Es wird Zeit für Camping in Norwegen. Schnappt Euch Eure Zelte, das Auto oder den Wohnwagen und bereist die weitläufige Landschaft Norwegens mit Fjorden, Bergen und Küsten. Sucht Euch einen der über 1.000 Campingplätze aus oder macht vom Jedermannsrecht Gebrauch. Alle wichtigen Tipps rund um Euren Campingurlaub in Norwegen gebe ich Euch in diesem Artikel – wann die beste Reisezeit ist und welche Regeln es für das Campen in Norwegen gibt, außerdem mit welchen Preisen Ihr rechnen müsst, was für Campingplätze Ihr findet, wie diese ausgestattet sind oder welche Alternativen Ihr nutzen könnt.

Camping in Norwegen

©Dmitry Naumov/Shutterstock.com

Karte

Norwegen ist groß und die Campingplätze verteilen sich im ganzen Land. Von Kristiansand ganz im Süden bis rauf in den Norden über den Polarkreis hinaus nach Tromsø. Es gibt fünf Landesteile im Königreich Norwegen: Nord-Norge, Sörlandet, Tröndelag, Vestlandet und Östlandet. Jede Region hat ganz eigene landschaftliche Eigenschaften, die es sich lohnt zu erkunden. Außerdem ist natürlich auch das Wetter ganz unterschiedlich, je nachdem wo Ihr Euch befindet. Um Euch einen ersten Überblick zu verschaffen, habe ich eine Karte erstellt. Ihr findet darin eine Auswahl an Campingplätzen und könnt Euch so bequem durchklicken.

Camping in Norwegen

So vielfältig wie das Land der Fjorde selbst ist, ist auch der Campingurlaub in Norwegen. Die atemberaubende und abwechslungsreiche Landschaft habe ich bereits erwähnt und ist kein Geheimtipp mehr, wenn man an Norwegen denkt. Dazu könnt Ihr während der Camping-Hauptsaison von Mai bis September viele Aktivitäten in der Natur machen – egal ob in der weitläufigen Wildnis oder an der Küste. Sowohl im Sommer als auch im Winter, werdet Ihr von den Menschen gastfreundlich begrüßt und habt die Auswahl zwischen Camping auf dem Land oder in Stadtnähe. Viele Plätze sind sehr gut ausgestattet, verfügen über Hütten und gute Stellplätze, so dass Ihr Euch aussuchen könnt, wie viel Komfort Ihr buchen wollt.

Egal ob Ihr mit einem Camper, einem Gespann aus Auto und Wohnwagen, nur mit dem Auto oder mit Bus und Bahn, Eurem Fahrrad und Zelt anreist – einmal für Camping in Norwegen entschieden, wollt Ihr so schnell nicht wieder weg. Die Erlebnisse und all die Schnappschüsse werden Euch lange an den naturnahen Urlaub erinnern. Die Campingplätze in Norwegen bieten Euch entweder alle nötigen Stellplätze für Euer Gefährt, schnuckelige Hütten oder Flächen, auf denen Ihr das Zelt aufbauen könnt. Die Plätze sind gut ausgeschildert, Ihr findet sie gut. Begrüßt werdet Ihr an Rezeptionen, gesprochen wird Englisch sowie mancherorts auch Deutsch. Viele der Campingplätze in Norwegen sind nicht in Parzellen unterteilt, sondern erlauben es Euch ein gemütliches Plätzchen auszusuchen.

Norwegen Camping Zelt

©Dmitry Naumov/Shutterstock.com

Anreise

Wer in den Campingurlaub fährt, für den ist der Weg das Ziel. Bis rauf in den Norden Norwegens, zum Beispiel zum Nordkap oder auf die Lofoten, ist es mit dem Wohnwagen natürlich weit, aber die Strecke relativiert sich nun mal bei dieser Art von Urlaub und der tollen Aussicht unterwegs. Erst recht, wenn man genügend Zeit hat. Eine Möglichkeit ist es, entweder die Hin- oder Rückfahrt durch Schweden zu wählen, die jeweils andere Fahrt kann dann ganz gemächlich und genüsslich durch Norwegen gemacht werden. Bedenkt, dass Ihr für diesen Landweg wegen der Überquerung der Örseundbrücke und Storebælt-Brücke Zeit und Geld für die Maut-Gebühren einplant. Direkt nach Norwegen kommt Ihr ansonsten mit den Fähren. Dafür fahrt Ihr zum Beispiel bis in die dänische Hafenstadt Hirtshals, von wo aus Ihr dank Fjord Line und Color Line mehrere Verbindungen wählen könnt:

  • Hirtshals, Dänemark – Kristiansand, Norwegen: 1 Stunde und 15 Minuten; oder 3 Stunden und 15 Minuten
  • Hirtshals, Dänemark – Larvik, Norwegen: 1 Stunde und 15 Minuten
  • Hirtshals, Dänemark – Langesund, Norwegen: 1 Stunde und 15 Minuten
  • Hirtshals, Dänemark – Stavanger, Norwegen: 1 Stunde und 15 Minuten
  • Hirtshals, Dänemark – Bergen, Norwegen: 1 Stunde und 15 Minuten

Auch von Deutschland aus könnt Ihr mit der Color Line nach Norwegen fahren. Die Verbindung von Kiel nach Oslo dauert allerdings rund 20 Stunden.

