metropole – die Bankgebäude. In Frankfurt gibt es ein sogenanntes „Bankenviertel“, was eigentlich sowas wie ein kleiner Stadtteil ist. Hier haben alle wichtigen nationalen, aber auch internationalen Banken ihren Sitz. Diese Bankgebäude sind meistens echte Wolkenkratzer mit unzähligen Stockwerken und können einen echt zum Staunen bringen. Leider sind so gut wie alle Gebäude nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, nur einer – der Main-Tower. Hier kommt Ihr mit einem der 26 Aufzüge auf die 198 m hochgelegene Aussichtsplattform. Dieser Blick über Frankfurt hat es in sich. Auf geht’s also mit Euch auf den drittgrößten Wolkenkratzer der Stadt. Wenn Ihr schon im Bankenviertel seid, dann müsst Ihr unbedingt noch bei „Best Worscht in Town“ vorbei schauen; was es hier zu Essen gibt erfahrt Ihr weiter unten.

Das Museumsufer – schlendern am Mainufer

Frankfurt liegt bekanntlich am Main und das Tolle ist, dass man den Fluss trotz Großstadt wirklich toll erleben kann. Der Tipp für alle wärmeren Tage: Im Sommer könnt Ihr Euch am Mainufer bequem auf die Wiese legen und ein oder mehrere Kaltgetränke genießen. Das südliche Mainufer ist hervorragend für lange Spaziergänge geeignet und dient als kulturelle Flaniermeile.

Das sogenannte Museumsufer stellt mit seinen 15 Museen eine echt tolle Kultur-Meile dar. Wenn man ehrlich ist, dann erstreckt sich das „Museumsufer“ auch noch auf die nördliche Seite des Mains und in die Altstadt, aber das flussnahe Gelände mit den ganzen Museen trägt einfach den Namen Museumsufer. Hier bekommt man wirklich ganz unterschiedliche Museen geboten, wie z.B. das Museum für Angewandte Kunst, das Deutsche Filmmuseum, das Museum für Kommunikation, aber auch ein Völkerkundemuseum. Wenn Ihr Euch also für Museen begeistert, dann bringt viel Zeit mit und schaut Euch das Museumsufer an. Mein Museums-Geheimtipp: das Museum für komische Kunst am Weckmarkt 17.

Die Paulskirche – hier wurde Geschichte geschrieben

Ursprünglich wurde die Paulskirche von 1789 bis 1833 als evangelische Hauptkirche Frankfurts gebaut. Wirklich bekannt ist die Paulskirche aber, weil hier die verfassungsgebende Nationalversammlung von 1848 bis 1849 tagte. Ziel der Versammlung war es eine Verfassung für den Deutschen Bundesstaat zu entwerfen – es entstand die erste Verfassung des deutschen Reiches. Die Paulskirche wurde im 2. Weltkrieg stark zerstört, aber wieder aufgebaut und als „Haus aller Deutschen“ wiedereröffnet. Man kann hier heute durch eine kleine Ausstellung über die Deutsche Geschichte gehen, welche äußerst sehenswert ist. Außerdem sind Bilder von den berühmten Persönlichkeiten ausgestellt, die damals bei der Paulskirchen-Versammlung dabei waren. Die Paulskirche ist aus geschichtsträchtiger Sicht auf jeden Fall einen Besuch wert.

Frankfurter Messegelände – Weltklasse mitten in der Stadt

Messe Frankfurt, das habt Ihr sicher schon mal irgendwo gehört oder gelesen. Auf dem Messegelände in Frankfurt finden jedes Jahr zahlreiche Messen statt, die wohl bekannteste ist die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA). Das Gelände ist mit 592.127 Quadratmetern der zweitgrößte Messeplatz auf der Welt. Normalerweise liegen die Messegelände ja eher außerhalb der Stadt, in Frankfurt aber kann man zu Fuß vom Hauptbahnhof zum Messeeingang gelangen und das in grade mal 20 Minuten. Das Gelände ist auf jeden Fall beeindruckend und wenn gerade eine Messe stattfindet, die Euch interessiert, dann statt dieser doch einfach einmal einen Besuch ab. Hier könnt Ihr auf langen Laufbändern ganz zügig das ganze Messegelände ablaufen und Euch in allen Hallen umsehen.

