Kartenzwang bei Sehenswürdigkeiten, Bargeld fürs Bakschisch. Das richtige Bezahlen in Ägypten erfordert die passende Mischung. Wir zeigen, wie Ihr teure Wechselgebühren meidet, welcher Währungsmix sich lohnt und mit welchen Kreditkarten Ihr 2026 gebührenfrei bleibt.

Erfolg
Bezahlen in Ägypten: Alles auf einen Blick
  • Kartenzwang an Sehenswürdigkeiten: Pyramiden, Museen und Tempel akzeptieren ausschließlich Kartenzahlung (Visa/Mastercard). Physische Karte immer als Backup für Smartphone-Zahlungen mitnehmen.
  • Immer in EGP abrechnen (DCC-Falle): An Geldautomaten und Terminals stets die Landeswährung Ägyptisches Pfund, EGP, („ohne Umrechnung“) wählen – die Abrechnung in Euro kostet 8 bis 12 % Aufschlag.
  • Gebührenfreie Reisekreditkarte nutzen: Karten ohne Fremdwährungs- und Abhebegebühren (z. B. Hanseatic GenialCard, easybank Visa, Bank Norwegian) verhindern teure Gebühren Eurer Hausbank.
  • Nur offizielle Bank-ATMs nutzen: Bargeld bei Instituten wie NBE, Banque Misr oder CIB abheben. Meidet unbeschriftete Hotel- und Euronet-Automaten wegen hoher Zusatzgebühren.
  • Bakschisch nur in kleinen EGP-Scheinen: Noten von 5 bis 50 EGP griffbereit halten. Keine Euro-Münzen geben, da ägyptische Banken ausländisches Hartgeld nicht umtauschen.
  • Visum passend in bar bereithalten: Die 30 USD fürs „Visa on Arrival“ am Flughafen passend bar (in USD oder Euro) dabeihaben; Kartengeräte an den Schaltern fallen oft aus. (Achtung: Sinai-Ausnahme)

Euro oder Ägyptisches Pfund: Warum Ihr meist in Landeswährung zahlen solltet

Gefahr
Währungsschwankungen & DCC-Falle

Das Ägyptische Pfund (EGP) unterlag in den letzten Jahren starken Abwertungen und die Inflation ist spürbar. Wenn Ihr mit der falschen Karte zahlt oder am Automaten/Terminal der dynamischen Währungsumrechnung (DCC) zustimmt, zahlt Ihr extrem hohe Wechselkursaufschläge. Zudem drohen teure Betreibergebühren an dubiosen Hotel-Geldautomaten.

Erfolg
Ein Tipp vorweg

Holt Euch Ägyptische Pfund nicht auf einmal, sondern immer nur in kleinen Beträgen für 2 bis 3 Tage. Der Rücktausch von EGP in Euro vor dem Rückflug ist an ägyptischen Flughäfen oft nur mit offiziellem Wechselbeleg und mit Kursverlusten möglich. Münzen werden gar nicht zurückgetauscht. Wichtig: Maximal 5.000 EGP dürfen in bar aus Ägypten ausgeführt werden – höhere Restbeträge vor der Passkontrolle umtauschen und ATM-Belege aufbewahren.

Sparen mit der Landeswährung EGP

Generell solltet Ihr in Ägypten sowohl bei Barzahlungen als auch bei Kartenzahlungen fast immer auf die Landeswährung Ägyptisches Pfund (EGP) setzen. Das hat drei handfeste Gründe:

  • Touristen-Aufschläge bei Euro-Preisen: Zwar werden in beliebten Urlaubsregionen wie Hurghada oder Sharm el-Sheikh fast überall Euro akzeptiert, doch diese Bequemlichkeit hat ihren Preis. Händler und Gastronomen kalkulieren Euro-Preise oft mit Phantasiekursen oder runden sehr großzügig zu ihren Gunsten auf. Wer in Landeswährung bezahlt, fährt fast immer günstiger.
  • DCC-Falle bei Kartenzahlungen: DCC steht für Dynamic Currency Conversion (dynamische Währungsumrechnung). Fragt Euch das Display am Kartenterminal oder am Geldautomaten, ob Ihr in EUR oder EGP abrechnen wollt, wählt immer EGP aus. Bei einer Abrechnung in Euro übernimmt der lokale Zahlungsdienstleister die Umrechnung. Das Resultat ist fast immer ein drastisch schlechterer Kurs mit verdeckten Aufschlägen von 8 bis 12 Prozent.
  • Verlust beim Wechselgeld: Wenn Ihr bar mit Euro-Scheinen bezahlt, bekommt Ihr Euer Restgeld nahezu ausnahmslos in Ägyptischen Pfund ausgezahlt. Welchen Umrechnungskurs der Verkäufer dafür ansetzt, entscheidet er spontan selbst – und garantiert nicht zu Eurem Vorteil. So zahlt Ihr bei jedem Kauf unnötig drauf.

Wann Euro oder US-Dollar Pflicht oder sinnvoll sind

Für alltägliche Ausgaben bleibt das Ägyptische Pfund zwar die beste Wahl, doch in bestimmten Situationen sind Euro oder US-Dollar nicht nur gern gesehen, sondern teils zwingend vorgeschrieben.

Tauchen in Ägypten
Tauchkurse bezahlt Ihr in der Regel in Euro oder Dollar.
  • Einreisevisum am Flughafen:
    • Wenn Ihr ohne E-Visum anreist, dann kauft die Marke am besten vor der Passkontrolle an den Bankschaltern im Terminal. Am günstigsten ist es, die Gebühr in Höhe von 30 US-Dollar passend in bar bereitzuhalten. Eine Barzahlung in Euro ist meist möglich, durch schlechte Wechselkurse und Rundungen jedoch spürbar teurer. Auf Kartenzahlung solltet Ihr Euch nicht verlassen, da Terminals selten vorhanden sind oder oft ausfallen.
    • Geld sparen mit „Sinai-Only-Visum“: Landet Ihr am Flughafen Sharm El Sheikh (SSH) und bleibt maximal 15 Tage an den Küstenorten der Sinai-Halbinsel (Sharm El Sheikh, Dahab, Nuweiba, Taba), benötigt Ihr kein kostenpflichtiges Visum. Wichtig: Plant Ihr Ausflüge außerhalb dieses Küstenstreifens – auch bei Tagesausflügen – benötigt Ihr zwingend vorab das reguläre Visum.
  • Große Touren und Tauchpakete: Viele Anbieter von Wüstensafaris, Tauchkursen am Roten Meer oder Heißluftballonfahrten über Luxor setzen Preise direkt in Euro oder US-Dollar an, um sich gegen Kursschwankungen des Pfunds abzusichern. Steht der Preis in Euro fest, zahlt am besten direkt in Euro, um doppelte Wechselverluste zu umgehen.
  • Trinkgeld in Scheinen: Gehen die kleinen Pfund-Noten aus, nimmt das Servicepersonal auch Euro an. Wichtig dabei ist, ausschließlich Scheine zu geben, da ägyptische Banken ausländische Münzen nicht umtauschen.
  • Zugtickets für Fern- und Nachtzüge: Für Fahrten mit der staatlichen Eisenbahn (Egyptian National Railways, z. B. auf den beliebten Strecken Kairo–Luxor–Assuan) gilt für ausländische Touristen ein gesetzlicher Devisenzwang. Schalter verlangen zwingend die Bezahlung in US-Dollar oder Euro. Wenn Ihr versucht, Fernzugtickets mit Ägyptischen Pfund zu kaufen, werdet Ihr am Schalter abgewiesen.

Geld abheben in Ägypten: Vorsicht vor Automaten-Gebühren

Gebühren beim Geldabheben

Das Abheben von Bargeld an ägyptischen Geldautomaten (ATMs) kann schnell zu einer teuren Angelegenheit werden. Die Kosten setzen sich meist aus drei verschiedenen Faktoren zusammen:

Surcharges (ATM-Betreibergebühren): Viele freistehende Automaten in Hotelresorts, an Strandpromenaden oder in reinen Touristengebieten erheben eine direkte Gebühr pro Vorgang. Diese Gebühr wird zwar vor der Bestätigung am Bildschirm angezeigt, treibt die Kosten für Bargeld aber spürbar in die Höhe.