Norwegen Camping Fähre

©Viktor Sokolov – Fjord29/Shutterstock.com

Campingcard

Es gibt den sogenannten „Camping Key Europe“ (CKE). Eine Karte von Automobilclubs und skandinavischen Campingverbänden. Vorteil der Karte ist definitiv, dass Ihr auf vielen Plätzen in Norwegen verschiedene Rabatte und Leistungen erhaltet. Zum Beispiel könnt Ihr schneller ein- und auschecken, wenn Ihr Euren Campingplatz erreicht habt, könnt dort außerdem von Unfallversicherungen profitieren, Ihr bekommt manche Fährtickets, Mautstrecken oder Einlässe zu Sehenswürdigkeiten günstiger. Der ADAC gibt die Karte für Mitglieder für zwölf Euro heraus (Nicht-Mitglieder zahlen etwas mehr). Sie gilt dann zwölf Monate lang. Alternativ bestellt Ihr die Karte beim Norwegischen Campingverband, wo es sie seit 2019 per App nur noch in elektronischer Form gibt, oder kauft sie vor Ort auf einem Campingplatz, wo sie allerdings oft provisorisch ausgestellt wird.

Preise

Auch wenn Norwegen nicht gerade als günstiges Reiseland bekannt ist, fallen die Preise für Campingplätze hier nicht so viel höher aus. Im Schnitt sind die Kosten ähnlich wie in anderen Europäischen Reiseländern. In der Hauptreisezeit im Sommer zahlen Urlauber zwischen 20 und 30 Euro pro Nacht. Zusätzliche Gebühren werden üblicherweise für warmes Duschwasser sowie Wäschewaschen, Sauna oder andere Specials erhoben.

Wildcampen

Norwegen bietet mit dem Jedermannsrecht – auf Norwegisch „Allemannsretten“ – eine Besonderheit in Sachen Wildcampen. Das Gesetz ist seit über 60 Jahren Teil Norwegens und besagt, dass ein Zelt in der Landschaft aufgebaut werden darf. Voraussetzung dafür ist aber, dass es mindestens 150 Meter Abstand zu bewohnten Objekten hat und Reisende sich dort nur eine Nacht aufhalten. Der rücksichtsvolle Umgang mit der Natur wird vorausgesetzt. Bei mehreren Nächten braucht Ihr theoretisch eine Erlaubnis der Grundstückseigentümer. Achtung: Das Gesetz gilt ausschließlich für Camper, die nicht motorisiert unterwegs sind. Immer wieder wird angenommen, dass die Erlaubnis auch für Camper mit Gefährt gilt.

Norwegen Trolltunga Camping

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Campingplätze in Norwegen

Ich garantiere Euch, da ist für jeden Campingurlaub in Norwegen etwas dabei. Von ganz einfachen Plätzen, die über das Nötigste verfügen und lediglich aus grünen Wiesen ohne feste Stellplätze oder Stromanschlüsse bestehen, über Urlaub in Hütten, in denen übernachtet werden kann, bis hin zu Glamping auf luxuriösen Plätzen mit hohem Standard und Wellness. Eines haben die meisten vielerorts gemeinsam, sie sind eingebettet in die Wildnis Skandinaviens und laden ein, die Gegend nach Anreise und Check-in mit dem Camper oder Wohnwagen zu erkunden. Die meisten Plätze sind gut gepflegt und sauber. Außerdem gehört kostenloses WiFi zum Angebot.

Meine Empfehlungen

Ich stelle Euch eine kleine Auswahl an Campingplätzen vor, die sich im Land der Fjorde und steilen Küsten von Nord nach Süd und Ost nach West verteilen.

Kristiansand Feriesenter

  • Region: Kristiansand
  • diverse Stellplätze, Hütten
  • Highlights: eigener Strand, Sport, Bootvermietung, Tauchen, Minigolf
  • Website

Sølvgarden Hotell og Feriesenter

  • Region: Rysstad
  • Stellplätze, Appartementhütten
  • Highlights: Kultur- und Waldlandschaft Setesdal, Spiel- und Badeplatz, Gaststätte
  • Website

Kolvereid Familie Camping

  • Region: Kolvereid
  • diverse Stellplätze, Hütten
  • Highlights: ganzjährig geöffnet, Angeln, Bootstouren, Kajakfahren, Fahrradtouren
  • Website

Lyngen North

  • Region: Spåkenes
  • Ferienhäuser, Glasiglus
  • Highlights: Whirlpool, Grillhütte, Sauna, Bootshafen
  • Website

Bergen Camping Park

  • Region: Bergen
  • diverste Stellplätze, Hütten
  • Highlights: ganzjährig geöffnet, familienfreundlich, Spielplatz
  • Website

Beitostølen Hytte og Camping

  • Region: Beitostølen
  • diverse Stellplätze, Hütten
  • Highlights: Sauna, Dampfsauna, Massage, Solarium
  • Website

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