Um die kleinen Wunder der Natur erleben zu können, müsst Ihr gar nicht bis ans andere Ende der Welt fliegen. Ein Blick auf die Landkarte von Deutschland genügt schon, um Euer nächstes Reiseziel zu finden, denn auch wir haben wunderschöne Nationalparks direkt vor unserer Haustüre, die definitiv einen Besuch wert sind. In ganz Deutschland gibt es derzeit insgesamt 16 Nationalparks, in denen die Natur von Menschenhand möglichst unberührt gelassen werden soll. Welche Naturspektakel die Nationalparks für Euch parat haben, zeige ich Euch jetzt auf meiner kleinen Reise einmal quer durch Deutschland.

Sachsen Sächsische Schweiz Kamnitzklamm

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Karte

Nationalparks

Die Nationalparks ziehen sich von der Nordsee durch ganz Deutschland bis in die hintersten Eckchen von Bayern. Wattenmeere, Wälder, Felsenlandschaften und Moore warten darauf, von Euch entdeckt zu werden. Bei uns in Deutschland gibt es zu wirklich zu jeder Jahreszeit etwas zu erleben. Im Winter lohnt es sich die Nationalparks in den Bergen, die mit Schnee überzogen fast schon märchenhaft aussehen, mit ein paar Skiern oder Schneeschuhen bewaffnet zu erkunden. Am Wattenmeer wird es auch im Sommer durch den atlantischen Ozean nicht zu heiß. Was Euch in den deutschen Nationalparks noch so erwartet, erfahrt Ihr jetzt von mir.

Das Deutsche Wattenmeer

Auf meiner kleinen Reise durch Deutschlands schönste Nationalparks fange ich am besten ganz oben an. Das Deutsche Wattenmeer setzt sich aus insgesamt drei Wattenmeere, also drei Nationalparks zusammen: dem Schleswig-Holsteinischen, Hamburgischen und Niedersächsischen Wattenmeer.

  • Das Schleswig-Holsteinische Wattenmeer wurde 1985 gegründet und stetig erweitert. Neben den typischen Bewohnern der Nordsee wie Wattwürmer, Robben und Seehunde, leben hier besonders viele Schweinswale und Brandgänse. Mit einer Fläche von 4.410 Quadratkilometern ist die Region der größte Nationalpark in Deutschland.
  • Das Niedersächsische Wattenmeer wurde 1986 gegründet und erstreckt sich von der Elbmündung über die Ostfriesischen Inseln bis hin zur Grenze der Niederlanden. Auf einer Fläche von rund 345.800 Hektar sind Dünen, Strände, Sandbänke und Salzwiesen geschützt. In Campen könnt Ihr auf den höchsten Leuchtturm Deutschlands steigen und das Wattenmeer von oben betrachten.
  • In der Elbmündung findet Ihr das Hamburgische Wattenmeer, ein Nationalpark, der 1990 gegründet wurde. Hier könnt Ihr kilometerlange Wattwanderungen unternehmen und den Sonnenuntergang gemeinsam mit Kegelrobben genießen.

Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer Gänse

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Jasmund

Der kleinste Nationalpark in Deutschland, mit nur 3003 Hektar, ist der Jasmund auf Rügen. Der Park umfasst auch die berühmten Kreidefelsen und den Königsstuhl, ein Aussichtspunkt, von dem Ihr einen atemberaubenden Blick auf die Küste von Rügen habt. Ein großer Teil des Nationalparks besteht aus Buchenwäldern, die seit 2011 teilweise zum UNESCO-Weltnaturerbe gehören.

Harz

Mit 24.750 Hektar ist der Harz Nationalpark der größte Waldnationalpark Deutschlands und erstreckt sich von Niedersachsen bis Sachen-Anhalt, rund um den Brocken, der mit 1141 Metern als höchster Berg im Mittelgebirge gilt. Vom Brocken aus hat man eine wunderschöne Aussicht auf Felsenlandschaften sowie Fichten- und Buchenwälder. Im Winter eignet sich der Brocken perfekt zum Skifahren und Rodeln.

Sächsische Schweiz

Seit 1990 gilt der deutsche Teil des Elbsandsteingebirges der Sächsischen Schweiz als Nationalpark. Er ist der einzige Felsen-Nationalpark in Deutschland. Ein super Fotomotiv ist die berühmte Basteibrücke, die Euch eine wahnsinnige Aussicht bietet, sowie die größte Felsenfestung Europas, die Festung Königsstein. In dem Nationalpark leben zahlreiche seltene Tierarten, wie Eulen, Eisvögel, Fledermäuse und Kreuzotter. Während Eurer Wanderung durch die Landschaft solltet Ihr auch den Lichtenhainer Wasserfall und die Burg Hohenstein auf keinen Fall auslassen. Durch die vielen Felsen ist die Sächsische Schweiz ein beliebtes Ziel für Hobby und Profi-Kletterer.

Sächsische Schweiz Elbsandsteingebirge

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Hainich

Der 1997 gegründete Nationalpark Hainich liegt in Thüringen und ist 7500 Hektar groß. Er ist vor allem bekannt für seine Baumwipfelpfade, auf denen Ihr stundenlang durch die Baumkronen schlendern könnt. Seit 2011 gehören die Buchenwälder zum UNESCO-Weltnaturerbe. Neben den Baumwipfelpfaden gibt es auch zahlreiche andere Wege am Waldboden, auf denen Ihr einmal quer durch den Nationalpark radeln und wandern könnt.

