Einmal im Jahr trifft sich das Welterbekomitee der UNESCO und entscheidet über neue Aufnahmen und über die Unterstützung möglicher gefährdeter Weltkulturerben. Mittlerweile umfasst die lange Liste der UNESCO Weltkulturerben 1.121 Kulturdenkmäler und Naturstätten in 167 verschiedenen Ländern (Stand: Juli 2019). Natürlich ist die Liste endlos, denn jede Kulturstätte ist auf ihre eigene Art und Weise eindrucksvoll und sehenswert. Ich zeige Euch nun meine persönliche top 10 der beeindruckendsten UNESCO Weltkulturerben auf der ganzen Welt.

1. China – Die chinesische Mauer

Top 10 UNESCO Weltkulturerben der Welt

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Die chinesische Mauer in China ist mit 21.196,18 Kilometern nicht nur die längste Mauer, sondern auch das größte Bauwerk der Welt. Sie gilt als eine der beeindruckendsten und bedeutendsten UNESCO Weltkulturerben und zieht jährlich die meisten Besucher an. Aus diesem Grund ist sie zum Wahrzeichen von China ernannt und in die Liste der neuen sieben Weltwunder aufgenommen worden. Der erste Teil der Mauer wurde im 7. Jahrhundert vor Christus erbaut und sollte als Grenzbefestigung sowie als Schutz zwischen dem chinesischen Kaiserreich und den nomadischen Reitervölkern dienen. Die letzten Abschnitte wurden im Jahr 1644 während der Ming-Dynastie fertiggestellt. Die Mauer hat heute keine politische Funktion mehr, sondern dient überwiegend dem Tourismus. Viele Teile der Mauer sind heute in einem sehr schlechten Zustand, an den touristischen Anlaufstellen jedoch wurde die chinesische Mauer zur Freude vieler Besucher größtenteils restauriert.

2. Australien – Great Barrier Reef

Australien Great Barrier Reef von oben

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Das Great Barrier Reef, zu deutsch „Großes Barriereriff“, erstreckt sich vor der Nordküste Australiens und ist das größte Korallenriff der Welt. Und jetzt ratet mal, wie lang das größte Korallenriff der Erde ist. Was auch immer Ihr gerade getippt hab, ich vermute das Ergebnis wird Euch aus den Socken hauen: Das Riff ist unglaubliche 2.300 Kilometer lang! Ihr trefft hier auf den größten lebenden Organismus unseres Planeten. Sogar aus dem Weltall kann man das Great Barrier Reef sehen. Beim Tauchen und Schnorcheln entdeckt Ihr kunterbunte Korallen und eine nahezu grenzenlose Artenvielfalt von circa 1.625 verschiedenen Fischarten, knapp 3.000 Weichtierarten und 133 verschiedene Arten von Haien und Rochen. In Queensland könnt Ihr Euch für eine Tour anmelden. Es werden viele Bootstouren angeboten, die Euch zum Great Barrier Reef bringen. Wenn Ihr das Riff auf eigene Faust erkunden möchtet, solltet Ihr ein paar Tage auf den Inseln Lizard, Bedarra oder Dunk Island verbringen. Leider ist das Große Barriereriff heute durch die globale Erderwärmung und den Massentourismus enorm gefährdet.

Divespots Great Barrier Reef

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3. Kambodscha – Angkor Wat

Kambodscha Angkor Wat vorne

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Kambodscha galt früher als Geheimtipp unter den Backpackern, doch mittlerweile zieht es immer mehr Menschen in das traumhafte Land in Südostasien. Ein absolutes Highlight in Kambodscha ist die berühmte Tempelanlage Angkor Wat. Im 12. Jahrhundert wurden zahlreiche Tempelanlagen in Kambodscha errichtet, darunter auch die große Anlage Angkor Wat. Erst im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich die Tempelanlage zu einer Kultstätte und zu einem nationalen Symbol für das kambodschanische Volk. Zwischen Urwaldpflanzen und alten Gemäuern tummeln sich jährlich Millionen von Besuchern, um eines der beeindruckendsten UNESCO Weltkulturerben zu besichtigen. Die große Anlage diente sogar schon als Drehort für Hollywoodfilme wie „Tomb Raider“ mit Angelina Jolie und „Indiana Jones“. Na, erkennt Ihr ihn wieder? Um den Tempel zu besuchen, solltet Ihr Euch gleich mehrere Tage Zeit nehmen, denn die Anlage ist riesig und bietet so einige Highlights. Mein Tipp: Besucht Angkor Wat bei Sonnenaufgang!

