Auch wenn bargeldloses Bezahlen inzwischen weit verbreitet ist, gibt es Situationen, in denen Ihr nicht um Bargeldabhebungen herumkommt. Hierbei können Abhebegebühren fällig werden. Das sind Gebühren, die Euch Eure Bank beim Abheben von Bargeld berechnet. Welche Wege und Möglichkeiten es gibt, um gebührenfrei Geld abzuheben, das erklärt Euch dieser Artikel.
Wichtiges in Kürze: So könnt Ihr Abhebegebühren vermeiden
Geld abheben in Deutschland
Um in Deutschland Geld abzuheben, nutzen die meisten wohl ihre Girokarte oder inzwischen auch ihre Debitkarte, die viele Banken inzwischen kostenlos ausgeben. Aber auch mit echten Kreditkarten kann man prinzipiell Geld an deutschen Automaten abheben.
Mögliche Anlaufstellen, um an Bargeld zu kommen, sind Geldautomaten Eurer Hausbank oder einer fremden Bank sowie andere ATMs oder aber auch im Supermarkt.
Geld abheben an Automaten der Hausbank oder an fremden Automaten?
Grundsätzlich ist es am günstigsten, Geld an Automaten Eurer Hausbank abzuheben. Hier zahlt Ihr in der Regel keine Abhebegebühren. An einem fremden Geldautomaten, der nicht zum Verbund Eurer Bank gehört, zahlt Ihr meistens drauf. Entweder Ihr zahlt einen prozentualen Anteil auf den abgehobenen Geldbetrag oder einen fixen Betrag in Euro.
Tipp: Vermeidet nach Möglichkeit Bargeldabhebungen an Geldautomaten, die Ihr direkt vor Geschäften, am Bahnhof oder Flughäfen findet. Hier zahlt Ihr tendenziell höhere Gebühren.
Direktbanken und Filialbanken
Die Anzahl an Geldautomaten in Deutschland sinkt zwar stetig, ist aber noch recht hoch, gerade in den Großstädten, weswegen Ihr keine Probleme haben solltet, an Bargeld zu kommen. Mit Karten einer Filialbank, wie der Sparkasse oder BBBank, seid Ihr hier sehr gut aufgestellt, aber auch mit Direktbanken macht Ihr prinzipiell nichts falsch.
Bei Direktbanken (Banken ohne Filialen) könnt Ihr die Automatensuche der jeweiligen Bank nutzen, um gebührenfreie Geldautomaten zu finden. Manche sind an ein Automatennetzwerk angeschlossen, andere wiederum nicht, wie beispielsweise die der DKB oder der ING.
Geldautomatenverbünde im Überblick
- Sparkassennetz: Banken der Sparkassengruppe
- BankCard ServiceNetz: Volks-und Raiffeisenbanken, PSD Banken
- CashPool: u.a. BBBank, Santander Bank, Sparda Bank, Targobank
- Cash Group: u.a. Deutsche Bank, Hypovereinsbank, Commerzbank, Postbank
Das Sparkassennetz, das BankCard ServiceNetz, Cash Group und CashPool sind Geldautomatenverbünde, in die sich die meisten deutschen Banken zusammengeschlossen haben. Diese Verbünde wurden ins Leben gerufen, um Kunden die Bargeldverfügung so flächendeckend wie nur möglich zu gewährleisten.
Privatbanken, darunter die Commerzbank oder die Deutsche Bank, haben sich entweder zum Verbund CashPool oder Cash Group zusammengeschlossen. Ihr könnt also bei Partnerbanken gebührenfrei Geld abheben.
Geld abheben im Supermarkt
Inzwischen ist es auch gängig, Geld an der Supermarktkasse abheben zu können. So könnt Ihr bei Supermarktketten wie Aldi, Lidl, Edeka, Rewe und Co. meistens auch Geld abheben, wenn Ihr dort einkauft. Die Voraussetzung ist, dass Ihr dort einen bestimmten Einkaufswert erreicht. Dieser liegt etwa zwischen fünf und zwanzig Euro.
Informiert Euch vor Eurem Einkauf, ob die Supermarktkette, in der Ihr Geld abheben wollt, Eure Girokarte, Debitkarte oder Kreditkarte unterstützt. Erkundigt Euch am besten auch, ob es einen Mindesteinkaufswert gibt.
Geld abheben im Ausland
Im Ausland könnt Ihr mit Eurer Kreditkarte überall dort Geld abheben, wo Ihr das Symbol des Kreditkartensystems findet, welches Eure Karte nutzt. Die vier gängigen Systeme sind Visa, Mastercard, American Express und Diners Club.