Gebühren Eurer Hausbank: Nutzt Ihr Eure herkömmliche Bankkarte aus Deutschland, langen viele Filialbanken und Sparkassen doppelt zu: Es fallen Fremdwährungs- bzw. Auslandseinsatzgebühren an (oft 1,5 bis 2,5 Prozent des Umsatzes), häufig kombiniert mit einer pauschalen Abhebegebühr von 5 bis 10 Euro pro Vorgang.

Zinsfalle bei Kreditkarten: Manche Kreditkarten werben zwar mit weltweit gebührenfreien Abhebungen, berechnen jedoch ab dem Tag der Bargeldverfügung hohe Sollzinsen, bis die Monatsabrechnung beglichen ist. Prüft daher vorab genau die Konditionen Eurer Karte.

Mann hebt Geld ab am Geldautomat
Wenn Ihr wisst wie, lassen sich Abhebegebühren in Ägypten vermeiden.

So vermeidet Ihr Abhebegebühren in Ägypten

Mit der richtigen Strategie und der passenden Kartenauswahl könnt Ihr fast alle unnötigen Kosten beim Geldabheben umgehen:

  • Geldautomaten seriöser Banken nutzen: Steuert gezielt Geldautomaten großer, renommierter ägyptischer Banken an. Institute wie die National Bank of Egypt (NBE), die Banque Misr oder die CIB (Commercial International Bank) erheben in der Regel keine eigenen Betreibergebühren für ausländische Karten und nutzen faire Abrechnungskurse.
  • Drittanbieter- und Hotelautomaten meiden: Macht einen großen Bogen um Automaten von Drittanbietern wie Euronet sowie unbeschriftete Automaten, die direkt in Hotel-Lobbys oder Souvenirpassagen aufgestellt sind. Hier lauern fast immer saftige Eigengebühren und aggressive Umrechnungsfallen.
  • Immer Abrechnung in EGP wählen: Fragt der Automat am Ende der Transaktion, ob er den Betrag mit garantierter Umrechnung direkt in Euro abrechnen soll, lehnt Ihr das zwingend ab. Wählt stattdessen Optionen wie „Without Conversion“ bzw. die Abrechnung in der Landeswährung EGP. Nur dann rechnet Eure Bank zu Hause den Betrag zum fairen Devisenkurs ab. Achtet hier unbedingt auch auf die Menüführung. Diese ist oft so gestaltet, dass die teurere Option (Umrechnung in Euro) attraktiver wirkt.
Warnung
Transaktionslimits an Geldautomaten

Ägyptische Geldautomaten haben oft strenge Limits: Selbst Banken wie die Banque Misr zahlen Euch pro Vorgang meist nur 2.000 bis 4.000 EGP (etwa 40 bis 80 Euro) aus. Für größere Summen müsst Ihr daher mehrfach abheben. Denkt daran, Eure Karte in der Banking-App für Afrika freizuschalten, ansonsten werten deutsche Banken rasch aufeinanderfolgende Auslandsabhebungen als Missbrauchsverdacht und sperren die Karte.

Die besten kostenlosen Kreditkarten für Ägypten 2026

easybank Visa Kreditkarte (ehemals Barclays Visa)

Die easybank Visa kostet keine Jahresgebühr und verlangt in Ägypten weder Fremdwährungsgebühren beim Bezahlen noch Gebühren beim Geldabheben am Automaten. Weil es eine echte Kreditkarte ist, könnt Ihr damit vor Ort auch Kautionen für Unterkünfte oder Mietwagen hinterlegen, solange Euer Verfügungsrahmen ausreicht.

easybank Visa Kreditkarte

easybank Visa Kreditkarte (ehemals Barclays Visa)

  • Aktion: 60 € für Neukunden
  • 0 € Jahresgebühr
  • 0 € Fremdwährungsgebühren
  • 0 € Gebühren für Abhebungen
  • Zahlungsziel bis zu 59 Tage zinsfrei
  • 0 % Finanzierung bei 3 Monaten Laufzeit für Ausgaben unter 500 €
  • Apple Pay & Google Pay
  • 2 € monatlich für Lastschriftverfahren

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Wer sein Kartenkonto monatlich automatisch zu 100 Prozent per Lastschrift ausgleichen lassen will, zahlt dafür zwei Euro im Monat. Wenn Ihr diese Gebühr vermeiden wollt, müsst Ihr den Betrag jeden Monat selbst per Überweisung ausgleichen.