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4. Jordanien – Petra

Jordanien Petra Tempel

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Die historische Felsenstadt Petra befindet sich in Jordanien, genauer in der südwestlichen jordanischen Würste. Petra diente in der Antike als Hauptstadt des Nomadenstamms der Nabatäer und ist heute eine der beeindruckendsten UNESCO Weltkulturerben. Die Stadt, die bis in das Jahr 300 vor Christus zurück geht, galt über ein Jahrtausend als verschollen und wurde erst in den 1920er Jahren wiederentdeckt. Durch eine enge Schlucht, die unter dem Namen Al Siq bekannt ist, erreicht Ihr die Grabstätten und Tempel. Die beachtlichen Monumentalfassaden der Grabtempel, die direkt aus den rosafarbenen Sandsteinklippen gemeißelt wurden, sind einfach einzigartig. Den Mittelpunkt der Felsenstadt bildet das 45 Meter hohe Gebäude Khazne al-Firaun, ein Tempel mit einer im griechischen Stil verzierten Fassade, der auch als Schatzhaus bekannt ist. Auch die Felsenstadt Petra wurde als Filmkulisse für einige große Filmklassiker verwendet, wie zum Beispiel für den dritten Teil der Indianer-Jones-Tetralogie von Steven Spielberg.

5. Peru – Machu Picchu

Peru Machu Picchu Lamas

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Weiter geht es mit den historischen Städten und zwar mit der Ruinenstadt Machu Picchu, die ebenfalls Einzug in die Liste der sieben Weltwunder der Neuzeit gehalten hat. Sie bildet auf 2.430 Metern Höhe die größte Touristenattraktion Südamerikas. Die Stadt wurde im 15. Jahrhundert errichtet und befindet sich auf dem Bergrücken zwischen dem Berg Huayna Picchu und dem gleichnamigen Berg Machu Picchu in den Anden. Hier könnt Ihr die atemberaubende Baukunst der Inkas bewundern. Es ist wirklich beeindruckend, zu sehen, wie vor über fünf Jahrhunderten so ein faszinierendes Bauwerk entstehen konnte! Über einen kleinen Bergpfad und weitere, etwas größere Inka-Pfade ist die Bergstadt erreichbar. Hier heißt es erst einmal Wanderschuhe anziehen und Schritt für Schritt den beschwerlichen Pfad hinauf traben – nur so ist die Ruinenstadt erreichbar. Doch Ihr werdet mit einer unbeschreiblichen Aussicht belohnt und von süßen Lamas willkommen geheißen!

6. Indonesien – Komodo Island

Komodo Waran

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Eines meiner persönlichen Highlights ist die Komodo Insel in Indonesien, beziehungsweise in der indonesischen Provinz Ost-Nusa Tenggara. Bekannt ist die Insel durch Ihre besondere Tierwelt, denn auf Komodo findet Ihr die größten gegenwärtig lebenden Echsen der Welt: die Komodowarane. Sie können bis zu drei Meter lang und 70 Kilogramm schwer werden. Sie sind die letzten Überlebenden ihrer Art und finden sich deshalb nur im Gebiet der Komodo Insel wieder. Besonders gefährlich ist ihr Jagdverhalten. Sie ernähren sich von den verschiedensten Dingen, von Insekten bis zu massiven Hirschen und Wildschweinen ist alles dabei. Mit einem Gift infizieren sie ihre Beute und warten, bis sie allmählich zugrunde get – das kann einige Tage dauern. Die Einheimischen auf der Insel wissen mit den Waranen umzugehen und beschützen Euch bei der Entdeckungstour. Ihr werdet mit Sicherheit fündig und verblüfft sein! Wenn Ihr Urlaub auf Bali oder Lombok macht, könnt Ihr im Rahmen einer viertägigen Bootstour zu der Insel fahren. Genaueres könnt Ihr in meinen Bali Insider-Tipps nachlesen.

