Eine Kreditkarte auf Guthabenbasis verspricht volle Kostenkontrolle ohne Verschuldungsrisiko und ist dank Verzicht auf eine SCHUFA-Prüfung für jeden zugänglich. Doch hält das Kartenmodell, was es verspricht? Vor allem für Reisende und Online-Shopper gibt es in puncto Flexibilität und versteckte Gebühren einige Fallstricke, die Ihr vor dem Abschluss unbedingt kennen solltet.
Was ist eine Prepaid-Kreditkarte?
Dies ist eine Bezahlkarte (meist Visa oder Mastercard), die ausschließlich auf Guthabenbasis funktioniert. Ihr müsst Geld per Überweisung oder App auf die Karte laden, bevor Ihr sie nutzen könnt. Ein Überziehen (Kreditrahmen) ist unmöglich.
- Keine Bonitätsprüfung bei der Beantragung
- Volle Kostenkontrolle: Keine Schuldenfalle möglich
- Maximale Sicherheit: Bei Verlust ist nur das aufgeladene Guthaben gefährdet
- Reise-Einschränkungen: Wird fast nie für Mietwagen- oder Hotelkautionen akzeptiert
- Komplexe Gebührenstruktur: Häufig Kosten für Aufladungen oder Inaktivität
- Verwechslungsgefahr: Prepaid- und Debitkarte
Prepaid-Kreditkarten eignen sich vor allem für sicherheitsbewusste Online-Shopper, Personen mit negativem Schufa-Score sowie Jugendliche und Studenten.
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Prepaid, Debit, echte Kreditkarte: Wo ist der Unterschied?
Auf dem Markt herrscht oft Verwirrung, da Begriffe synonym verwendet werden. Für Eure Finanzen und Euren nächsten Urlaub ist die Unterscheidung jedoch essenziell:
- Echte Kreditkarte (Charge oder Revolving Card): Die Bank gewährt Euch einen monatlichen Kreditrahmen (Verfügungsrahmen). Die Umsätze werden gesammelt und meist einmal im Monat von Eurem Girokonto abgebucht. Der Travel-Vorteil: Nur hier lassen sich Kautionen für Mietwagen problemlos blockieren.
- Debitkarte: Umsätze werden sofort (innerhalb weniger Tage) direkt von Eurem verknüpften Girokonto abgebucht. Sie besitzt eine 16-stellige Kartennummer wie eine Kreditkarte, gewährt aber keinen separaten Kredit (außer Eurem Disporahmen).
- Prepaid-Kreditkarte: Funktioniert entkoppelt von einem klassischen Girokonto. Sie muss aktiv per Überweisung, Dauerauftrag oder Instant-Zahlung „aufgetankt“ werden. Ist kein Guthaben vorhanden, schlägt jede Zahlung fehl.
Namenswirrwarr: Warum fast jede Karte „Kreditkarte“ genannt wird
Umgangssprachlich sind Begriffe wie Debit-Kreditkarte, Prepaid-Kreditkarte oder Kreditkarte auf Guthabenbasis gängig. Fachlich ist das nicht präzise, da es sich nicht um Kreditkarten im eigentlichen Sinne handelt. Ihr bekommt keinen Kreditrahmen (abgesehen vom Dispokredit bei Debitkarten). Der Grund, warum es diese begriffliche Vermischung gibt, liegt zum Teil an optischen Gründen. Prepaid- und Debitkarten besitzen …
- … ein Logo von Visa oder Mastercard
- … eine 16-stellige Kartennummer
- … eine dreistellige Prüfziffer
Die besten Prepaid-Karten im Vergleich
Viele der modernsten und günstigsten Karten auf Guthabenbasis sind technisch gesehen Debitkarten mit integriertem Girokonto. Sie bieten Euch jedoch exakt dieselbe Sicherheit und Kostenkontrolle wie eine klassische Prepaid-Karte bei deutlich besseren Konditionen.
Prepaid-Kreditkarten für Reisen
Wir als Reise-Experten wollen auf jeden Fall darauf hinweisen, dass Ihr mit Prepaid-Karten im Urlaub weniger flexibel seid als mit echten Kreditkarten. Der Hauptgrund ist das Thema Mietwagen- und Hotelbuchung.
Bei der Anmietung eines Autos wird eine Kaution als Sicherheit verlangt. Eine Autovermietung versucht, diesen Betrag auf der Karte zu autorisieren, also zu blocken, ohne ihn real abzubuchen.