Frankfurt Finanzviertel

Frankfurt Finanzviertel, © Sergii Figurnyi – Fotolia.com

Sachsenhausen – das Kult Viertel

Wie die Bayern ihr Bier, haben die Hessen ihren „Äppelwoi“. Gemacht wird er – wie der Name schon sagt – aus Äpfeln und ist ein alkoholisches Getränk. Dieses enthält ca. 5-6 % Alkohol und wird am besten gekühlt genossen. Getrunken wird das alkoholische Getränk aus einem sogenannten „Bembel“, was ein bauchiger Krug aus Steingut ist. Die meisten Apfelwein-Wirtschaften oder auch Äppelwoi-Kneipen genannt, gibt es im Stadtteil Sachsenhausen. Wenn Ihr also ordentlich einen drauf machen wollt, dann ist Sachsenhausen dafür super geeignet und der ultimative Party-Tipp in Frankfurt. Starten könnt Ihr Eure Äppelwoi-Tour zum Beispiel in der Kult-Kneipe „Zum Gemalten Haus“ in der Schweizer Strasse 67.

Fortbewegen in Frankfurt

Man nennt Sie zwar die Mainmetropole, aber eigentlich ist Frankfurt echt überschaubar. Wenn Ihr fit seid, dann könnt Ihr das Meiste in Frankfurt zu Fuß erreichen. Von was ich Euch definitiv abrate, ist die S-Bahn. Die Stationen sind nicht die saubersten und vor allem: Ihr seht nichts von der Stadt. Wenn Ihr nicht gehen könnt oder wollt sind die Fahrräder der Deutschen Bahn eine super Alternative. Die „Call-A-Bike“-Räder stehen gefühlt an jeder zweiten Ecke und laut DB sind im Stadtgebiet 1.000 Räder im Umlauf.

Lecker Essen in Frankfurt

Das „Nationalgericht“ der Hessen ist der Handkäs mit Musik. Handkäs ist ein stark riechender, aber sehr eiweißhaltiger Käse, der ursprünglich mit der Hand geformt wurde und so zu seinem Namen kam. Die Ergänzung „mit Musik“ bedeutet, dass der Käse mit einer traditionellen Marinade aus Essig, Öl und Zwiebeln serviert wird. Angeblich wird der Name „Musik“ von den Geräuschen abgeleitet, die die Zwiebeln im Bauch verursachen. Wenn Ihr dieses typisch hessische Gericht mal gerne testen möchtet, dann solltet Ihr beim „Ebbelwoi Unser“ in der Abtsgässchen 8 vorbei schauen.

Ein weiteres kulinarisches Highlight in Frankfurt ist die „Best Worscht in Town“, hier gibt es angeblich die schärfte Currywurst der Republik. Oft findet sich eine lange Schlange vor dem Snack-Container im Grünenburgerweg 37, denn alle wollen die best „Worscht“ probieren. Wenn man den Geschichten traut, dann nehmen Menschen sogar die Anreise von mehreren hundert Kilometern auf sich, um diese Curry Wurst zu testen. Ihr solltet also unbedingt an der Bude vorbei gehen und auch mal  eine dieser Spezialitäten testen. Ich empfehle Euch nicht gleich mit der Schärfsten zu beginnen, auch wenn Ihr ansonsten hart im nehmen seid. :)

Ich hoffe, ich konnte Euch einen kleinen Überblick über die Sehenswürdigkeiten in Frankfurt geben. Wenn Ihr jetzt direkt Lust auf einen Städtetrip nach Frankfurt bekommen habt, dann schaut doch mal hier rein.