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7. Griechenland – Akropolis

Griechenland Athen Akropolis

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Akropolis bedeutet übersetzt „Oberstadt“ und bezieht sich immer auf den höchstgelegenen Stadtteil, der meist zu Verteidigungszwecken erbaut wurde. Die Festungsanlage Akropolis in Athen wurde nach dem Krieg gegen die Perser völlig zerstört und im 5. Jahrhundert vor Christus neu aufgebaut. Anfangs diente sie noch als Stadt- und Verteidigungsfestung, doch mit der Zeit wurde die Festungsanlage zu einem Tempelbezirk umfunktioniert, der den heiligen griechischen Göttern und griechischen Helden geweiht wurde. Das Highlight der Akropolis in Griechenland ist der bekannte Parthenon-Tempel mit der Statue der Götting Athene. Heute gilt Akropolis als Wahrzeichen Athens, als Symbol für Demokratie und Zivilisation und als eines der interessantesten UNESCO Weltkulturerben. Viele griechische Städte und Inseln besitzen eine eigene Akropolis, berühmt sind beispielsweise auch die Akropolis von Rhodos oder der Halbinsel Methana. Mehr Informationen zu Griechenland erhaltet Ihr in meinem Tipps-Artikel.

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8. Ägypten – Memphis

Ägypten Pyramiden Gizeh

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Memphis ist die älteste Metropole in Ägypten und glänzt von Gizeh bis Drahschur mit den berühmtesten Pyramiden der Welt. Hier könnt Ihr zum Beispiel die Cheops-, Chefren- oder Mykerionos-Pyramide sowie die Große Sphinx entdecken. Die Pyramiden gelten meist als Ruhestätte für die gleichnamigen Pharaonen. Der Bau der Pyramiden wurde von dem Pharao der vierten Dynastie des alten Ägyptens angeordnet und um circa 2570 vor Christus fertiggestellt. Immer wieder stellen sich die Besucher die Frage: „Wie konnten die Ägypter zu dieser Zeit und mit beschränkten Hilfsmitteln Millionen von Steinquadern zu dieser Höhe aufeinander setzen?“ Selbst die Wissenschaft kann sich bis heute nicht genau erklären, wie die alten Ägypter das geschafft haben. Nach mehr als 50 Jahren der Restaurierungsarbeiten wurden im Juli 2019 zwei der ältesten Pyramiden Ägyptens für Besucher nun zugänglich. Dazu gehört die Knickpyramide aus 2.650 vor Christus und ihre dazugehörige Nebenpyramide in der Grabstätte Dahschur.

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9. Indien – Taj Mahal

Indien Agra Taj Mahal

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Der wunderschöne Palast Taj Mahal in Agra gilt als eines der bedeutendsten Beispiele der muslimischen Architektur in Indien. Rund 20.000 Arbeiter und 1.000 Elefanten waren an dem Bau des Taj Mahal beteiligt. Die Elefanten brachten das Material aus ganz Asien an den Jamuan Fluss und die Bauarbeiter verarbeiteten die edlen Steine. Im 17. Jahrhundert wurde der berühmte Kronen-Palast fertiggestellt. Er diente als Mausoleum in Form einer Moschee, zum Gedenken des Großmonguls Shah Jahan an seine große Liebe, die persische Prinzessin Arjuman Bano Begum, die bereits im Alter von 39 Jahren bei der Geburt ihres vierzehnten Kindes starb. Um sie nach ihrem Tod zu ehren, wollte ihr Mann ein Andenken errichten, das die Welt zuvor noch nie gesehen hat. Et voilà: Das ist ihm wirklich gelungen! Viele Touristen pilgern heute zu dem berühmten Taj Mahal, um die ewige Liebe zu erfahren. Auch hier empfehle ich Euch, dass Ihr das Taj Mahal am besten zum Sonnenaufgang besucht. Weitere Infos findet Ihr in meinen Taj Mahal Tipps.

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10. Yucatán – Chichén Itzá

Mexiko chichen Itza Frontal

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Auf der Halbinsel Yucatán in Mittelamerika, die den Golf von Mexiko und das karibische Meer trennt, findet Ihr die imposanten Ruinen von Chichén Itzá. Die Ruinen stammen aus der späten Maya-Zeit und haben damals eine bedeutende Rolle eingenommen. Auf einer Fläche von 1.547 Hektar finden sich die verschiedensten architektonischen Stile. Das Highlight der Ruinenstätte und somit auch der Publikumsmagnet ist die gut erhaltene Stufenpyramide El Castillo. Sie ist knapp 30 Meter hoch und hat auf jeder Seite einen Zugang über Treppenstufen. Auf der Spitze befindet sich der Tempel des Kukulcán, der Schlangengottheit der Maya. Zweimal im Jahr ereignet sich ein symbolisches Naturschauspiel, wenn die Sonne bei Sonnenuntergang die eine Seite der Pyramide in den Schatten stellt. Durch die Sonneneinstrahlung auf die Stufen der Pyramide wird für eine kurze Zeit ein Schatten auf dem Schlangenkopf am Fuß der Pyramide geworfen, der eine gefiederte Schlange entstehen lässt. Ob das den Maya wirklich bewusst war, als sie den pompösen Tempel gebaut haben?