Bargeld abheben mit Girokarte (EC-Karte)
Mit Eurer Girokarte könnt im EU-Ausland meist problemlos bezahlen und Geld abheben – dank Maestro- und V-Pay, Kartensysteme von MasterCard und Visa.
Außerhalb Europas empfehlen wir Euch sowohl für Bargeldabhebungen als auch zum Bezahlen eine Visa- oder Mastercard (Debit- oder Kreditkarten). Seit Juli 2023 werden keine Maestro-Karten mehr herausgegeben. Solltet Ihr eine Girokarte mit Maestro-System haben, dann ist diese noch bis zum Ablaufdatum voll einsatzfähig.
Dadurch, dass viele Banken Euch inzwischen Debitkarten (Debit-Kreditkarten) herausgeben, die die Systeme Mastercard oder Visa nutzen, seid Ihr international flexibler als mit der typischen Girocard.
Welche Gebühren gibt es?
Die Kosten für Bargeldabhebungen im Ausland setzen sich aus den folgenden Gebühren zusammen:
- Abhebegebühr: Wie auch beim Bargeldabheben im Inland, kann das kartenausgebende Kreditinstitut Gebühren für Abhebungen verlangen, auch bei Kreditkarten. Um Kosten zu minimieren, eignet sich eine Kreditkarte ohne Abhebegebühren am besten. Achtet hier genau auf die Bedingungen.
- Gibt es eine Obergrenze der kostenlosen Abhebungen pro Monat?
- Wird zwischen Abhebungen inner- und außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums unterschieden?
- Gibt es einen Mindestabhebebetrag, um ohne Abhebegebühr an Bargeld zu kommen?
- Fremdwährungsgebühr: Beim Bargeldbezug in fremder Währung solltet Ihr aufpassen. Denn einige Banken erheben auch eine Gebühr für Abhebungen in Fremdwährung. Diese beträgt in der Regel zwischen 1,5 und 2 Prozent oder wird durch einen pauschalen Geldbetrag berechnet. Um nicht in eine Kostenfalle zu tappen, solltet Ihr immer die Landeswährung am Geldautomaten wählen.
- Automatengebühr (Surcharge): Leider kann es trotz einer Kreditkarte ohne Abhebegebühr im Ausland zu Kosten kommen. Denn es gibt Gebühren, die von Automatenbetreibern erhoben werden können, auf die die Karten herausgebende Bank keinen Einfluss hat. Die Automatenbetreibergebühren betragen in der Regel bis zu zehn Euro. Diese werden vor dem Geldabheben am Automaten angezeigt und müssen bestätigt werden.
Auf Reisen ist es immer ratsam, eine Kreditkarte dabei zu haben. Für Bargeldauszahlungen im Ausland, vor allem, wenn es um Fremdwährung geht, solltet Ihr eine Kreditkarte in petto haben, die sowohl auf Abhebegebühren als auch auf Fremdwährungsgebühren verzichtet.
Eine Beispielrechnung zeigt, wie schnell sich die Gebühren aufaddieren können:
- Abhebegebühr: 5 Euro
- Automatengebühr: 5 Euro
- Fremdwährungsgebühr: 2%
Bei einem Betrag von 100 Euro zahlt Ihr mit diesen Beispieldaten dann schon über 10 Euro nur an Gebühren. Das ist verkraftbar, wenn man nur selten Geld abhebt, lässt sich aber mit der Wahl der richtigen Kreditkarte vermeiden.
Vorsicht DCC-Falle
DCC bedeutet Dynamic Currency Conversion. Im Ausland werdet Ihr beim Abheben oder Bezahlen gefragt, ob Ihr den Betrag in Euro verrechnen möchtet. Das klingt verlockend, da Ihr den genauen Betrag in Euro seht, führt aber meistens zu Gebühren, da der Wechselkurs vom Betreiber des Geldautomaten oder dem Händler festgelegt wird.
Was sind Abhebegebühren?
Abhebegebühren fallen an, wenn Ihr Bargeld an einem Geldautomaten bezieht. In der Regel werden diese Gebühren bei Girokarten, Debitkarten (Debit-Kreditkarten) und Kreditkarten von Banken erhoben. Diese Abhebegebühren können sowohl im Inland als auch im Ausland auf Euch zukommen.
Abhebegebühren sind nicht gleichzusetzen mit Fremdwährungsgebühren oder Automatengebühren. Dazu erfahrt Ihr mehr im Abschnitt Geld abheben im Ausland.
Wie hoch sind Abhebegebühren?