Bank Norwegian Kreditkarte

Die Bank Norwegian Kreditkarte verlangt in Ägypten keine Jahres- oder Fremdwährungsgebühren und das Abheben am Automaten kostet nichts. Eine Reiseversicherung ist bereits enthalten. Anders als bei Karten wie der TF Bank oder Advanzia zahlt Ihr Zinsen ab dem ersten Tag nur dann, wenn Ihr Bargeld direkt am Schalter holt. Am Automaten bleibt das Abheben zinsfrei.

Bank Norwegian Kreditkarte

Bank Norwegian Kreditkarte

  • 15 € Willkommensbonus
  • 0 € Jahresgebühr
  • Bis zu 44 Tage zinsfrei
  • Apple Pay, Google Pay & Garmin Pay
  • Reise- und Reiserücktrittsversicherung (weitere optional)
  • Weltweit kostenlos einsetzbar
  • 24,4 % eff. Jahreszins

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Hanseatic Bank GenialCard

Mit der Hanseatic GenialCard zahlt Ihr in Ägypten weder Fremdwährungsgebühren beim Einkaufen noch Gebühren beim Abheben am Geldautomaten. Die Karte selbst kostet keine Jahresgebühr. Weil es sich um eine echte Kreditkarte mit Verfügungsrahmen handelt und keine reine Debitkarte, könnt Ihr sie vor Ort problemlos für Kautionen im Hotel oder für Mietwagen nutzen.

Hanseatic Bank GenialCard

Hanseatic Bank GenialCard

  • 0 € Jahresgebühr
  • Weltweit gebührenfrei bezahlen
  • 0 € Gebühr für Bargeldabhebungen im Ausland und in teilnehmenden Geschäften
  • Keine Fremdwährungsgebühr
  • Flexible Rückzahlung in kleinen Raten (optional)
  • Kein Kontowechsel nötig
  • Schnelle digitale Beantragung
  • 50 € Mindestabhebung
  • 100%-Vollzahlung muss manuell aktiviert werden

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Warnung
Tipp für Ägypten: Mindestabhebung beachten

Die GenialCard ist ideal für Reisen, setzt beim Abheben jedoch weltweit einen Mindestbetrag von 50 Euro voraus.
Da manche ägyptische Automaten (wie die der Banque Misr) pro Vorgang maximal 2.000 EGP (ca. 38–40 Euro) ausgeben, wird die Anfrage dort automatisch abgelehnt.
Lösung: Weicht auf Automaten mit höherem Limit aus (z. B. CIB oder QNB) und wählt einen Betrag ab ca. 2.700 bis 3.000 EGP, damit die 50-Euro-Schwelle sicher erreicht wird.

Wise Debitkarte

Die Wise Debitkarte gehört zu einem gebührenfreien Multi-Währungs-Konto und verzichtet auf klassische Fremdwährungsaufschläge. Ein Währungskonto in Ägyptischen Pfund könnt Ihr bei Wise aufgrund lokaler Devisenvorschriften nicht anlegen. Zahlungen und Abhebungen rechnet die Debitkarte jedoch in Echtzeit zum Devisenmittelkurs ohne verdeckte Wechselkursaufschläge direkt von Eurem Euro-Guthaben ab. Das Abheben von Bargeld am Automaten ist zweimal im Monat bis zu einem Gesamtwert von 200 Euro kostenlos.