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Neue UNESCO Weltkulturerbestätten 2019

Natürlich waren das lange nicht alle UNESCO Weltkulturerben. Es gibt noch viele weitere beeindruckende Denkmäler und Naturstätten zu erkunden, die schon Jahrzehnte, Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende alt sind. Auch in Deutschland trefft Ihr auf einige Welterben wie zum Beispiel den Kölner Dom in Köln, die Museumsinsel in Berlin oder die wunderschöne Altstadt von Regensburg. Im Jahr 2019 hat die UNESCO noch 29 weitere Weltkulturerbestätten ausgerufen, darunter auch zwei in Deutschland. Ich verrate Euch, welche das sind:

Augsburger Wassermanagement-System

Seit dem 13. Jahrhundert wurde das Augsburger Wassermanagement-System in mehreren Phase entwickelt und ausgebaut. Die Pumpwerke, Wassertürme und das Kanalsystem stammen aus dem 15. bis 17. Jahrhundert. Ebenfalls vorzufinden sind hier eine ehemalige durch Wasser gekühlte Stadtmetzgerei, drei Prachtbrunnen sowie Wasserkraftwerke, die auch heute noch nachhaltig Strom produzieren. Dank dieser Anlage, die nun zur neuen Weltkulturerbestätte in Deutschland ernannt wurde, gilt Augsburg als einer der Vorreiter des Wasserbaus.

Montanregion Erzgebirge: Bergbaulandschaft

Das Erzgebirge an der deutsch-tschechischen Grenze ist ein beliebter Hotspot für Wanderer und Naturliebhaber. Das Besondere an dieser Region ist allerdings, dass hier seit dem Mittelalter Erz abgebaut wird. Da machte das Erzgebirge bereits zwischen den Jahren 1460 bis 1560 zur größten Silbererzquelle Europas. Logischerweise wurden in den darauffolgenden Jahren zahlreiche neue Innovationen getestet und entwickelt, die bis heute wichtig für den Erzabbau sind. Nun wurde die vom Bergbau geprägte Kulturlandschaft des Erzgebirges zur UNESCO Weltkulturerbestätte ernannt.

Neue UNESCO Weltkulturerbestätten 2019 weltweit

  • Albanien: Natur- und Kulturerbe der Ohrid-Region (Erweiterungen)
  • Aserbaidschan: Altstadt von Şəki mit Khanspalast
  • Australien: Kulturlandschaft Budj Bim
  • Bahrain: Grabhügel von Dilmun
  • Brasilien: Paraty und Ilha Grande
  • Burkina Faso: Historische Stätten der Eisenverhüttung
  • China: Archäologische Ruinen der Stadt Liangzhu
  • China: Zugvogelschutzgebiete an der Küste vom Golf von Bohai
  • Frankreich: Französische Südgebiete und-meere
  • Großbritannien & Nordirland: Jodrell-Bank-Observatorium
  • Indien: Jaipur, Rajasthan
  • Indonesien: Bergbauerbe der Zeche Ombilin in Sawahlunto
  • Irak: Babylon
  • Iran: Hyrkanische Wälder
  • Island: Nationalpark Vatnajökull
  • Italien: Die Hügel des Prosecco zwischen Conegliano und Valdobbiadene
  • Japan: Kofun-Gruppe von Mozu-Furuichi
  • Kanada: Steininschriften Áísínai’pi
  • Laos: Megalithische Krüge in Xieng Khouang
  • Myanmar: Bagan
  • Polen: Krzemionki Feuerstein-Gewinnung
  • Portugal: Das Heiligtum des Bom Jesus do Monte in Braga
  • Portugal: Königlicher Gebäudekomplex von Mafra
  • Republik Korea: Seowon, koreanische neokonfuzianische Akademien
  • Russische Förderation: Kirchen der Architekturschule von Pskow
  • Spanien: Risco Caído und die heiligen Berge von Gran Canaria
  • Tschechische Republik: Landschaft für zeremoniellen Wagenpferde in Kladruby nad Labem
  • USA: Architektur des 20. Jahrhunderts von Frank Lloyd Wright

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