Die Höhe der Abhebegebühren schwankt von Kreditinstitut zu Kreditinstitut und ist abhängig vom Kontomodell, der verwendeten Karte und dem Automaten, an dem Ihr Geld abhebt. In der Regel zahlt Ihr hier bis zu vier Prozent. Außerdem gibt es einen Unterschied, ob Ihr Geld im Inland oder Ausland abheben wollt. Einige Dinge, die Ihr beachten solltet:
Geld abheben mit der Girokarte
Wenn Ihr mit Eurer Girokarte Geld abhebt, dann schwanken die Gebühren zwischen 0 und 10 Euro. Hierbei kommt es auf Euer Kontomodell an und an welchem Bankautomaten Ihr Geld abhebt. Es gibt aber auch Banken, die Euch eine festgelegte Anzahl an Abhebungen ohne Gebühren gewähren.
Mit der Girokarte habt Ihr vor allem die Möglichkeit, bei der eigenen Bank oder an Automaten bestimmter Geldautomaten-Verbünde, wie Cashpool oder Cash Group, kostenlos Geld abzuheben. Bei Onlinebanken habt Ihr meistens die Option, die Geldautomatensuche zu verwenden, um unnötige Gebühren zu vermeiden.
Geld abheben mit der Kreditkarte
Wenn Ihr Geld mit der Kreditkarte abheben wollt, kommen meistens Abhebegebühren auf Euch zu. Diese Abhebegebühren betragen in der Regel zwischen 2 und 4 Prozent. Es gibt aber auch Kreditkarten, mit denen Ihr kostenlos Geld abheben könnt, entweder weltweit oder im Inland oder Ausland. Manche Kreditkartenanbieter gewähren Euch aber auch eine fixe Anzahl an gebührenfreien Abhebungen.
Automatengebühren
Unabhängig von der Abhebegebühr Eurer Bank können im Ausland auch Automatengebühren erhoben werden. Darauf hat die Bank, die Eure Karte herausgibt, leider keinen Einfluss. Diese betragen normalerweise bis zu 10 Euro.
Mindestbetrag
Beim Abheben von kleinen Beträgen kann es sein, dass Abhebegebühren fällig werden. Informiert Euch im Leistungsverzeichnis Eurer Bank, ob es einen Mindestbetrag gibt, den Ihr abheben müsst, damit Ihr keine zusätzlichen Kosten habt. Generell ist es ratsam, wenn Ihr Euch bei Bargeldauszahlungen immer genau überlegt, welcher Abhebebetrag wirklich sinnvoll ist.
Die besten Kreditkarten, um im Ausland gebührenfrei Geld abzuheben
Abschließend stellen wir Euch geeignete Reisekreditkarten vor, mit denen Ihr kostenlos Geld abheben könnt – und das weltweit, da Ihr weder Abhebegebühren noch Fremdwährungsgebühren bezahlen müsst. Bedenkt aber, dass Gebühren von Automatenbetreibern fällig werden können, weswegen Ihr kleine Abhebebeträge am besten vermeiden solltet.
Advanzia Gebührenfrei Mastercard GOLD
- 0 € Jahresgebühr
- 0 € Auslandseinsatzgebühren
- 0 € Fremdwährungsgebühren
- flexible Rückzahlung (20 Tage)
- Reiseversicherungen inklusive
- Eff. Jahreszins: 24,69 %

DKB Kreditkarte
- 2,49 € Monatsgebühr
- 0 € Gebühr für Abhebungen weltweit
- 0 € Fremdwährungsgebühren
- 0 € Gebühr für Zahlungen weltweit
- Apple & Google Pay
- Eff. Jahreszins: 10,50 % (9,90 % für Aktivkunden)

TF Bank Mastercard Gold
- 0 € Jahresgebühr
- 0 € Gebühren für Zahlungen weltweit
- 0 € Abhebegebühr
- Flexible Rückzahlungsmöglichkeit
- zinsfreie Einkäufe bis 51 Tage
- Reiseversicherungen inklusive
- Eff. Jahreszins: 24,79%

easybank Platinum Double (ehemals Barclays)
- Aktion: 50 € für Neukunden
- 2 Hauptkarten: Mastercard & Visa
- 0 € Auslandseinsatzgebühren
- 0 € Fremdwährungsgebühren
- 0 € Gebühren für Abhebungen
- umfangreiche Versicherungen
- Apple Pay & Google Pay
- 5 % Cashback bei Reisebuchungen

awa7 Kreditkarte
- 0 € Jahresgebühr
- 0 € Auslandseinsatzgebühren
- 0 € Fremdwährungsgebühren
- 0 € Beantragungsgebühr
- 3 Monate zinsfrei
- kein Kontowechsel notwendig
- Unterstützung von Nachhaltigkeit
- bis zu 2.000 € Sofortauszahlung
Beachtet, dass seitens der Geldautomatenbetreiber immer Gebühren anfallen können, auf die die Kartenherausgeber keinen Einfluss haben. Außerdem solltet ihr immer beachten, ob bei Eurer Kreditkarte ab dem Tag der Abbuchung Zinsen fällig werden.