Wise Kreditkarte

Wise Debitkarte

  • Ohne Schufa
  • Keine Jahresgebühr
  • In lokaler Währung bezahlen
  • Apple Pay, Google Pay & Garmin Pay
  • verschiedene Karten erhältlich (physisch, Eco-Karte, digital)

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Hinweis: Wise rechnet zum echten Devisenkurs plus transparenter Servicegebühr ab. Das ist viel günstiger als bei klassischen Hausbanken, aber meist einen Tick teurer als bei komplett gebührenfreien Reisekreditkarten.

Ähnlich wie bei Wise könnt Ihr auch bei Revolut kein Guthaben in EGP vorab halten. Umsätze werden direkt aus dem Euro-Guthaben umgerechnet. Im Gegensatz zu Wise greift bei Revolut jedoch der Wochenendaufschlag. An Samstagen und Sonntagen berechnet Revolut eine zusätzliche Gebühr von 1 Prozent auf den Währungskurs.

Kartenzahlungspflicht an Sehenswürdigkeiten

Info
Wichtige Besonderheit: „Cashless“ an historischen Stätten

Das ägyptische Ministerium für Tourismus und Antiquitäten hat den Ticketkauf an den meisten touristischen Hauptattraktionen (u. a. Pyramiden von Gizeh, Ägyptisches Museum Kairo, Grand Egyptian Museum, Tal der Könige, Karnak-Tempel) komplett auf bargeldlose Zahlung umgestellt. Bargeld wird an den Ticketschaltern nicht mehr akzeptiert; eine funktionierende Visa- oder Mastercard ist zwingend erforderlich.

  • Tipp: Vorab online buchen. Kauft Tickets am besten über das offizielle Portal (egymonuments.com). Achtet dabei auf die 3D-Secure-Falle. Die Zahlung erfordert meist eine TAN per SMS oder App-Freigabe. Wer vor Ort eine lokale ägyptische SIM-Karte nutzt, empfängt Bestätigungs-SMS der deutschen Hausbank oft nicht mehr. Aktiviert daher vorab die Freigabe per Banking-App über WLAN/Mobiles Netz.
  • Notlösung: Verweigert das Terminal an der Kasse Eure Karte und Ihr habt kein Backup dabei, müsst Ihr am Schalter eine wiederaufladbare ägyptische Meeza-Prepaid-Touristenkarte kaufen. Diese könnt Ihr zwar bar bezahlen, sie verursacht jedoch unnötige Ausgabegebühren und schlechte Wechselkursaufschläge.
Ägypten Pyramiden Gizeh
Die Pyramiden von Gizeh: Eintritt nur mit Karte (z. B. Visa oder Mastercard).

Kontaktloses Bezahlen & Mobile Payment

Das kontaktlose Bezahlen per Smartphone oder Smartwatch setzt sich auch in Ägypten immer weiter durch – vor allem in den Metropolen und den beliebten Urlaubsregionen. Wenn Ihr im Alltag auf Mobile Payment setzt, solltet Ihr folgende Punkte beachten:

  • Apple Pay & Google Pay: An modernen POS-Terminals funktioniert das Bezahlen mit hinterlegten Visa- oder Mastercards mittlerweile erstaunlich reibungslos. Ob in großen Supermärkten, modernen Shopping Malls, gehobenen Restaurants oder an den offiziellen Ticketschaltern der Sehenswürdigkeiten: Ein kurzes Vorhalten des Smartphones genügt, die Zahlung wird wie gewohnt sicher per Face ID oder Fingerabdruck autorisiert.
  • Physische Notfallkarte bleibt Pflicht: Verlasst Euch keinesfalls ausschließlich auf das Smartphone. Vor allem abseits moderner Einkaufszentren oder in kleineren Geschäften stehen oft ältere Terminals, die kontaktlose Transaktionen über ausländische Wallets gelegentlich verweigern. Auch ein leerer Akku oder ein Verbindungsabbruch des Mobilfunknetzes können Euch sonst schnell in Verlegenheit bringen. Habt daher stets mindestens eine physische Plastikkarte griffbereit.
  • DCC-Falle am Display prüfen: Auch beim mobilen Bezahlen seid Ihr vor der dynamischen Währungsumrechnung nicht geschützt. Schaut vor dem Vorhalten des Smartphones oder der Smartwatch immer kurz auf das Terminal-Display: Falls das Gerät Euch die Wahl zwischen EUR und EGP anbietet oder der Betrag bereits in Euro umgerechnet dasteht, wählt die Abrechnung in der Landeswährung EGP bzw. bittet das Kassenpersonal, die Abrechnungswährung auf Ägyptische Pfund umzustellen.