Eifel

Der 11.000 Hektar große Nationalpark in Rheinland-Pfalz existiert als solcher erst seit 2004. Über 2.000 bedrohte Tier- und Pflanzenarten finden hier auf 10.700 Hektar ein sicheres Zuhause, zwischen Laubwäldern und vielen kleine Bächen. Auf rund 240 Kilometern Weg könnt Ihr durch den Park wandern und trefft dabei auf Erdkröten, Feuersalamander, Biber und Wildkatzen. Auf manchen Strecken dürft Ihr auch mit dem Fahrrad fahren oder auf einem Pferderücken die Aussicht genießen.

Hunsrücks-Hochwald

Der jüngste Nationalpark in Deutschland ist der Hunsrücks-Hochwald, gegründet 2015, im Mittelgebirge Hunsrück in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. In dem Park soll über die Jahre hinweg eine Renaturierung stattfinden: Fichten, die in dem Gebiet von Menschen angepflanzt wurden, sollen wieder durch einheimische Pflanzen ersetzt und die Moore wieder bewässert werden. Der Hochwald beheimatet so viele Wildkatzen wie sonst kein anderes Gebiet in ganz Europa. Für Actionfans gibt es eine Sommerrodelbahn in Erbeskopf.

Bayern Nationalpark Bayerischer Wald-luchs

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Schwarzwald

Der rund 10.000 Hektar große Schwarzwald in Baden-Württemberg besteht aus Bergmischwäldern, in denen Fichten, Buchen und Tannen wachsen. In den Wäldern wohnen Rehe und Schwarzspechte sowie Libellen und Alpenspitzmäuse. Highlight ist der Triberger Wasserfall. Durch den ganzen Nationalpark ziehen sich außerdem aus der Eiszeit geformte Felsen, die rötlich leuchten. Wenn Ihr noch mehr zu den schönsten Wäldern in Deutschland erfahren möchtet, dann klickt Euch in meinen weiteren Artikel.

Bayerischer Wald

Der im Jahr 1970 erste in Deutschland gegründete Nationalpark ist der Bayerische Wald in Richtung tschechischer Grenze. Heute ist er 24.271 Hektar groß und gilt zusammen mit dem benachbarten Böhmerwald als größte zusammenhängende Waldfläche Mitteleuropas. Auf einer Wanderung durch die Berge des Bayerischen Waldes warten Wasserfälle, Bergbäche, Hochwälder voller Fichten und Urwaldreste, Hochmoore und Moorseen darauf, von Euch bestaunt zu werden. Zwischen dem dichten Wald und in den Seen leben Wanderfalken, Biber, Otter, Luchse und Wildkatzen. Mit ein bisschen Glück trefft Ihr sogar auf einen Elch, der sich aus Tschechien hierher verirrt hat.

Berchtesgaden

An der untersten Spitze angekommen, wartet eine einzigartige Alpenlandschaft auf Euch. Der Nationalpark Berchtesgaden befindet sich rund um den Königssee und ist ein beliebtes Ziel für Wandertouristen. Über 400 Kilometer Wanderweg zieht sich durch das 20.800 Hektar Biosphärenreservat. Hunderte Vogelarten brüten hier, darunter Steinadler und das Alpenschneehuhn. Die Gegend eignet sich im Winter auch perfekt zum Skifahren und bietet eine märchenhafte Kulisse.

Bayern Nationalpark Berchtesgaden

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Obwohl sie es nicht unter meine Top 10 geschafft haben, sind die restlichen Nationalparks selbstverständlich ebenfalls einen Besuch wert! Einzigartige Strände findet Ihr an der Ostseeküste in dem Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Die Besonderheit der Boddenlandschaft ist das Windwatt, welches nicht durch Ebbe und Flut beeinflusst wird, sondern durch den Wind. Mitten in Hessen liegt der Nationalpark Kellerwald-Edersee, einer der schönsten deutschen Badeseen. Der 322 Quadratkilometer große Nationalpark Müritz liegt in Mecklenburg-Vorpommern und ist vor allem bei Wanderern und Radfahrern sehr beliebt. Von Mai bis Oktober fährt eine exklusive Nationalpark-Buslinie, die Euch auf dem Gelände von einem Spot zum Nächsten bringt. Das Untere Odertal liegt im äußersten Osten von Deutschland und ist seit 1995 ein Nationalpark. Die Landschaft ist überzogen von vielen kleinen Deichen, die den Ort vor Überflutung schützen. Im Frühjahr und Winter kommt es  dennoch zu überschwemmten Wiesen, diese werden dann gerne von Zugvögeln als Rastplatz genutzt.

Zelten

Auch wenn das Zelten mitten in der Natur reizvoll ist und rechtlich eine Grauzone, solltet Ihr es der Natur zu Liebe besser lassen. Denn jeder noch so kleine Eingriff in die Tier- und Pflanzenwelt kann großen Schaden anrichten. Wenn Ihr erwischt werdet, müsst Ihr nicht nur mit einer Geldstrafe und einem Platzverweis rechnen, sondern im schlimmsten Fall auch mit einer Anzeige. Sucht stattdessen lieber einen offiziellen Campingplatz auf. Mittlerweile gibt es in Deutschland auch extra ausgewiesene Trekkingplätze ohne viel Schnickschnack drum herum. Dort dürft Ihr ganz legal Euer Zelt aufschlagen und das sogar teilweise kostenlos oder gegen kleines Geld.

Ihr habt richtig Lust bekommen die Schönheit der Natur direkt vor unserer Haustür zu erkunden, wollt aber lieber in einem Hotelbett schlafen, statt auf dem Boden? Dann checkt doch mal meine Deutschland-Schnäppchen und schaut, ob Ihr ein passendes Angebot findet! Ihr interessiert Euch nicht nur für die schönsten Nationalparks, sondern möchtet auch die besten Sehenswürdigkeiten in Deutschland auf keinen Fall verpassen? In meinem Artikel habe ich Euch die TOP 12 der absoluten Must Sees aufgelistet.