Für weitere Kreditkarten, die sich vor allem für Reisen eignen, schaut doch gerne mal in folgendem Artikel vorbei:
Fazit
In Deutschland seid Ihr mit einer Girokarte und Debit-Kreditkarte meistens gut beraten, wenn Ihr kostenlos Geld abheben wollt. Voraussetzung ist aber, dass Ihr am richtigen Automaten oder Supermarkt Geld bezieht.
Im Ausland könnt Ihr sowohl Girokarte, Debit-Kreditkarte als auch Eure Kreditkarte verwenden. Tendenziell sind Bargeldauszahlungen mit der Kreditkarte im Ausland günstiger, zudem bringen Kreditkarten auf Auslandsreisen erhebliche Vorteile mit sich. Dazu zählen unter anderem Versicherungen, Kreditrahmen (Verfügungsrahmen) sowie die Möglichkeit, Mietwagen- und Hotelkautionen zu hinterlegen.
Im Ausland ist es sinnvoll, eine Kreditkarte dabeizuhaben, bei der seitens der Bank keine Abhebegebühren fällig werden. Wenn Ihr außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums reist, solltet Ihr zusätzlich darauf achten, dass keine Fremdwährungsgebühren erhoben werden. Automatengebühren können leider immer fällig werden.
Auch unter den Kreditkarten, für die Ihr keine Monats- oder Jahresgebühr zahlen müsst, gibt es einige, mit denen Ihr im Ausland kostenlos Bargeld abheben könnt. Schaut doch gerne einfach mal rein:
Häufig gestellte Fragen
In welchen Supermärkten kann ich Bargeld abheben?
Teilnehmende Händler und Supermärkte sind unter anderem REWE, Edeka und Discounter wie Aldi, Lidl oder Penny. Gebt an der Kasse einfach kurz Bescheid, wie viel Geld Ihr abheben wollt. Ihr bezahlt Euren Einkauf und die Abhebung, indem Ihr wie gewohnt Eure PIN am Kartenterminal eingebt. Ein Mindesteinkauf in Höhe von 10 € bis 20 € ist oft die Grundvoraussetzung für die gebührenfreie Bargeldabhebung.
Welche Karte ist am besten für Bargeldabhebungen im Ausland?
Das kommt natürlich immer auf die jeweiligen Konditionen an. Prinzipiell sind die meisten Kreditkarten von Direktbanken geeignet, also Banken ohne Filiale, wie die TF Bank, die Hanseatic Bank, die ING DiBa und die DKB. Diese erheben oft keine Fremdwährungsgebühren und bieten Euch eine weltweit gebührenfreie Abhebung an.
Welche Gebühren gibt es für Bargeldabhebungen im Ausland?
Im Ausland können Euch bei der Abhebung am Geldautomaten neben hohen Abhebegebühren auch Automatengebühren (bis zu 10 € pro Abhebung) und Fremdwährungsgebühren zwischen 1,5 und 2 Prozent für die Währungsumrechnung erwarten. Grundsätzlich gilt es, nicht in die DCC-Falle zu tappen (Dynamic Currency Conversion = Umrechnung der Landeswährung in Euro) und bestenfalls eine passende Reisekreditkarte parat zu haben, die keine Fremdwährungsgebühren erhebt. Zudem solltet Ihr im Ausland nach Geldautomaten größerer Filialbanken Ausschau halten, da hier in der Regel die Abhebegebühren und Automatengebühren geringer ausfallen oder komplett entfallen, je nachdem welche Karte Ihr nutzt.
Kann ich im Ausland mit EC-Karte zahlen?
Ja, in den meisten EU-Ländern könnt Ihr problemlos mit Eurer Girocard (ehemals EC-Karte) zahlen. Nur fallen dann in der Regel und je nach Herausgeberbank Gebühren an. Die Systeme V Pay und Maestro haben eine hohe Akzeptanz, allerdings werden seit 2023 keine Girocards mit Maestro-System mehr herausgegeben. Maestro-Girokarten, die noch im Umlauf sind, sind noch bis zum Ablaufdatum gültig. Achtet einfach auf das Symbol auf Eurer Girokarte, dann wisst Ihr, ob diese auch im EU-Ausland akzeptiert wird. Außerhalb der EU haben Kreditkarten oder Debitkarten von MasterCard oder Visa eine hohe Akzeptanz.