Bakschisch & Basar: Wo Bargeld unverzichtbar bleibt

Auch wenn digitale Zahlungen an Kulturstätten Einzug gehalten haben: Ägypten bleibt im täglichen Leben eine ausgeprägte Bargeldkultur. Ohne physische Scheine in der Tasche geratet Ihr im Alltag schnell in Sackgassen.

Ägypten Sharm el Sheikh Markt
Gewürze auf einem Markt in Ägypten bezahlt Ihr am besten mit Bargeld.

Die Bakschisch-Kultur richtig verstehen

Das ägyptische Trinkgeld, „Bakschisch“ genannt, ist weit mehr als eine nette Geste für guten Service. Im Dienstleistungssektor ist es ein unverzichtbarer Teil des Lebensunterhalts für Kellner, Fahrer, Gepäckträger oder Tempelwächter.

Legt Euch am besten ein paar Scheine im Wert von 5, 10 und 20 ägyptischen Pfund zu und bewahrt diese griffbereit in der Hosentasche und getrennt von der eigentlichen Geldbörse auf. Die Beträge sollten zur jeweiligen Dienstleistung passen. Folgende Richtwerte können Euch als Orientierung dienen:

  • Toiletten an Raststätten und Tempeln: 10 bis maximal 20 EGP
  • Kofferträger: 30 bis 50 EGP pro Gepäckstück
  • Zimmerservice: 50 bis 100 EGP
  • Zimmerreinigung: 50 bis 100 EGP pro Tag
Info
Bakschisch: Kein Wechselgeld

Hofft beim Trinkgeld nicht auf Wechselgeld, wenn Ihr mit Scheinen über 100 oder 200 Pfund zahlt. Kleinere Dienstleister können oder wollen so große Beträge meist schlicht nicht wechseln. Brecht große Scheine stattdessen lieber vorab beim Bezahlen in größeren Supermärkten an.

Das Problem mit Euro-Münzen als Trinkgeld

Wertlose Münzen für Einheimische: Oft meinen es Reisende gut und geben 1- oder 2-Euro-Stücke als Trinkgeld. Allerdings wechseln ägyptische Banken ausschließlich ausländische Banknoten, keine Münzen. Die Angestellten bleiben auf dem Hartgeld sitzen, solange sie es nicht bei anderen Touristen eintauschen können.


Münzen in Scheine tauschen (Nur im Hotel!):
Es kommt vor, dass Kellner oder Reinigungskräfte im Hotel fragen, ob Ihr gesammelte Euro-Münzen in einen 5-, 10- oder 20-Euro-Schein umtauschen könnt. Im vertrauten Hotelumfeld könnt Ihr dem Personal damit bedenkenlos helfen.

Vorsicht vor der Münzwechsel-Masche: Wechselt außerhalb Eurer Anlage an Pyramiden, Tempeln oder Basaren niemals Kleingeld für Fremde. Lehnt solche Bitten konsequent ab! Dahinter steckt fast immer Betrug: Man jubelt Euch wertlose Münzen unter, verwirrt Euch beim Vorzählen oder nutzt den Moment für Taschendiebstahl.

Die Faustregel: Gebt Trinkgeld entweder direkt in kleinen Ägyptischen Pfund-Noten oder – wenn es um größere Beträge wie den wöchentlichen Zimmerservice geht – als Euro-Schein (z. B. 5 Euro).

Taxis und Transportmittel

Fahrdienst-Apps (Uber & Careem): In Kairo, Alexandria und Teilen von Hurghada sind Apps wie Uber oder das im Nahen Osten etablierte Careem die mit Abstand stressfreieste Variante. Die Abrechnung läuft automatisch über die in der App hinterlegte Kreditkarte zum Festpreis. Diskussionen über defekte Taxameter, Sprachbarrieren oder fehlendes Wechselgeld entfallen komplett.