Bei einer echten Kreditkarte wird dieser Betrag auf dem Kreditkonto reserviert. Bei einer Prepaid- oder Debitkarte müsste das Geld real als Guthaben vorhanden sein.
Wenn Ihr die Vorteile einer echten Kreditkarte nutzen wollt, bieten sich zum Beispiel die Hanseatic Bank GenialCard oder TF Bank Mastercard Gold an.
Achtung, Gebühren: Darauf müsst Ihr achten
Kostenlose Kreditkarten ohne Guthabenbasis sind oft günstiger als Prepaid-Karten. Filialbanken verlangen für Prepaid-Karten oft Jahresgebühren. Achtet im Preisverzeichnis penibel auf folgende Posten:
- Aufladegebühren: Manche Anbieter verlangen 1 Prozent bis 2 Prozent der Summe, wenn Ihr Geld auf die Karte transferiert.
- Inaktivitätsgebühren: Nutzt Ihr die Karte einige Monate nicht, wird manchmal eine monatliche „Strafgebühr“ fällig.
- Fremdwährungs- und Abhebegebühren: Im Ausland können prozentuale Kosten beim Bezahlen oder feste Gebühren am Geldautomaten anfallen.
Welche Alternativen gibt es?
Nun habt Ihr einen Einblick in die Funktionsweise von Prepaid-Kreditkarten erhalten und wisst, welche Aspekte diese mit sich bringen. Falls Ihr aber nach einer Credit- beziehungsweise Revolving-, Charge- oder Debitkarte sucht, solltet Ihr einen Blick auf folgende kostenlose Kreditkarten werfen:
Fazit: Für wen lohnt sich eine Prepaid-Kreditkarte?
Prepaid-Kreditkarten haben ihre absolute Daseinsberechtigung als sicheres Einstiegsmodell für Jugendliche, als geschütztes Zahlungsmittel für risikofreies Online-Shopping oder als verlässliche Option bei schlechter Bonität.
Wer jedoch uneingeschränkt reisen, Mietwagen und Hotels buchen möchte, fährt mit einer modernen Debitkarte (wie Revolut) oder einer dauerhaft kostenlosen, echten Kreditkarte (wie der Hanseatic Bank GenialCard) deutlich besser.
Häufig gestellte Fragen
Wie funktioniert eine Prepaid-Kreditkarte?
Die Funktionsweise einer Prepaid-Kreditkarte ist simpel. Ihr müsst diese Guthabenkarte mit einem von Euch bestimmten Betrag aufladen, um die Karte nutzen zu können. Beachtet, dass Ihr die Karte nicht überziehen, sondern nur das aufgeladene Geld des Kartenkontos nutzen könnt.
Wie lade ich Guthaben auf meine Karte auf?
Das Aufladen funktioniert heute über mehrere Wege:
1. Klassisch per Banküberweisung oder Dauerauftrag von Eurem bestehenden Girokonto.
2. Modern per sofortiger Aufladung per Apple Pay, Google Pay, per Sofortüberweisung oder über eine andere Kreditkarte.
Was kostet eine Prepaid-Kreditkarte?
Die Kosten dieser Karte sind komplett unterschiedlich. Je nach Anbieter werden Jahres- oder Monatsgebühren erhoben oder auch nicht, Unter-18-Jährige erhalten die Karte oftmals umsonst. Achtet auch auf Gebühren fürs Aufladen oder Inaktivitätsgebühren.
Gibt es ein Ladelimit beziehungsweise einen maximalen Ladebetrag?
Ja, fast alle Prepaid-Kreditkarten lassen sich nur bis zu einem bestimmten Betrag aufladen. Es wird zwischen Tages-, Wochen- und Monatslimit unterschieden. Die Limits sind aber von Karte zu Karte unterschiedlich und daher empfehlen wir Euch, Euch beim jeweiligen Anbieter zu erkundigen.
Ist ein Girokonto inklusive?
Echte Prepaid-Karten werden als reines, separates Kartenkonto geführt. Ihr verknüpft sie einfach mit Eurem bestehenden Girokonto bei Eurer Hausbank, um sie aufzuladen. Moderne Guthaben-Debitkarten werden oft als Prepaid-Karten beworben, kommen aber zwingend mit einem vollwertigen, kostenlosen App-Girokonto inklusive eigener IBAN daher.