Klassische Taxis & Sammelbusse (Microbus): Nutzt Ihr traditionelle Taxis oder die günstigen Minibusse, geht ohne Bargeld nichts. Hier wird ausnahmslos bar in Ägyptischen Pfund bezahlt. Verhandelt den Fahrpreis bei regulären Taxis zwingend verbindlich vor dem Einsteigen und haltet den Betrag möglichst passend bereit.

Eine Bushaltestelle in Sharm El Sheikh in Ägypten
Für Busse solltet Ihr in Ägypten auf jeden Fall Bargeld parat haben.

Entdeckt im folgenden Artikel die besten Tipps für Ägypten.

Werft auch gerne mal einen Blick in unsere weiteren Kreditkarten-Artikel rund ums Thema Reisen:

Der Cashless Travel Index bewertet, wie alltagstauglich Karten- und digitale Zahlungen für Reisende im Urlaub sind. Mehr dazu erfahrt Ihr in unserem Artikel:

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Sollte ich vor der Reise in Deutschland Euro in Ägyptische Pfund tauschen?

Nein. Die Wechselkurse deutscher Filialbanken für EGP sind extrem unattraktiv. Hebt stattdessen nach der Landung an einem Bankautomaten (z. B. NBE, Banque Misr) im Flughafengebäude mit einer gebührenfreien Kreditkarte Pfund ab oder tauscht vor Ort an einem offiziellen Bankschalter Bargeld ein.

Kann ich in Ägypten mit meiner normalen Girocard (EC-Karte) bezahlen?

Sehr eingeschränkt. Maestro wurde eingestellt und V-Pay funktioniert außerhalb Europas in der Regel nicht. Reine Debit- oder Kreditkarten von Visa und Mastercard sind für Ägypten unverzichtbar.

Welche Geldautomaten sollte ich in Ägypten meiden?

Freistehende Automaten ohne Banklogo, Automaten der Kette Euronet sowie Wechsel-/Geldautomaten direkt in Strandresorts, die eigene Serviceaufschläge (Surcharges) anzeigen. Bevorzugt Geldautomaten, die direkt an eine Filiale von NBE, Banque Misr, CIB oder HSBC angebunden sind.

Was mache ich, wenn der Geldautomat meine Karte einzieht?

Ruhe bewahren. Erfolgt der Einzug an einer geöffneten Bankfiliale, sofort mit Reisepass an den Schalter wenden. Bei geschlossenen Filialen oder externen Automaten die Karte umgehend über die Banking-App oder den Sperr-Notruf (+49 116 116) sperren und auf eine mitgeführte Zweitkarte ausweichen.

Wie schütze ich mich vor Kartenbetrug und Skimming?

1. PIN-Tastatur stets mit der freien Hand oder Geldbörse sichtgeschützt abdecken.
2. Automaten an belebten, gut bewachten Orten (Bankfilialen) nutzen.
3. Geo-Blocking in der Banking-App prüfen: Freigabe für Afrika / Ägypten vorab aktivieren und nach Rückkehr direkt wieder deaktivieren.
4. Push-Benachrichtigungen für jede Kartentransaktion in der Bank-App einschalten, um unautorisierte Abbuchungen sofort zu bemerken.

Brauche ich für das Visum bei der Ankunft Bargeld?

Für das reguläre „Visa on Arrival“ an Flughäfen wie Hurghada, Marsa Alam oder Kairo benötigt Ihr Bargeld. Haltet die 30 USD am besten passend in bar bereit (alternativ in Euro-Scheinen), da die Kartenterminals an den Bankschaltern häufig streiken.
Ausnahme Sinai-Halbinsel: Reist Ihr nur für einen Badeurlaub von bis zu 15 Tagen auf die Sinai-Halbinsel (Sharm El Sheikh, Dahab, Taba), benötigt Ihr dafür gar kein Bargeld. Ihr erhaltet bei der Passkontrolle einfach den kostenlosen „Sinai Only“-Stempel.